Mittelklasse-Neuheiten Schön in der Mitte

22.12.2008

Drei Neuheiten für alle, die klassische Formen schätzen: 3er BMW, Peugeot 408 und Toyota Avensis sind in Sichtweite

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Wer die neumodischen Schlagwörter Crossover, Sport Utility Vehicle oder Sports Activity Vehicle nicht mehr hören kann, ist hier richtig. Für alle Autofreunde, die noch klassische Formen schätzen, zeigen wir vier spannende Modell-Neuheiten, die demnächst oder etwas später auf den Markt rollen. Wir reden also von Limousinen und Kombis, die genau das halten sollen, was ihr Name verspricht.
 
Genauer gesagt, von den Mittelklässlern – sehr beliebt bei Dienstwagenfahrern. Und in dieser Klasse, in der sich neben dem noch frischen Ford Mondeo und dem Renault Laguna nun auch  der neue Opel Insignia tummelt, herrscht, obwohl die Marktchancen schon mal besser waren, viel Gedränge. Es wird noch enger und spannender, denn in Sichtweite sind der neue 3er von BMW, der neue Peugeot 408 und der Nachfolger des Toyota Avensis.

Was für die Wiesnwirte das Oktoberfest ist, das ist für BMW der 3er – das geschäftliche Herzblut, denn der Anteil dieser Mittelklasse-Baureihe am weltweiten Gesamtabsatz der bayerischen Edelmarke ist mit fast 44 Prozent extrem hoch. In Zahlen: 2007 hat BMW 555210 Exemplare verkauft. Und der Touring-Verkaufsanteil? Der entspricht in etwa dem Anteil der Münchner, die eine bayrische Lederhose im Schrank haben: Er liegt derzeit bei 39 Prozent.

Aktuell forcieren sie bei BMW den Verkauf des gerade gelifteten und technisch aufgerüsteten 3er, der Ende 2009 mit dem „8HP“ noch ein weiteres Schmankerl erhält: Hinter dem Kürzel verbirgt sich die neue Achtgang-Automatik von ZF, die zuvor im 7er mit der Einführung des neuen Direkteinspritzer-V12 (Oktober 2009) Weltpremiere hat und auch im 3er die Gänge der Sechszylinder in nur 200 Millisekunden wechseln und den Spritverbrauch um sechs Prozent reduzieren soll. Besonderer Clou sind wählbare „Sport-“ und „Komfort“-Schalt-Charakteristika.

Unterdessen wird in München schon an der nächsten Generation der 3er Reihe gefeilt. Premiere für die neue Limousine ist auf dem Genfer Salon im März 2012, einen Monat später beginnt in Deutschland der Verkauf. Rund sechs Monate danach folgt im Oktober der neue Touring, 2013 starten 3er Coupé und Cabrio.

Die künftige Designrichtung ist bereits ausgegeben: eine neue, natürlich dynamische Eleganz. Dazu ein steilerer Bug und etliche Design-Finessen, die BMW in der Gran-Turismo-Studie CS angedeutet hat. Optisch wirkt der neue 3er, der in Länge und Breite nur je maximal zwei Zentimeter zulegt, klar breiter und kraftvoller. Sein bereits heute ziemlich aufwendiges Fahrwerk – McPherson-Doppelgelenk-Zugstrebenvorderachse aus Aluminium, Fünflenker-Hinterachse, ideale 50:50-Achslastverteilung – wird nur in einigen Details überarbeitet.

Spannender wird es bei den Motoren, denn BMW entwickelt für den 3er eine ganz neue Benziner-Generation, die mehr Power und zeitgemäße Verbrauchsökonomie bringen soll. Downsizing und Verkleinerung, lautet das Motto. Geplant sind Vierzylinder-Turbos mit voraussichtlich nur 1,4 und 1,8 Liter Hubraum, die mindestens die bisherigen Zweiliter von 318i (143 PS) und 320i (170 PS) ersetzen. Der 1,4-Liter böte sich mit rund 150 PS für das 3er-Basismodell an, der aufgeladene 1,8-Liter mit gut 180 PS für die nächste Stufe. Diskutiert wird sogar, den 1,8-Liter auf zwei Liter aufzubohren – dieser Spar-Motor könnte dann mit bis zu 230 PS locker den bisherigen Sechszylinder im 325i (218 PS) toppen.
 
