Aktueller Benzinpreis im November 2017 (Update!) Spritpreis sinkt zum Monatsende

von AUTO ZEITUNG 22.11.2017
Benzinpreis im November 2017
Entwicklung des Benzin- und Dieselpreises © ADAC/tanken
Inhalt
  1. Der aktuelle Benzinpreis im November 2017
  2. Grüne: keine höhere Diesel-Steuer
  3. Bundesrechungshof: Ende der Dieselsubvention
  4. Neues Konzept: Flexible Benzin- und Dieselsteuer?
  5. So beim Benzinpreis sparen
  6. So setzt sich der Benzinpreis zusammen

Mitte November 2017 sinken die Benzin- und Dieselpreise wieder. Außerdem: Der Bundesrechnungshof  möchte den Steuervorteil von Diesel abschaffen. Und: Durch einen intensiven Preisvergleich und den richtigen Zeitpunkt können Autofahrer bares Geld sparen. So geht's!

Autofahrer mit Benzinmotoren können sich im November 2017 über deutlich gesunkene Spritpreise freuen. Wie eine ADAC Auswertung zeigt, kostet ein Liter Super E10 derzeit durchschnittlich 1,354 Euro – 2,6 Cent weniger als Anfang November. Auch der Preis für den Diesel verbilligte sich, kostet durchschnittlich 1,191 Euro und damit 0,7 Cent weniger. Grund dafür sind laut ADAC die niedrigeren Rohölnotierungen, die mit Verzögerung Ende November 2017 auch an den Tankstellen ankommen. Zum Anfang des November 2017 waren die Preise für Benzin und Diesel hingegen wieder etwas angestiegen. Am teuersten sind Benzin und Diesel derzeit in den Bundesländern Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen. In Thüringen kostet ein Liter Super E10 im Schnitt 1,358 Euro, ein Liter Diesel 1,193 Euro. Zweitteuerstes Bundesland ist Sachsen-Anhalt mit 1,351 Euro je Liter Super E10 und 1,186 Euro für einen Liter Diesel. Drittletzter ist Sachsen (1,347 Euro je Liter Super E10 und 1,185 Euro je Liter Diesel). Fahrer von Benziner-Pkw tanken in Berlin am preiswertesten. In der Bundeshauptstadt zahlt man für einen Liter Super E10 im Mittel 1,320 Euro, gefolgt von Hamburg (1,326 Euro) und Bayern (1,328 Euro).Dieselfahrer kommen in Hamburg am günstigsten davon: Ein Liter vom Selbstzünderkraftstoff kostet in der Hansestadt 1,156 Euro. Zweiter ist Berlin mit 1,157 Euro vor Bremen mit 1,164 Euro. Generell betont der ADAC, dass auch die Autofahrer Einfluss auf die Kraftstoffpreise haben, wenn sie sich preisbewusst verhalten. Deswegen empfiehlt der Automobilclub, vor dem Tanken die Preise zu vergleichen und den günstigsten Anbieter anzusteuern. Auch auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an: Wer am Wochenende zusätzlich sparen möchte, sollte möglichst in den späten Nachmittagsstunden oder am Abend die Zapfsäule benutzen. Dann sind die Benzin- und Dieselpreise erfahrungsgemäß am günstigsten!

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So setzen sich Benzin- und Dieselpreis zusammen (Video):

 
 

