Mehrverbrauch bei Neuwagen: Neue Studie (2017) Neuwagen verbrauchen deutlich mehr als angegeben

von Lena Reuß 07.11.2017
Inhalt
  1. Neuwagen verbrauchen 42 Prozent mehr Sprit
  2. Wann ist Mehrverbrauch des Neuwagens zu hoch?
  3. Was können Kunden bei hohem Mehrverbrauch tun?

Eine neue Studie des ICCT zeigt im November 2017 auf, dass Neuwagen im Vergleich zu den Herstellerangaben einen Mehrverbrauch von durchschnittlich 42 Prozent aufweisen. Laut Auswertung ist die Abweichung in den letzten vier Jahren damit um 17 Prozentpunkte gestiegen. Grund für die teils enormen Abweichungen ist unter anderem der veraltete und bereits ersetzte NEFZ-Zyklus, der die Verbrauchsermittlung auf dem Prüfstand zugelassen hatte.

Was viele Autofahrer längst ahnen oder sogar schon selbst festgestellt haben, wird jetzt nochmal von einer aktuellen Studie untermauert: Der reale Verbrauch von Neuwagen weicht stark von den Herstellerangaben ab. Und zwar nicht zu knapp, denn im Durchschnitt liegt der Mehrverbrauch bei 42 Prozent. Das verursacht den Autofahrern nicht nur Mehrkosten, es bedeutet auch eine deutlich höhere Umweltbelastung, zum Beispiel durch höheren CO2-Ausstoß. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT), über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe zuerst berichteten. Schon im Jahr 2013 veröffentlichte das Institut eine Studie zum Mehrverbrauch von Neuwagen, damals lag die Diskrepanz noch bei 25 Prozent. "Die Kluft zwischen offiziellem und tatsächlichen Verbrauch ist so groß wie noch nie. Noch vor zehn Jahren betrug die Differenz zwischen dem von den Herstellern veröffentlichten und dem real gemessenen Verbrauch nur etwa 15 Prozent", wird ICCT-Geschäftsführer in Europa, Peter Mock, zitiert. Den Grund für den großen Unterschied zwischen Herstellerangaben und Real-Verbrauch sehen die Forscher unter anderem in der Ermittlung der Verbräuche. Der Gesetzgeber sieht dafür einen Prüfzyklus (NEFZ) vor, der bisher in Laboren unter unrealistischen Bedingungen durchgeführt wird. Dass die Hersteller ihre Autos auf das optimale Ergebnis im Testzyklus optimieren, könnte eine Erklärung dafür sein, weswegen die Abweichung zwischen Herstellerangaben und Realverbrauch in den vergangenen Jahren gewachsen ist. Seit September gilt für neue Fahrzeugtypen ein neuer, realitätsnäherer Fahrzyklus (WLTP). Zwar wird es auch hier weiterhin Unterschiede zwischen Real- und Herstellerverbrauch geben, diese werden jedoch nicht so stark ausfallen.

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Neuwagen verbrauchen 42 Prozent mehr Sprit

Gerade für Autokäufer ist es ein großes Ärgernis, wenn der Neuwagen im Alltagsbetrieb schließlich fast die Hälfte mehr Kraftstoff benötigt, als vom Hersteller angegeben und sich schlimmstenfalls als Spritschlucker entpuppt. In extremen Fällen kann der Mehrverbrauch ein legitimer Grund für die Rückgabe des Wagens sein. Dies ist bis zu drei Jahre nach dem Kauf möglich – auch bei Gebrauchtwagen. Darauf weisen der Auto Club Europa (ACE) und Rechtsanwalt Jens Dötsch hin. Um festzustellen, ob der Neuwagen tatsächlich mehr Kraftstoff verbraucht als angegeben, sollten Autofahrer den Verbrauch genau messen und dokumentieren. Am besten nimmt man dabei die Angaben aus dem Bordcomputer zu Hilfe, führt ein Fahrtenbuch und sammelt Tankquittungen als Beweise. Wichtig ist dabei, das eigene Fahrprofil mit den Herstellerangaben für die entsprechenden Abschnitte wie Stadt, Land und Autobahn genau aufzuschreiben und zu vergleichen. Am genausten ist es jedoch den Verbrauch selbst zu errechnen: Dazu rät der ACE 100 bis 200 Kilometer eine gemischte Strecke ohne viel Stop and Go zu fahren. Ein Großteil davon sollte vorausschauend über Land gefahren werden, auf Autobahnen sollte das Tempo nicht über 120 km/h liegen. Dann den Tank wieder füllen und den tatsächlichen Verbrauch errechnen. Die eigene Messung kann hilfreich sein, um den Mangel gegenüber dem Verkäufer darzulegen, ein rechtliches Gutachten kann sie jedoch nicht ersetzen.

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Wann ist Mehrverbrauch des Neuwagens zu hoch?

Ab zehn Prozent Mehrverbrauch liegt ein Mangel vor, der dazu berechtigt den Kauf eines Neuwagens rückabzuwickeln, das wurde von richterlichen Entscheidungen untermauert. Die relevanten Verbrauchsdaten, die als Vergleichswert zum realen Verbrauch heranzuziehen sind, können aus den Prospekten entnommen werden. "Der Verkäufer muss entsprechende Angaben über den Verbrauch im Mittel und bei gewissen Abschnitten wie etwa Stadtverkehr oder außerorts machen", sagt Rechtsanwalt Jens Dötsch. "Da gibt es EU-Vorgaben."

 

Was können Kunden bei hohem Mehrverbrauch tun?

Wenn Autokäufer den Eindruck haben, ihr Neuwagen hätte einen signifikanten Mehrverbrauch, sollten sie sich auf jeden Fall an den Händler wenden, mit dem der Kaufvertrag geschlossen wurde. "Der Händler muss die entsprechenden Verbrauchsangaben erfüllen", erklärt Dötsch. Dabei ist es hilfreich bereits entsprechende Unterlagen wie ein Fahrtenbuch, eine eigene Messung und Tankquittungen vorlegen zu können. Der Händler hat auch das Recht nachzubessern, bevor eine Rückabwicklung des Kaufs vorgenommen wird, sofern es technisch möglich ist. Weigert sich der Händler auf die Forderungen des Kunden einzugehen, kann rechtlich gegen ihn vorgegangen werden. Rechtsanwalt Dötsch rät dazu, zuvor in Absprache mit dem Anwalt bei Gericht ein sogenanntes selbstständiges Beweisverfahren zu beantragen. Das habe den Vorteil, dass es wesentlich schneller gehe. Denn ohne mündliche Verhandlung kann das Gericht einen Gutachter bestellen. Der sichert die Beweise, indem er das Auto auf einem Rollenprüfstand unter die Lupe nimmt. Ein Beweisverfahren kostet je nach Aufwand zwischen 1500 und 3000 Euro, sofern keine Rechtsschutzversicherung vorhanden ist. Wenn der Verkäufer dann immer noch nicht rückabwickeln will, kann der Kunde klagen. Ist die Klage erfolgreich, muss der Händler nicht nur die Gerichtskosten, sondern auch die des selbstständigen Beweisverfahrens zahlen.

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