Bei den Dieseln, deren Leistungsspanne von rund 150 Vierzylinder- bis zu 295 Sechszylinder-PS reichen dürfte, sieht es hingegen mehr nach Feinschliff aus. Fest steht: Für alle 3er Triebwerke, inklusive der Sechszylinder, stehen dann die neuesten BMW-EfficientDynamics-Systeme parat – inklusive Start-Stopp-Automatik und Bremsenergie-Rückgewinnung.

Peugeot 408: Coupé-Stil, sparsame MotorenPeugeot 408: Coupé-Stil, sparsame Motoren
Schöne Kürzelgrüße aus Frankreich: Der Nachfolger des Peugeot 407 heißt 408. Die ersten Technologie-Prototypen sind im Bau, 2011 ist Verkaufsstart. Den Anfang macht die Limousine, sechs Monate später folgt der Kombi, der weiterhin SW heißt. Ob es aber in dieser Mittelklasse-Baureihe wieder ein Coupé geben wird, ist in der Pariser Konzernzentrale noch nicht entschieden. Das hängt auch von der künftigen Ausrichtung des neuen Oberklasse-Modells 608 ab: Weil das neue Peugeot-Topmodell wohl ebenfalls im (viertürigen) Coupé-Stil kommt, wäre ein 408 Coupé nämlich überflüssig, zumal Anfang 2010 eine Klasse tiefer mit dem 2+2-sitzigen Sportler 308 RC Z noch ein weiteres Coupé auf den Markt kommt.

Selbst die neue 408 Limousine sieht – wie unsere ersten Design-Enthüllungen zeigen – nicht hundertprozentig nach klassischer Limousine aus: sehr elegant, schnittig und ziemlich figurbetont. Vorn das riesige Löwen-Globale Markenwappen mit passendem gro­ßen Lufteinlassschlund, dazu ein verschärftes Heck, das auffällig an die sportlichen Roadster von Mercedes erinnert. In der Länge legt die Limousine um knapp fünf Zentimeter zu, in der Breite um drei Zentimeter. Und trotz der coupéhaften Linie soll sich das Platzangebot verbessern.
   
Unter der profilierten Motorhaube des 408 gibt es dann, wie schon im 308, die vorbildlich effektiven 1,6-Liter-Vierzylinder-Sauger und -turbos, die von BMW und dem PSA-Konzern (Peugeot/Citroën) gemeinsam entwickelt wurden – in Update-Versionen mit Leistungen von rund 125, 160, 180 und 215 PS. Hinzu kommen überarbeitete Common-Rail-Diesel der neuesten Generation mit Leistungen von 115 bis rund 220 PS. Für mehrere Benzin- und Diesel-Modelle des 408 wird es zudem die neue Peugeot-Start-Stopp-Automatik geben, die den Motor beim Abbremsen schon bei einer Geschwindigkeit von unter sechs km/h ausschaltet. In Schub- und Bremsphasen wird hier Energie zurückgewonnen – und die Batterie wieder aufgeladen.

Der Clou: Der 408 ist nach aktueller Planung das erste Großserien-Hybridmodell von Peugeot. Die technischen Vorboten haben die Franzosen in zwei Studien gerade auf dem Pariser Autosalon gezeigt. Nummer eins: ein Dieselhybrid, bestehend aus einem 150-PS-Selbstzünder und einem bis zu 36 PS starken Elektromotor, dessen CO2-Ausstoß bei nur 109 g/km liegen soll. Nummer zwei: ein sportlicher Benzinhybrid, der einen 218 PS starken 1,6-Liter-Ottomotor mit einem bis zum 95 PS leistenden Elektromotor kombiniert.