Der aktuelle Benzinpreis im November 2017

Wie der Trend für das Jahr 2017 aussieht, hängt Steffen Bock, Geschäftsführer von clever-tanken.de, zufolge von verschiedenen Faktoren ab: "Die Ölpreise haben zum Jahresende so stark angezogen wie seit 2009 nicht mehr. Hauptgrund dafür ist die Einigung des Opec-Kartells Ende November darüber, die Fördermengen erstmals seit 2008 zu drosseln und damit der Ölschwemme auf dem Weltmarkt zu begegnen. [Aber] wenn die USA weiterhin Fracking betreiben, der Iran mit seinem Öl auf den Weltmarkt drängt, die Weltwirtschaft abflaut oder die Opec-Staaten ihre eigenen Abmachungen doch nicht einhalten, wird der Preis auch wieder unter Druck kommen." Schon Ende November 2016 zeigten sich die Tendenzen zu steigenden Spritpreisen. Schließlich haben sich die Öl-fördernden Staaten (Opec) haben sich dazu durchgerungen, die Öl-Förderung zu kürzen. Mit der Entscheidung wollte das Ölkartell bis Juni 2017 1,2 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag weniger produzieren. Das neue Opec-Limit sollte bei 32,5 Millionen Barrel täglich liegen. Ein Überangebot hat die Preise für Öl seit 2014 gedrückt, seitdem kämpfte das Opec-Kartell mit geringeren Einnahmen.

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Grüne: keine höhere Diesel-Steuer

Die Grünen wollen in den Verhandlungen über eine Jamaika-Koalition auf ihre bisherige Forderung nach einer höheren Dieselsteuer verzichten, fordern aber von den anderen Parteien Gegenleistungen. Fraktionschef Anton Hofreiter zählte dazu am Donnerstag, 16. November 2017, unter anderem strengere europäische Flottengrenzwerte, ein Bonus-Malus-System in der KfZ-Steuer als Kaufanreiz für emissionsarme Pkw sowie wirksame Lösungen für gesunde Luft in den Städten. "Wir sind und bleiben konstruktiv, aber jetzt muss endlich auch was passieren bei Union und FDP." Erst Ende Oktober hatte der Politiker gegenüber der Rheinischen Post beklagt, dass "der Bund zum Beispiel Diesel und große Dienstwagen mit Milliarden [fördert], und gleichzeitig müssen wir uns mit drohenden Fahrverboten wegen der dreckigen Luft in den Städten rumschlagen."

 

Bundesrechungshof: Ende der Dieselsubvention

Der Bundesrechnungshof fordert hingegen ein Ende der Dieselsubvention. Aktuell wird Diesel mit rund 18 Cent weniger Steuern gegenüber Benzin gefördert. Auf Benzin entfallen 65,45 Cent Steuern pro Liter, während man für Diesel 47,04 Cent Steuern zahlt. Kay Scheller, der Präsident des Bundesrechnungshofs, argumentiert, sowohl Benzin als auch Diesel würden der Umwelt Schaden. Dementsprechend gäbe es keinen Grund, Diesel gesondert zu behandeln. Das Umweltbundesamt (UBA) stößt ins gleiche Horn: UBA-Präsidentin Maria Krautzberge erklärte gegenüber der der Rheinischen Post: "Dieselfahrer zahlen pro Liter Kraftstoff 18,4 Cent weniger als bei Benzin - den Staat kostet diese Subventionierung mittlerweile 7,8 Milliarden Euro pro Jahr, gut dreieinhalb Milliarden davon für die Pkw-Nutzung." Selbst nach Abzug der höheren Kfz-Steuern für Diesel-Autos bedeutete das rund eineinhalb Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen pro Jahr. "Zum Vergleich: Die Förderung für Elektromobilität beträgt knapp eine Milliarde - aber bis 2020", so Krautzberger. Das Umweltbundesamt hatte wiederholt einen Abbau aller "umweltschädlichen Subventionen" gefordert, darunter die niedrigere Diesel-Besteuerung. Eine der Folgen der Subventionen sei die Luftverschmutzung durch Dieselfahrzeuge in den Innenstädte, hieß es. Auch Umweltverbände verlangen seit Jahren, Diesel und Benzin gleich zu besteuern, und damit Diesel an der Tankstelle teurer zu machen als bisher. Das Bundesumweltministerium will sich in die Debatte nicht einmischen, obwohl das UBA ihm als Behörde unterstellt ist. "Wir brauchen nicht mehr Steuern, sondern einen Qualitätscheck des bestehenden Steuersystems", sagte ein Sprecher. Das Steuersystem müsse insgesamt ökologischer werden. Die Dieselsteuer isoliert anzuheben, würde dazu führen, das Diesel-Fahrer alleine die Zeche zahlten. Die Bundesregierung möchte hingegen an der Begünstigung von Diesel-Kraftstoff bei der Mineralölsteuer festhalten. "Es gibt keine Pläne, da eine Änderung herbeizuführen", sagte ein Sprecher Mitte August 2017.

