Kia Sportage/Mazda CX-5/Opel Grandland X: Test CX-5 möchte Grandland X und Sportage ausstechen

von Marcel Kühler 15.10.2018
Inhalt
  1. Kia Sportage, Mazda CX-5 & Opel Grandland X im Test
  2. Karosserie: Kia bei Variabilität hinten
  3. Fahrkomfort: CX-5 liegt auf der Autobahn ruhiger
  4. Motor/Getriebe: Opel mit 214 km/h Topspeed
  5. Fahrdynamik: Grandland X am leichtesten
  6. Umwelt/Kosten: Sportage überzeugt bei Preis-Leistung
  7. Technische Daten Kia Sportage, Mazda CX-5, Opel Grandland X

Der Mazda CX-5, der Opel Grandland X und der Kia Sportage ködern mit schicker Karosserie, ordentlichem Platzangebot und kräftigen Diesel-Antrieben. Im Test zeigen die drei Alleskönner, welche weiteren Talente in ihnen schlummern.

Im Kompakt-SUV-Test stehen sich der Mazda CX-5, der Opel Grandland X und der Kia Sportage gegenüber. Der im Oktober 2017 gestartete Rüsselsheimer ist nach dem Crossland X das zweite Opel-Modell, das auf einer PSA-Architektur aufbaut. Ein französisches Pendant ist etwa der Peugeot 3008, mit dem sich das SUV mit dem Blitz im Kühlergrill auch die Produktionsstätte in Sochaux teilt. Gleichwohl hat sich der Grandland X viel Eigenständigkeit bewahrt und will durch klassische Opel-Tugenden, wie etwa eine gute Raumausnutzung, sichere Fahreigenschaften und ein ordentliches Preis-Leistungs-Verhältnis, punkten. Ob diese zum Sieg über den Kia Sportage und den Mazda CX-5 reichen, klärt der Vergleichstest, in dem wir die starken Dieselversionen mit 175 bis 185 PS in die Mangel nehmen.

Der Kia Sportage im Video:

 
 

Kia Sportage, Mazda CX-5 & Opel Grandland X im Test

Mit 4,48 bis 4,55 Meter Länge und rund 1,85 Meter Breite bewegen sich die drei Kontrahenten am oberen Ende des Kompakt-SUV-Segments, was die äußeren Abmessungen angeht. Dieser Umstand erschwert zwar die Parkplatzsuche in engen Parkhäusern, wirkt sich dafür aber positiv auf das zur Verfügung stehende Raumangebot in den Fahrzeugen aus. Vorn wie hinten fühlen sich auch großgewachsene Passagiere ohne Kompromisse für längere Strecken kommod untergebracht. Allerdings stellt der Grandland X im Fond etwas weniger Kniefreiheit zur Verfügung – besonders im Vergleich zum Kia Sportage, dessen optionales Panoramadach allerdings die Kopffreiheit etwas einschränkt. Dafür bietet der Opel den größten Kofferraum. Mit 514 bis 1652 Litern eignet sich sein Gepäckabteil auch für den Transport sperrigerer Güter. Den wandelbarsten Innenraum hingegen bringt der Mazda CX-5 mit. Als einziger Testkandidat lässt sich seine Rücksitzlehne dreigeteilt umklappen. Kleines Manko: Dabei entsteht eine kleine Stufe im Laderaumboden, die das Einladen langer Gegenstände etwas erschwert. Der Einzige in diesem Trio mit einem gänzlich ebenen Kofferraum ist der Grandland X.

 

Karosserie: Kia bei Variabilität hinten

Der Kia sammelt hingegen die wenigsten Punkte für seine Variabilität: Er bietet lediglich eine zweigeteilt umklappbare Fondsitzlehne, die im Gegensatz zum Opel keine Durchreiche beinhaltet, und weist ebenso wie der Mazda eine kleine Kante bei zweisitzigem Innenraumlayout auf. Auch bei der Sicherheitsausstattung ist der Koreaner, der sich dank eindeutig beschrifteter Tasten und logisch aufgebauter Menüs am leichtesten bedienen lässt, nicht ganz auf dem Stand seiner Wettstreiter. So gehört zwar ein Notbremsassistent mit Personenerkennung bei ihm – wie auch bei Mazda und Opel – zum Serienumfang, für einen Spurwechselassistenten oder eine Querverkehrerkennung verlangt Kia aber im Gegensatz zur Konkurrenz Aufpreis. Das insgesamt größte Arsenal an Sicherheitsoptionen findet der CX5-Fahrer vor. Ob adaptive Matrix-LED-Scheinwerfer mit Kurvenlichtfunktion, Assistenten zum Spurhalten und -wechseln, Müdigkeitswarnung oder Verkehrszeichenerkennung – der Mazda bietet mit der getesteten Motorisierung, die es nur in der Topausstattung Sports Line gibt, all dies serienmäßig.

