Das verbraucht ein Elektroauto (Stromkosten) So viel kosten 100 Kilometer mit dem Elektroauto

von Christina Finke 18.09.2019
Inhalt
  1. Das verbraucht ein Elektroauto (Stromkosten)
  2. Der Verbrauch von E-Autos im Vergleich (Tabelle):
  3. Verbrauch von Elektroautos: Strompreise und Abrechnungsmethoden variieren
  4. Stromkosten: Ladeverluste bei Elektroautos berücksichtigen

Es herrscht noch viel Unsicherheit, wie viel ein Elektroauto verbraucht und welche Stromkosten damit verbunden sind. Und tatsächlich können die Tarife an öffentlichen Ladestationen stark variieren. Die AUTO ZEITUNG erklärt, wie viel 100 Kilometer im E-Auto kosten!

Wie viel verbraucht eigentlich ein Elektroauto auf 100 Kilometern? Und welche Stromkosten fallen dabei an? Während die meisten Fahrer von Fahrzeugen mit konventionellen Verbrennungsmotoren den Verbrauch ihres Wagens gut kennen und einschätzen können, sieht das Ganze bei Elektroautos noch anders aus. Den meisten E-Auto-Besitzern fehlt noch das Gefühl dafür, wie viel Energie ihr Stromer tatsächlich auf 100 Kilometern verbraucht und was der kWh-Wert aussagt. Die AUTO ZEITUNG klärt, was aktuelle Elektroauto-Modelle auf 100 Kilometern verbrauchen und ob die Stromkosten tatsächlich einen Preisvorteil gegenüber Fahrzeugen mit konventionellen Verbrennungsmotoren bringen können. Mehr zum Thema: Kosten pro Kilometer Reichweite bei Elektroautos

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Das verbraucht ein Elektroauto (Stromkosten)

Aber was genau verbraucht denn nun ein Elektroauto? Auf welche Stromkosten müssen sich E-Auto-Fahrer einstellen und kommen sie dabei wirklich günstiger weg als Fahrer von Fahrzeugen mit konventionellem Antrieb? Legt man bei einem Fahrzeug mit Benzinmotor einen durchschnittlichen Verbrauch von sieben Litern pro 100 Kilometer und einen Benzinpreis von 1,45 Euro pro Liter zugrunde, ergibt sich etwa ein Preis von rund 10,15 Euro für 100 gefahrene Kilometer. Zum Vergleich: Teslas Model S verbraucht nach Herstellerangaben 18,9 kWh pro 100 Kilometer. Bei einem durchschnittlichen Kilowattpreis für Haushalte von 30,3 Cent ergeben sich somit Stromkosten von 5,73 Euro für eine Strecke von 100 Kilometern. Mit dem Hyundai Ioniq Elektro, der sich den Koreanern zufolge mit 11,5 kWh pro 100 Kilometer zufrieden gibt, lägen die Stromkosten dementsprechend bei 3,48 Euro. Damit wäre das Elektroauto tatsächlich die günstigere Alternative, wenn es allein um den Verbrauch geht. Allerdings gibt es bei den Berechnungen ein Problem: Die Stromkosten hängen nämlich nicht nur davon ab, wie viel ein Elektroauto verbraucht. Es ist auch ausschlaggebend, wo geladen wird. E-Auto-Besitzer die Zuhause oder am Arbeitsplatz laden können, sind fein raus. Wer hingegen an öffentlichen Ladesäulen Strom zapft, muss oft mit Preisen rechnen, die deutlich über dem Durchschnittspreis für Haushaltsstrom (2018: 30,3 Cent) liegen. Mehr zum Thema: E-Auto-Prämie bis 2020 verlängert

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Der Verbrauch von E-Autos im Vergleich (Tabelle):

