Automatische Tempobeschränkung (EU): Neuwagen (2022) Tempobremse und Alkoholkontrolle für Neuwagen ab 2022

von Christina Finke 16.04.2019

Das Europaparlament hat für verpflichtende Hightech-Fahrhilfen gestimmt: Ab 2022 müssen in der EU alle Neuwagen mit zahlreichen elektronischen Kontrollsystemen ausgestattet sein, etwa einer automatischen Tempobeschränkung und einer Alkohol-Wegfahrsperre!

Neue Autos müssen in Europa ab 2022 verpflichtend mit einer Reihe elektronischer Kontrollsysteme wie etwa einer automatischen Tempobeschränkung (Intelligent Speed Adaption) ausgestattet werden. Diese Pläne hat das Europaparlament Mitte April 2019 gebilligt. Die Intelligent Speed Adaption soll Autofahrer zukünftig daran hindern, Geschwindigkeiten zu überschreiten. Die Elektronik des Fahrzeugs soll dabei anhand von digitalen Straßenkarten oder einer Verkehrszeichenerkennung Tempolimits sowie eventuelle Geschwindigkeitsüberschreitungen erkennen und den Fahrer mit Hilfe von akustischen und visuellen Warnhinweisen darauf aufmerksam machen. Fährt der Wagen trotzdem über einen längeren Zeitraum schneller als erlaubt, könnte das System die Geschwindigkeit reduzieren, indem es die Motorleistung drosselt. Für Überholvorgänge sollen Fahrer dennoch noch kurzfristig beschleunigen können, außerdem lässt sich das System bei allen Fahrzeugen übersteuern. Angst vor einer Zwangsbremsung durch die automatischen Tempobeschränkung müssen Autofahrer folglich nicht haben. Mehr zum Thema: Abbiege-Assistenten zur Nachrüstung für Lkw

Alkohol-Interlock-System im Video:

 
 

EU-Neuwagen: Automatische Tempobeschränkung ab 2022 Pflicht

Die Einführung der neuen Regeln umfasst überdies die Pflicht, in Neuwagen ab 2022 insgesamt rund 30 Fahrhilfen zu installieren. Neben der automatischen Tempobeschränkung gehören dazu auch Spurhalte- und Tempoassistenten, Alkohol-Wegfahrsperren, die bei übermäßigem Alkoholkonsum den Start des Fahrzeugs blockieren, sowie Warnsysteme, die den Fahrer bei Müdigkeit oder Ablenkung alarmieren. Hinzu kämen Kameras oder Sensoren zum Rückwärsfahren sowie ein Datenrekorder für Unfälle – ähnlich einer Blackbox im Flugzeug. Für Lastwagen und Busse würden zudem Abbiege-Assistenten und Sensorsysteme fällig, die vor allem Fußgänger und Fahrradfahrer neben den Fahrzeugen erkennen sollen. Auch verpflichtende Reifendruck-Messsysteme wären vorgesehen. Einige der Kontrollsysteme, darunter ein der automatischen Tempobeschränkung ähnelnder Tempomat, kommen bereits heute in Fahrzeugen zum Einsatz – vor allem in Wagen der Luxusklasse. 

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Elektronische Kontrollsysteme: Vertrauen und Akzeptanz verbessern

Der EU-Komission zufolge kamen 2017 rund 25.300 Menschen auf Europas Straßen ums Leben, 90 Prozent aller Unfälle führt sie auf menschliches Versagen zurück. Daher geht die Behörde davon aus, dass mithilfe der vorgeschlagenen Maßnahmen auf europäischen Straßen im Zeitraum bis 2038 25.000 Menschenleben gerettet werden und mindestens 140.000 schwere Verletzungen vermieden werden können. Die geplante Pflicht für elektronische Kontrollsysteme wie die automatische Tempobeschränkung sollen Autofahrern außerdem dabei helfen, sich allmählich an die neuen Fahrerasisstenzsysteme zu gewöhnen und das Vertrauen sowie die Akzeptanz automatisierter Fahrzeuge verbessern, um so den Weg in eine fahrerlose Zukunft zu ebnen. Die Pflicht soll in Europa ab dem Jahr 2022 für neu entworfene Fahrzeugtypen gelten. Ab 2024 sollen dann sämtliche Neuwagen mit den Sicherheitsausstattungen wie der automatischen Tempobeschränkung ausgestattet sein. Zur finalen Umsetzung der verpflichtenden Hightech-Hilfen fehlt nur noch die Zustimmung des EU-Minsterrats.

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