Ford Focus/VW Golf: Vergleich Neuer Focus gegen den alten Erzfeind Golf

von Klaus Uckrow 10.08.2018

Der neue Ford Focus wird dem erfolgsverwöhnten VW Golf das Leben mit einem noch besseren Fahrwerk, sparsameren Motoren und ausgeklügelten Assistenzsystemen, schwer machen. Erster Vergleich der Kompakt-Stars.

Seit 1998 liegen Ford Focus und VW Golf im Dauer-Clinch. Wer bei diesem Vergleich, Floskeln nicht scheut, spricht von einem ewig jungen Duell. Doch mit der jetzt vorgestellten vierten Generation drehen die Kölner richtig auf und wollen mit dem von Grund auf neu entwickelten Auto der Konkurrenz aus Wolfsburg ab September das Leben schwer machen. Dabei war schon die dritte Generation des Focus kein leichter Gegner. Zwar lag der Golf bei den Neuzulassungen in Deutschland stets weit vor dem Focus. Weltweit sieht das aber anders aus: Hier war der Ford beispielsweise 2013 mit 1,1 Millionen Auslieferungen das erfolgreichste Auto überhaupt – der VW kam in diesem Ranking nicht einmal unter die Top Five. Der neue Focus ist wie der Golf ein Auto, das in Deutschland für Europa und den Rest der Welt entwickelt und gebaut wird: Gerade erst hat der US-Konzern 600 Millionen Euro in die Produktionsanlagen des Werks im saarländischen Saarlouis investiert. Hier läuft der Kompaktwagen ab Sommer als Fünftürer mit Fließheck, als Kombi Turnier und – ausschließlich für den Export – als viertürige Stufenhecklimousine vom Band. Zu den traditionellen Stärken des Focus gehören Fahrwerk und dynamische Talente.

Der Ford Focus ST-Line im Video:

 
 

Vergleich Ford Focus & VW Golf

Bereits das seit 2011 gebaute, noch aktuelle Modell konnte im vergangenen Jahr gegen den gerade überarbeiteten Golf einen Achtungserfolg herausfahren: Im Vergleichstest wurde dem Focus mit 150-PS-Benziner ein sehr harmonisch abgestimmtes Fahrwerk attestiert – und im Kapitel Fahrdynamik ließ er den Gesamtsieger Golf deutlich hinter sich. Dabei trat der VW mit aufpreispflichtigen adaptiven Dämpfern an, die beim Ford damals nicht angeboten wurden. Der neue Focus ist optional ebenfalls mit einem interaktiven Fahrwerkssystem samt elektronischer Dämpferregelung zu haben. Serienmäßig ist ein Fahrmodusschalter, mit dem man das Ansprechverhalten von Gaspedal und Servolenkung in drei Stufen einstellen kann. Wer das adaptive Fahrwerk ordert, kann es über den Modusschalter wie im Golf zum Beispiel sportlich oder komfortabel einstellen. Ob das gut funktioniert, klärt ein erster Test. Schon ausprobiert haben wir den Sitzkomfort des Focus. Die neuen Sportsitze der Ausstattung ST-Line sind nun weiter geschnitten, bieten aber trotzdem guten Seitenhalt. Die Schulterfreiheit in der ersten und zweiten Reihe – im schmaleren Vorgänger noch ein Manko – gehört nun zu den großzügigsten in der Kompaktklasse. Hier kann der Ford durchaus mitdem geräumigen Golf mithalten. Auch die Beinfreiheit im Fond hat sich deutlich erhöht. Dabei hat der neue Focus im Vergleich zum Vorgänger in der Länge nur um 18, in der Breite um zwei Millimeter zugelegt. Aber die neu entwickelte C2-Segment-Plattform des Focus verbessert nicht nur die Crashsicherheit, sondern auch das Platzangebot im Innenraum. Das Ladevolumen erhöht sich auf 375 bis 1354 Liter, das sind in der maximalenVariante fast 100 Liter mehr als im Vorgänger – und im Golf. Ein deutliches Plus gibt es zudem bei den Ausstattungen. Das liegt neben der neuen, besonders luxuriösenVignale-Variante auch am Angebot der deutlich moderneren serienmäßigen sowie optionalen Features: So ist der Focus der erste Ford in Europa, für den man ein Head-up-Display bestellen kann – als Projektionsfläche dient eine ausfahrbare Plastikscheibe. Für den Golf gibt es das noch nicht. Ein Highlight sind auch die optionalen adaptiven LED-Scheinwerfer: Bereits vor Erreichen einer Kurve, einer Kreuzung oder eines Kreisverkehrs passen sie den Lichtkegel automatisch an und leuchten die Fahrbahn optimal aus. Und anhand der Informationen der Frontkamera erkennt das System Fahrbahnmarkierungen bis zu 65 Meter voraus.

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Ford mit "Co-Pilot360" – Golf kann nicht mithalten

Hinzu kommen sich weitere Fahrhelfer – vom aktiven Parkassistenten, der den Focus auf Knopfdruck ein- und ausparkt, bis zum Falschfahrer-Warnsystem, das beidrohenden Geisterfahrten auf der Autobahn Alarm schlägt. Unter dem Begriff  "Co-Pilot360" fasst Ford künftig das Arsenal der Sicherheitsassistenten zusammen: Dazu zählen der Fahrspur-Pilot mit adaptivem Tempomaten, die Verkehrsschilderkennung mit automatischem Einhalten von Tempolimits und der Stauassistent für selbstständiges Stoppen und Wiederanfahren. Hier kann der Golf noch nicht ganz mithalten. Auch bei den Motoren rüstet Ford kräftig auf: Die Turbodiesel mit 1,5 Liter Hubraum leisten 95 oder 120 PS bei einem maximalen Drehmoment von 300 Nm. Das Zweiliter-Triebwerk erzeugt 150 PS und 370 Nm. Alle Selbstzünder verfügen wie die des Golf über einen NOX-Katalysator. Die Abgasnachbehandlung per SCR-Kat mit Adblue-Einspritzung steht noch aus. Als Benziner stehen 1,0 und 1,5 Liter große Dreizylinder in den Leistungsstufen 85, 100, 125, 150 und 182 PS zur Auswahl, die über eine kraftstoffsparende Zylinderabschaltung verfügen. Bei allen ist ein Partikelfilter Serie. Sie werden mit Sechsgang-Schaltung oder Achtstufen-Automatik angeboten. Die Preise starten bei 18.700 Euro. Ein Golf mit ebenfalls 85 PS kostet ab 18.075 Euro.

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von Klaus Uckrow von Klaus Uckrow
Unser Fazit

Der neue Ford Focus ist so nahe am VW Golf dran wie keiner seiner Vorgänger. In puncto Platzangebot liegt er mindestens auf Augenhöhe, bei Fahrkomfort und Dynamik kann erst ein Test Genaueres ermitteln. Bei der Ausstattung hat der Ford den VW sogar in vielen Bereichen überholt.

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