Elektro-Lkw mit Oberleitungen auf A5/A1: eHighway eHighway-Start auf der A1 bei Lübeck verzögert sich

von Christina Finke 13.05.2019
Inhalt
  1. Elektro-Lkw: eHighway-Start auf A1 verzögert sich
  2. eHighways: Erste Tests für Elektro-Lkw in Schweden
  3. Ziel: Emissionsfreier Güterverkehr bis 2030

Der Ausbau der so genannten "eHighways" für Elektro-LKW mit Oberleitungen ist fortgeschritten: Die Teststrecke auf der A5 zwischen Langen/Mörfelden und Weiterstadt (Hessen) wurde am 7. Mai 2019 in Betrieb genommen. Der Start des eHighways auf der A1 verzögert sich jedoch weiter. Dieser Artikel wurde am 13.05.2019 aktualisiert!

Die Teststrecke für Elektro-Lkw auf der stark befahrenen Autobahn A5 zwischen Langen/Mörfelden und Weiterstadt in Hessen wurde am 7. Mai 2019 in Betrieb genommen. Damit wird der sogenannte "eHighway" erstmals auf einer öffentlichen Straße in Deutschland erprobt. Kilometerlange Oberleitungen an der Strecke werden dabei für Lkw zur Stromtankstelle: Hybrid-Lastwagen mit Stromabnehmer und Lastzüge sollen an die Oberleitung andocken und so die Batterien aufladen. Bei dem "Elisa" genannten eHighway-Projekt – kurz für elektrifizierter, innovativer Schwerverkehr auf Autobahnen – sollen Daten gesammelt werden, die für einen späteren Ausbau des Systems in Deutschland relevant sein könnten. Eine weitere Teststrecke für Elektro-Lkw wird auf der A1 bei Lübeck eingerichtet, auf der auf 25 Kilometern getestet werden soll, ob die Anbindung an einen Hafen funktioniert. Der Start des Testbetriebs lässt hier allerdings weiter auf sich warten: Zwar sind die Bauarbeiten zwischen Reinfeld und Lübeck so gut wie abgeschlossen, doch die Auslieferung der erforderlichen Lastwagen verzögert sich. Wohl erst Ende September 2019 soll der erste von fünf Lastwagen mit Stromabnehmern geliefert werden, sagte Kai-Jörg Bode, Geschäftsführer der Spedition Bode. Auf einer dritten Teststrecke auf der Bundesstraße 462 zwischen Rastatt und Rottweil in Baden-Württemberg soll zudem die Tauglichkeit für Ortsdurchfahrten geprobt werden. Mehr zum Thema: Lkw-Maut (Toll Collect)

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Elektro-Lkw: eHighway-Start auf A1 verzögert sich

Die Tests sollen zeigen, ob es sich langfristig rentiert, die deutschen Straßen zu elektrifizieren. Laut Stephan Haufe, Sprecher des Bundesumweltministeriums, gehe es vor allem darum, sich verschiedene Modelle anzuschauen und so herauszufinden, welche in Zukunft wohl die beste Variante für den Schwerlastverkehr auf der Straße ist. Das Land Hessen hatte Siemens bereits im August 2017 mit dem Bau einer Oberleitungsanlage – ähnlich wie bei Straßenbahnen – für elektrifizierten Straßengüterverkehr auf einer zehn Kilometer langen Strecke bei Frankfurt beauftragt. Der Konzern übernimmt Planung, Bau und optional auch die Instandhaltung der eHighway-Anlage. Knapp 50 Millionen Euro gibt das Umweltministerium für verschiedene Teststrecken aus, allein 15 Millionen davon für den eHighway-Abschnitt auf der A5. Die Teststrecken für Elektro-Lkw sollen laut Bundesumweltministerium keine Konkurrenz zum Güterverkehr auf der Schiene sein: "Das ist eine Ergänzung. Es wird immer einen Anteil Lkw-Verkehr geben", so Stephan Haufe. Es müssten auch keineswegs alle Autobahnen voll elektrifiziert werden, sollte sich das eHighway-System als für den Schwerlastverkehr tauglich erweisen. "Wir gehen davon aus, dass man circa 1000 Kilometer in Deutschland mit Oberleitungen versehen müsste", sagt Haufe für den Fall. Für die Teststrecke auf der vierspurigen A5 etwa, wurde jeweils der rechte Fahrstreifen in beide Fahrtrichtungen auf fünf Kilometern mit Oberleitungen versehen. Für die Elektro-Lkw bringt der Strom aus der Oberleitung auf den Teststrecken den Vorteil auf einen Akku verzichten zu können: Das spart Gewicht und Stopps zum Aufladen entfallen. Für die Erprobung werden Hybrid-Lkw eingesetzt, die auf der Teststrecke den Strom aus der Oberleitung nutzen und für den weiteren Weg von einem Dieselmotor angetrieben werden. 

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eHighways: Erste Tests für Elektro-Lkw in Schweden

In Schweden laufen die Tests solcher Strecken bereits seit längerem. Dort fahren Elektro-Lkw, die ihre Energie ebenfalls aus Oberleitungen gewinnen, die über einer eigens dafür eingerichteten Spur platziert wurden. In sechs Metern Höhe über der Fernstraße E16 in Sandviken ist das Testprojekt auf einer Länge von 2,4 Kilometern aufgebaut. Etwa alle 70 Meter befinden sich Einspeisungspunkte. Auf dem Dach der Trucks ist ein Abnehmer für die Oberleitung installiert, die die LKW mit 750 Volt Gleichstrom versorgen. So können sie eine stabile Verbindung bis zu einer Geschwindigkeit von 90 km/h herstellen. Der beim Test eingesetzte Elektro-LKW ist ein neun Tonnen schwerer Scania G 360 4x2 mit Hybridantrieb. Die fünf kWh-Li-Ion-Batterie sorgt für drei Kilometer Reichweite außerhalb der Elektrospur. Ist beides nicht verfügbar verbrennt der 364 PS starke und 1050 Newtonmeter maximales Drehmoment entwickelnde 13-Liter-Motor Bio-Sprit. Das Testprogramm ist eine Kooperation zwischen Scania und der Region Gävleborg und im Juni 2016 gestartet worden. Siemens ist ebenfalls an der Entwicklung beteiligt.

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Ziel: Emissionsfreier Güterverkehr bis 2030

Laut Trafikverket, dem schwedischen Zentralamt für Verkehrswesen, gibt es ein zweites Projekt für Elektro-Lkw in Arlanda, etwa 35 Kilometer nördlich von Stockholm. Dort wurden keinen Oberleitungen, sondern eine elektrische Schiene verlegt, die noch eine eigene Spur darstellt, aber seit 2017 in den allgemeinen Verkehr integriert und bis Ende 2018 intensiv getestet wird. Beide Projekt dienen zunächst nur zu Testzwecken, gehören aber zu einem größeren Projekt, das die vollständige Ablösung der fossile Brennstoffe nutzenden LKW-Flotte Schwedens bis zum Jahre 2030 zum Ziel hat.  Dies ist nicht der erste derartige Versuch in Schweden. Bereits 2015 hatte Volvo eine Spur für elektrisch betriebene Busse mit dem Namen ElectriCity getestet.

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