 Batteriekapazität
(Herstellerangaben)
Verbrauchwert pro 100 km
(Herstellerangaben)
Preis für 100 Kilometer
(bei 30,3 Cent pro kWh)
Renault Zoe22 kWh18,9 kWh5,73 Euro
Tesla Model S100 kWh18,9 kWh5,73 Euro
Nissan Leaf62 kWh18,5 kWh5,61 Euro
Smart eq forfour17,6 kWh16,4 kWh4,97 Euro
Kia Soul64 kWh15,7 kWh4,76 Euro
Smart EQ fortwo17,6 kWh15,7 kWh4,76 Euro
VW e-Golf35,8 kWh14,1 kWh4,27 Euro
BMW i342,2 kWh13,1 kWh3,97 Euro
Hyundai Ioniq Elektro28 kWh11,5 kWh3,48 Euro
VW e-up18,7 kWh11,7 kWh3,55 Euro
 

Verbrauch von Elektroautos: Strompreise und Abrechnungsmethoden variieren

Dass die Stromkosten beim Verbrauch von Elektroautos entscheidend vom jeweiligen Anbieter abhängig sind, hat der Ladesäulencheck 2019 von Lichtblick in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut statista ergeben. Demnach sei Eon mit 53 Cent pro Kilowattstunde Spitzenreiter, gefolgt von den Stadtwerken München mit 47 Cent/kWh. Die Monopolkommission, das Beratungsgremium der Bundesregierung, kritisiert gar den mangelnden Wettbewerb an Stromtankstellen. Der fehlende Wettbewerb könne zu überhöhten Preisen für den Ladestrom führen und "das Gelingen der Energiewende gefährden", warnte der Vorsitzende der Monopolkommission, Achim Wambach. Und wenn E-Auto-Fahrer Roaminganbieter für den Zugang zu mehreren Anbietern nutzen, kann es wegen zusätzlicher Gebühren sogar noch teurer werden. Der Ladesäulencheck 2019 ergab: Eine Ladung für 100 Kilometer Reichweite koste an einer Eon-Ladesäule 7,95 Euro. Wer an der gleichen Stelle über den Roaminganbieter "The New Motion" lädt, zahle bereits 14,88 Euro, bei "Plugsurfing" sogar 16,36 Euro. Damit wären die Stromkosten für ein Elektroauto teils deutlich teurer als Benzin für die gleiche Reichweite. Außerdem rechnen nicht alle Unternehmen kilowattstundenbasiert und damit verbrauchsabhängig ab: Stattdessen werden teilweise Pauschalpreise aufgerufen, anderswo wird nach Zeit abgerechnet. Eine vollständige, unabhängige Liste aller Ladesäulen in Deutschland gibt es bei der Bundesnetzagentur. Die Preise und Standorte für konventionelle Kraftstoffe sind hingegen unkompliziert und in Echtzeit – etwa per App – abfragbar. Mehr zum Thema: Parken an Elektroauto-Ladesäulen

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Stromkosten: Ladeverluste bei Elektroautos berücksichtigen

Die Stromverbrauch und die damit verbundenen Kosten bei Elektroautos werden nicht nur davon beeinflusst, wie effizient die jeweiligen Motoren mit der Energie umgehen. Der Vergleich von zwölf E-Autos im ADAC Ecotest hat etwa ergeben, dass auch Ladeverluste beim "Tanken" von Strom entscheidend sind. Heißt konkret: Elektroauto-Fahrer verbrauchen an der Ladesäule mehr Energie als tatsächlich in der Batterie ankommt. Bezahlen muss man sie natürlich trotzdem. Laut ADAC Ecotest müssen etwa 108,3 kWh geladen werden, um die 100-kWh-Batterie des Tesla Model X100 D komplett vollzumachen. Auch beim Laden der 60 kWh starken Batterie des Opel Ampera-e fallen demnach Ladeverluste von 7,4 kWh an. Und: Am Ende kommt es beim Vergleich mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren nicht nur auf den Verbrauch, sondern die Gesamtkosten an: Während die meist höheren Anschaffungskosten und der damit verbundene Wertverlust noch viele Kunden vom Kauf eines Elektroautos abhalten, können Einsparungen bei Wartung und Versicherung einen Preisvorteil bringen. Mehr zum Thema: Sound von Elektroautos

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