 

Fahrkomfort: CX-5 liegt auf der Autobahn ruhiger

Während die Kompakt-SUV von Kia und Mazda hinten mit aufwendigen Mehrfachlenkerachsen bestückt sind, vertraut der Opel auf eine simplere Verbundlenkerachse. Diese Konstruktion spart zwar Produktionskosten, wirkt sich in der Regel aber oft eher negativ auf den Federungskomfort aus. So auch in diesem Fall: Trotz straffer Grundabstimmungen gleichen beide Asiaten vor allem Kanten und tiefere Schlaglöcher wirkungsvoller aus als der Opel, dessen Hinterachse bei derlei Anregungen zuweilen recht hölzern agiert und mit maximaler Beladung kräftige Schläge in den Innenraum weiterleitet. Zudem liegen Sportage und CX-5 auch auf der Autobahn ruhiger. Apropos Ruhe: Im Innenraum des Grandland X geht es vor allem bei höheren Geschwindigkeiten merklich leiser zu als bei den Wettbewerbern. Speziell störende Wind- und Abrollgeräusche kommen hier weniger durch. Über den insgesamt besten Sitzkomfort freuen sich hingegen die Passagiere im Kia. Der Koreaner stellt vorn großzügig geschnittene Sitze bereit, die sehr angenehm gepolstert sind und gleichzeitig ausreichend Seitenabstützung gewähren. Das Gleiche gilt für die Rückbank, die ebenfalls im Rückenbereich eine ansprechende Konturierung aufweist.

 

Motor/Getriebe: Opel mit 214 km/h Topspeed

Mit 185 PS findet sich das nominell stärkste Triebwerk dieses Tests unter der Haube des Kia Sportage – wenngleich Mazda und Opel mit 175 beziehungsweise 177 PS nur unwesentlich hinterherhinken. Entsprechend dicht beisammen liegt das Testfeld, was die Fahrleistungen angeht. Den Standardsprint aus dem Stand auf Tempo 100 absolvieren die Wettbewerber in deutlich weniger als neun Sekunden. Ferner knacken alle drei SUV die 200-km/h-Marke, wobei der Grandland X mit 214 km/h Topspeed auf der Autobahn vorn liegt. Den lebhaftesten Charakter bringt dennoch das Mazda-Triebwerk mit. Nicht nur spricht der einzige Biturbodiesel im Test spontaner an als die Aggregate der Wettbewerber, auch die ausgeprägte Drehfreude hebt den japanischen Selbstzünder deutlich von der Konkurrenz ab. Außerdem verrichtet das optionale Automatik-Getriebe des CX-5 seinen Dienst spürbar sanfter als etwa die serienmäßige Sechsstufen-Box des Grandland X. Letztere missfällt gerade bei Stop-and-go-Verkehr mit merklichen Rucklern beim Zurückschalten. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt: Der Kia stand zum Testzeitpunkt herstellerseitig nur mit manuellem Getriebe zur Verfügung – was aber aufgrund der sehr exakten Schalthebelführung keineswegs ein Nachteil ist. In der Verbrauchswertung hingegen sichert sich der Grandland X, übrigens als Einziger mit einem SCR-Kat zur Reduktion von Stickoxiden ausgerüstet, die Goldmedaille. Im Schnitt verbraucht er mit 6,7 Litern je 100 Kilometer rund einen halben Liter weniger Kraftstoff als die Konkurrenz.

 

Fahrdynamik: Grandland X am leichtesten

Auch aufgrund des fehlenden Allradantriebs – den Grandland X gibt es nur als Fronttriebler – ist der Opel 152 Kilogramm leichter als der Kia und 105 Kilogramm leichter als der Mazda. Das geringe Leergewicht macht sich im Verbund mit der sehr direkten Lenkung beim Kurvenfahren positiv bemerkbar. Mit seinem quirligen Einlenkverhalten bereitet der Rüsselsheimer mit den französischen Wurzeln auf engen Landstraßen viel Freude. Auf dem Handlingkurs beweist er zudem eine ausgeprägte Fahrsicherheit. Das nicht deaktivierbare ESP regelt sanft und bedarfsgerecht, ohne die querdynamischen Fähigkeiten des Opel zu kastrieren. Letzteres lähmt den ohnehin deutlich weniger agilen Mazda bei forcierter Kurvenfahrt merklich. Bereits vor dem Erreichen des querdynamischen Limits spielt sein elektronischer Rettungsanker nicht mehr mit und verhindert konsequent jeden weiteren Vortrieb so lange, bis der Fahrer den Lenkeinschlag zurücknimmt. Dafür liefert der Japaner beim Bremsen eine Galavorstellung ab und verzögert mit kalter Anlage aus Tempo 100 in nur 33,3 Meter bis zum Stillstand. Der Kia Sportage ist das einzige SUV im Test, das dem Fahrer erlaubt, das ESP komplett zu deaktivieren. Auch mit ausgeschalteter Stabilitätskontrolle gibt sich der Koreaner lammfromm und zeigt sich unempfindlich gegenüber provozierten Lastwechseln. Beim Einlenken fühlt er sich zwar etwas weniger agil an als der Opel. Dennoch umrundet der kräftige Allradler den Handlingkurs annähernd gleich schnell, was auch der im Vergleich zum Opel naturgemäß besseren Traktion geschuldet ist. Eine ähnlich gute Bremsperformance wie die des Mazda rundet den guten Gesamteindruck ab, den der Koreaner in den fahrdynamischen Disziplinen hinterlässt.