Klar, im Innenraum muss der 408 französischen Schick und Charme haben. Zum Beispiel mit einem individuell einstellbaren Lichtambiente, glänzend schwarz lackierten Dekorflächen sowie einem großformatigen Bildschirm mit Touchscreen-Bedienung. Und fürs Fahrwerk gibt es gegen Aufpreis garantiert das neue „Kinetic“-System des Zulieferers Tenneco, bei dem zur Wankstabilisierung die jeweils rechten und linken Stoßdämpfer hydraulisch gekoppelt sind – so werden alle bösen Straßendellen glattgebügelt, in Kurven soll es quasi keine Seitenneigung geben.
                    
Toyota Avensis: Klares Design, Premium-Extras

Toyota lockt mit dem neuen Avensis. Der Mittelklässler, in Europa entworfen, entwickelt und gebaut, hatte auf dem Pariser Salon gerade Premiere. Ende Januar beginnt der Verkauf gleichzeitig für die Limousine und den Kombi, den Toyota mit C schreibt. Bei den Preisen tun die Japaner noch geheimnisvoll, die sollen erst im Dezember verkündet werden.

Aber Chefkonstrukteur Takashi Yamamoto sieht den neuen Avensis schon „in der Spitzenposition der gesamten Klasse“. Immerhin sieht das Auto viel gefälliger aus als sein Vorgänger. Sehr clean, viel athletischer. „Vibrant Clarity“, lebhafte Klarheit, nennt Toyota den neuen Designstil, der japanische Harmonie ausstrahlen soll. Die Motorhaube verläuft jetzt flacher, die A-Säule ist fließend nach vorn gezogen. Die nun 4,70 Meter (plus 5 cm) lange Limousine ist aerodynamisch ausgefeilt – sie hat einen cW-Wert von nur 0,28, der Combi (4,77 m) liegt bei 0,29. Mit der neuen technischen Plattform wuchs die Breite auf 1,81 Meter (plus 5 cm).

Drinnen ist der Wagen klar geräumiger, auch die Kopffreiheit ist gewachsen. Der Gepäckraum hat 509 Liter Ladevolumen (Combi 543 bis 1609 Liter) sowie ebene Flächen und Schienen für ein Haltesystem. Das Cockpit zeigt feine Chromringe, dazu gibt es Metalliclack und titanfarbene Einlagen. Zur Serienausstattung zählen eine (manuelle) Klimaanlage und ein CD-/MP3-Audiosystem. Gegen Aufpreis gibt es adaptives Kurvenlicht, Einparksensoren, 18-Zoll-Alu-Räder und auch ein Multimedia-Navisystem mit Sieben-Zoll-Display, elf Lautsprechern, Musikserver mit Zehn-GB-Festplatte und Rückfahrkamera.

Highlights auch bei den Motoren. Die drei Benziner arbeiten mit Toyotas neuer Valvematic, welche die Steuerzeiten an Ein- und Auslassseite und den Ventilhub an der Einlassseite regelt. Zum Start gibt es hier den 1,8-Liter mit 147 und den 2,0-Liter mit 152 PS, drei Monate später folgt das 1,6-Liter-Basistriebwerk mit 132 PS und Sechsgang-Handschaltgetriebe. Die beiden größeren Motoren sind mit dem neuen Multidrive-S-Getriebe kombinierbar, einer stufenlos variablen CVT-Automatik mit speziellem Sportmodus und sequenziellem, manuellem Siebengang-Schaltmodus. Die Diesel: Zweiliter mit 126, 150 und 177 PS – die 150-PS-Version gibt es drei Monate später auch mit Sechsstufen-Wandlerautomatik.

Toyota verspricht für den Avensis „hohe Agilität“ und „entspannten Fahrkomfort“ – das Fahrwerk wurde komplett überarbeitet. Das ESP-System hat Lenkunterstützung, verfügbar sind ein adaptiver Tempomat, der den Abstand zum Vordermann hält, und ein Spurhalteassistent. Gebaut wird der Avensis übrigens im britischen Burnaston, die Benzinmotoren kommen aus Deeside (England), die Diesel aus Jelcz-Laskowice (Polen).  Wolfgang Eschment
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