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Neuer Hyundai Kona Elektro (2018): Erste Testfahrt Kona, du musst gar nichts beweisen!

von Andreas Rogotzki 05.12.2018

Wir waren auf einer ersten Testfahrt im neuen Hyundai Kona Elektro (2018). Unsere Challenge: So effizent fahren wie möglich und der Reichweiten-Angabe von Hyundai, nämlich 482 km (nach neuem WLTP), möglichst nahe kommen.

Nur knapp verfehlt, so lautet unser Ergebnis im Punkt maximale Reichweite mit dem neuen Hyundai Kona Elektro (2018). Am Ende unserer Testfahrt zeigt der Wegstreckenzähler 472 Kilometer, also gerade mal zehn weniger als Hyundai selbst für den Kona angibt. Bei einem mittleren Verbrauch von 12,9 kWh und für rund 20 Euro Stromkosten. Applaus? Ja klar, aber! Hyundai sieht sich dem Druck ausgesetzt, wie fast alle Autohersteller, den schönen neuen Elektroantrieb nahezu ausschließlich mit der Reichweite von konventionellen Verbrennern in Konkurrenz zu setzen. Eigentlich schade, denn das ist zu kurz gedacht: Ein möglichst großer Bewegungsradius ohne nachzutanken beziehungsweise aufzuladen ist nur ein Attribut, das individuelle Mobiliät heute ausmacht. E-Autos wie der neue Hyundai Kona Elektro (2018) hingegen bringen eine ganze Reihe von Vorzügen mit, bei denen Diesel oder Benziner klar das Nachsehen haben, auch heute schon. Mehr zum Thema: Das ist der Hyundai Kona

 

Testfahrt im neuen Hyundai Kona Elektro (2018)

Der relativ bescheidene Wirkungsgrad von modernen Benzinern (bis 37 Prozent) und Dieselmotoren (bis 45 Prozent) im Stadtverkehr hängt selbst unter idealen Bedingungen den rechnerischen 71 Prozent beim E-Antrieb mit Rekuperation deutlich hinterher. Der Wirkungsgrad wird vor allem bei Aussagen zur Wirtschaftlichkeit eines Antriebs relevant, also wie viel Energie wird zugeführt und was davon kann in direkten Vortrieb umgesetzt werden. Außerdem ist schon jetzt absehbar, dass ein E-Auto gut ein Drittel geringere Kosten für die Wartung und den Service verursacht. Zugespitzt ausgedrückt fährt ein E-Auto nahezu verschleißfrei. Neue Reifen und frische Bremsen werden selbstverständlich genauso gebraucht. Warmfahren oder kaltfahren, letzteres gilt für alle Turbomotoren (Benziner und Diesel), fällt weg. Und dann das Tanken: Auf Supermarktparkplätzen und in vielen Innenstädten werden extra Parkflächen für E-Autos und Hybride freigehalten und geladen werden kann oft sogar kostenlos. Wo bitte gibts das für Verbrenner?

Elektroauto Hyundai Kona Elektro (2018)
Hyundai Kona Elektro (2018): Preis & Reichweite  

Elektro-Kona ab 34.600 Euro

Ohne Frage hat ein Auto mit E-Antrieb auch Nachteile: Kalte Außentemperaturen drücken auf die Reichweite, starke Hitze ebenfalls. Viele Insassen oder schweres Gepäck erhöhen den Verbrauch natürlich genau so, wie es auch beim herkömmlichen Antrieb der Fall ist. Schnelle Autobahnfahrten machen die Vorteile des besseren Wirkungsgrades zunichte, der Energieverbrauch steigt im Gegensatz zum Verbrenner wesentlich stärker an. Ein kurzes Fazit: Der direkte Vergleich zwischen E-Auto und Verbrenner ist kompliziert, machbar, aber womöglich der falsche Ansatz. Das Plädoyer sollte vielmehr lauten "Umparken im Kopf", angelehnt an einen bekannten Werbeslogan. Es gilt, die eigenen Bedürfnisse genau zu hinterfragen und im Einklang mit unserer Umwelt eine persönliche Entscheidung zu treffen.

Neuer Hyundai Kona Elektro (2018) im Video:

 
 

Neuer E-Kona (2018) im Alltag vollwertig einsetzbar

Genau an diesem Punkt setzt der neue Hyundai Kona Elektro (2018) an. Er ist das vollwertige Alltagsauto, das sich Autofahrer in diesen Zeiten wünschen und unter idealen Bedingungen und einem konditionierten Fahrer wären auch fast 500 Kilometer Reichweite möglich. Doch das ist mit unserem Verständis von individueller Mobilität nicht zu schaffen. Unser Test-Kona war zudem üppig ausgestattet: Klimaautomatik, Hi-Fi-Sytem und eine Vielzahl an Fahrassistenten, angenehmen Oberflächenmaterialen statt reduziertem Plastik. Und dann der Fahrspaß. Im Kona Elektro geht es vorwärts wie sprichwörtlich die Feuerwehr. 7,8 Sekunden benötigt die 204-PS-Version (64-kWh-Batterie) auf Tempo 100. Von 80 auf 120 km/h flitzt das bis zu 2170 Kilo (zGG) schwere Kompakt-SUV in 4,8 Sekunden. Reizt man als Fahrer die Spritzigkeit und das permanent hohe Drehmoment von 395 Newtonmeter häufig aus, räubert dank des durchaus straff abgestimmten Fahrwerks flink durch Kurven, sind Kilometer-Rekorde einfach nicht drin. Im Alltagsbetrieb sind, je nach Nutzung und Einsatz der bereitgestellten Komfortfunktionen (Klimautomatik, Sitzheizung, Multimedia), so immerhin 350 bis 400 Kilometer nonstop realistisch. Danach geht es für eine Stunde an den Schnelllader um anschließend die nächste 350-km-Etappe zurückzulegen. Das ist völlig okay! Mehr zum Thema: Tipps zum E-Auto-Kauf

von Andreas Rogotzki von Andreas Rogotzki
Unser Fazit

Lassen wir die Energiegewinnung einmal komplett außer Acht, sind nicht Autos wie der neue Hyundai Kona Elektro (2018) das Problem, sondern wir Autofahrer: Wir wollen nicht umdenken. Wir wollen nicht lernen und unsere Bequemlichkeit aufgeben. Die Technik hat sich gefälligst nach uns zu richten. Tatsächlich werden Autos dem Anspruch auch dann gerecht, wenn wir künftig vor dem Losfahren erst den Stecker ziehen müssen.

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