Nachrüstung Soundgeneratoren/Klappenauspuff verboten Kommt das Ende für den Klappenauspuff?

von Andreas Rogotzki 12.11.2018

Nachdem sogenannte Soundgeneratoren vom Verkehrsministerium verboten wurden, könnte jetzt auch der Klappenauspuff vor dem Aus stehen. Zumindest dann, wenn die Umweltministerkonferenz dem Vorschlag des saarländischen Umweltministers folgt.  Dieser Artikel wurde am 05.11.2018 aktualisiert!

Kommt das Verbot für Klappenauspuffanlagen, also Schalldämpfer mit einer variablen Geometrie? Abhängig von der jeweiligen Drehzahl, der Last und dem Fahrmodus regeln sie den Klang und die Lautstärke der Fahrzeuge. Doch, was für Auto-Enthusiasten wie Musik in den Ohren klingt, ist für die Anwohner vielbefahrender Straßen oder dicht besiedelter Großstädte oft einfach nur Lärm. Deshalb plant der saarländische Umweltminister Reinhold Jost im Oktober 2018 ein Verbot für übermäßig laute Auspuffanlagen. Nach seiner Auffassung habe der Klappenauspuff "keine weitere Funktion als einen charakteristischen Sound der Fahrzeuge beziehungsweise unnötigen, ohrenbetäubenden Lärm zu erzeugen". Um dem Klappenauspuff den Garaus zu machen, wird der SPD-Politiker auf der Umweltministerkonferenz, die vom 7. bis 9. November 2018 in Bremen stattfindet, einen Vier-Punkte-Plan zum "Schutz vor Motorenlärm" vorstellen. Der Vorschlag  der saarländischen Umweltminister sieht vor, die Kontrollen zu verschärfen und etwaigen Manipulationen entgegenzuwirken. Des Weiteren wird dem Bund empfohlen, Klappenauspuffanlagen gesetzlich zu verbieten. Ob ein flächendeckendes Verbot des Klappenauspuffs folgen wird, bleibt zunächst abzuwarten. Die Automobilhersteller sind von dem Beschlussvorschlag nicht begeistert, schließlich möchten sie auch in Zukunft die Kunden emotional an den Sound ihrer Fahrzeuge binden.

Tuning auto tieferlegung fahrwerk VdTÜV Merkblatt 751
Wie tief darf ein Autos ein? Tipps zur Tieferlegung!  

So tief darf ein Auto liegen

So laut darf der Auspuff sein (Video):

 
 

Verbot von Soundgeneratoren – auch für den Klappenauspuff?

Sogenannte Soundgeneratoren, bei denen der Motorsound mit Hilfe künstlicher Geräusche verändert wird, sind bereits verboten. Im Verkehrsblatt 5/2018 gab das Bundesministerium für Verkehr bekannt, dass sogenannte Soundgeneratoren im Nachrüstbereich ab keine Bauteil-Genehmigung mehr erhalten. Die zusätzlichen Geräte widersprechen den Anforderungen §§ 30 Abs 1 Nr. 1 StVZO. Teilegutachten nach §19 und die Erlangung der allgemeinen Betriebserlaubnis nach §22 sind abzulehnen. Eine Abnahme nach §21 StVZO ist ebenfalls nicht mehr möglich. Das Verbot solcher Soundgeneratoren kommt nach den expliziten Ausführungen des Ministeriums nicht von ungefähr. Bei zahlreichen Kontrollen von getunten Fahrzeugen sind solche Soundgeneratoren aufgefallen. Der Geräuschpegel, den im Endrohr beziehungsweise Endschalldämpfer eingesetzte Soundaktoren (Sound Actuator) erzeugen, kann weit über dem zulässigen Höchstindex von 75 Dezibel liegen, für ein Fahrzeug mit 272 PS Leistung (200 kW). Ein startender Düsenjet erzeugt im Vergleich nur 115 Dezibel. Eine Ausnahme von dieser Regelung gilt ausschließlich für Elektroautos. Hier dürfen zum Fußgängerschutz akustische Warntöne abgegeben werden. Für den Fall, dass Fahrzeuge bereits ab Werk über Soundgeneratoren gilt: Die Veränderung darf nicht lauter sein, als die bei der ursprünglichen Typgenehmigung abgenommen Geräuschpegel, in allen Fahrmodi und allen Drehzahlbereichen. Es gilt die 75-Dezibel-Regel bei 200 kW Leistung. Ist ein Fahrzeug ab Werk demnach stärker motorisiert, darf es auch lauter sein. Bei weniger Motorleistung gelten auch niedrigere Grenzwerte. Gemessen wird eine Vorbeifahrt mit konstanter Geschwindigkeit, wie das volle Beschleunigen aus 50 km/h. Download: Hier das offizelle Schriftstück des Verkehrsministerium

News SOKOs gegen Verkehrssünder
Autoposer: Polizei (SOKO) gegen illegales Tuning & Raser  

GTI mit 1,5 cm Bodenfreiheit stillgelegt

Tags:
Copyright 2018 24fr.info. All rights reserved.