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Neues Konzept: Flexible Benzin- und Dieselsteuer?

2016 hatte der damalige Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel eine flexible Sprit-Steuer auf den Tisch gebracht. Das Prinzip ist denkbar einfach, könnte aber auch dafür sorgen, dass fallende Benzinpreise der Vergangenheit angehören: Aktuell wird der Kraftstoff bei günstigeren Rohölpreisen billiger, die Verbraucher haben also einen Vorteil von niedrigen Ölpreisen. Mit der flexiblen Benzin- und Dieselsteuer würden sinkende Rohölkosten aber nicht mehr an den Verbraucher weitergegeben, da die neue Steuer den Preisverfall kompensiert. Im Klartext heißt das: Der Ölpreis könnte noch so stark variieren, der Benzinpreis bliebe stabil. Gabriel argumentierte, das schließlich auch steigende Rohölpreise ausgeglichen werden könnten. Verkehrsminister Alexander Dobrindt hatte sich gegen die Idee einer flexiblen Spritsteuer positioniert, da er in der Idee lediglich eine Steuererhöhung sehe.

Flexible Sprit-Steuer als Lösung schwankender Benzinpreise (Video):

 
 

So beim Benzinpreis sparen

Anfang Februar 2017 kam der Jahresbericht der Marktransparenzstelle Kraftstoffe beim Bundeskartellamt zum Ergebnis, dass die Diesel- und Benzinpreise an den Tankstellen auch weiterhin innerhalb einer Stadt und eines Tages um bis zu 30 Cent pro Liter schwanken. Kartellamtschef Andreas Mundt rät deshalb zu Preisvergleichen mithilfe der Daten, die die Behörde seit Ende 2013 von rund 14.750 Tankstellen in Deutschland erhebt. Sie können über Handy-Apps oder Internet-Portale abgerufen werden. "Auswählen und gezielt tanken spart Geld und erhöht den Wettbewerbsdruck auf die Mineralölunternehmen", sagte Mundt. Zwischen 18 und 20 Uhr sei der Benzin- und Dieselpreis im Schnitt am günstigsten, nachts am teuersten. Dabei ermittelte der ADAC ebenfalls große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. Ob die Länder in einer ähnlichen Region liegen spielt dabei keine Rolle, so verzeichnet zum Beispiel das Bundesland Sachsen im Februar 2017 den teuersten Benzinpreis, während im Nachbarland Sachsen-Anhalt der deutschlandweit günstigste Durchschnittspreis für Super E10 errechnet wird.

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So setzt sich der Benzinpreis zusammen

Wie sich der Benzinpreis an der Tankstelle zusammensetzt, ist vielen Autofahrern nicht klar. Steuern machen beim Spritpreis den größten Anteil aus. So werden je Liter Benzin festgeschriebene 65,45 Cent Mineralölsteuer fällig, für Diesel beträgt die Steuer 47,04 Cent. Wurden Benzin und Diesel bis Mitte der 1980er-Jahre noch nahezu gleich besteuert, stieg danach die Abgabe auf Benzin deutlich stärker. Die Subventionierung von Diesel kam ursprünglich vor allem dem Transportgewerbe zu Gute, das aus wirtschaftlichen Gründen weniger stark besteuert werden sollte. Zu dieser Zeit spielten Dieselautos noch keine große Rolle. Zum Spritpreis addieren sich dann noch die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent und die Deckungskosten - der Betrag deckt die Kosten und die Gewinne der Konzerne ab.

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