 

Umwelt/Kosten: Sportage überzeugt bei Preis-Leistung

Der unangefochtene Preis-Leistungs-Sieger dieses Tests heißt Kia Sportage. Sein bewerteter Preis liegt immerhin 3700 Euro unter dem des CX-5 und 2445 Euro unter dem des Grandland X. Doch damit nicht genug: Viele weitere Zähler sammelt der Koreaner durch seine siebenjährige Herstellergarantie. Zudem ist der Sportage günstiger in der (Kasko-)Versicherung als der Mazda. Letzterer bietet immerhin eine dreijährige Herstellergarantie und – die Einhaltung vorgeschriebener Wartungsintervalle vorausgesetzt – eine unbegrenzte Mobilitätsgarantie. Dadurch schiebt sich der Japaner in der Kapitelwertung noch ganz knapp vor den Opel Grandland X, der zwar die geringsten Kraftstoffkosten produziert, dafür aber nur mit zweijähriger Herstellergarantie und ebenso kurzem Mobilitätsservice aufwartet.

 

Technische Daten Kia Sportage, Mazda CX-5, Opel Grandland X

 Kia Sportage 2.0 CRDi AWDMazda CX-5 Skyactiv-D 175 AWDOpel Grandland X 2.0 Diesel
Zylinder/Ventile pro Zylin.4/4, Turbodiesel4/4, Bi-Turbodiesel4/4, Turbodiesel
Hubraum1995 ccm2191 ccm1997 ccm
Leistung185 PS175 PS177 PS
Max. Gesamtdrehmoment400 Newtonmeter420 Newtonmeter400 Newtonmeter
Getriebe/Antrieb6-Gang, manuell/Allrad, permanent6-Stufen-Automatik (opt.)/Allrad, permanent8-Stufen-Automatik/Vorderrad
Beschleunigung   
0 - 100 km/h8,4 s8,7 s8,6 s
0 - 150 km/h19,5 s19,6 s18,5 s
Höchstgeschwindigkeit201 km/h206 km/h214 km/h
Leergewicht (Werk)1540 kg1535 kg1500 kg
Bremsweg aus 100 km/h warm33,8 m34,0 m34,7 m
Verbrauch (Test/EU)7,2/6,3 l D/100 km7,3/5,8 l D/100 km6,7/4,9 l D/100 km
CO2-Ausstoß (Test/EU)191/166 g/km194/152 g/km178/128 g/km
Grundpreis36.490 Euro38.390 Euro38.935 Euro
Testwagenpreis36.490 Euro40.190 Euro38.935 Euro
Punktzahl (max. 5000 Punkte)3074 Punkte3060 Punkte2998 Punkte
Platzierung123
 

von Marcel Kühler von Marcel Kühler
Unser Fazit

Mit seinen guten Komforteigenschaften und der günstigen Kostenbilanz samt siebenjähriger Garantie sichert sich der Kia Sportage den Gesamtsieg. Außerdem bietet der Koreaner innen viel Platz. Letzteres gilt auch für den Mazda CX-5 auf Rang zwei, der zudem mit guter Variabilität und seinem charakterstarken Triebwerk punktet. In der Eigenschaftswertung liegt der Mazda noch vor dem Kia, muss sich letztlich durch den höheren Preis aber seinem Widersacher geschlagen geben. Auch wenn sich der neue Opel Grandland X keine gravierenden Schwächen leistet, landet er in diesem anspruchsvollen Wettbewerb nur auf Rang drei. Der günstige Verbrauch, die wirkungsvolle Geräuschisolierung und der große Kofferraum sprechen für ihn, der Federungskomfort zählt hingegen nicht zu seinen Stärken.

Tags:
Copyright 2018 24fr.info. All rights reserved.