Neuer Jaguar E-Pace (2017): Erste Testfahrt So fährt Jaguars Kompakt-SUV

von Thomas Geiger 20.11.2017

Der neue Jaguar E-Pace (2017) setzt zum Sprung an, die kompakte SUV-Konkurrenz in Grund und Boden zu fahren. Ob das gelingen kann, klärt die erste Testfahrt!

Die Briten sind auf den Geschmack gekommen und wollen mit dem neuen Jaguar E-Pace (2017) im ganz großen Stil auf der SUV-Welle reiten. Auf den größeren F-Pace folgt deshalb zu Preisen ab 34.950 Euro der kompaktere E-Pace, der Konkurrenten wie dem BMW X1, dem Audi Q3 oder dem Mercedes GLA das Leben schwermachen möchte. Dabei setzt Jaguar vor allem auf die verführerischen Formen aus der Feder von Ian Callum, der die Linien des F-Pace bei der Schrumpfkur straffer, sportlicher und noch etwas weiter in Richtung F-Type gezogen hat. Der Blick ist deshalb noch entschlossener, das Dach ist flacher, die Seitenscheiben haben eine schnellere Grafik, die Flanken sind stärker konturiert und das Heck noch knackiger. So wird der neue Jaguar E-Pace (2017) zum Sportwagen auf Stelzen, der mit einer fast schon erotischen Ausstrahlung alle Blicke fängt und die Konkurrenz der jungen Wilden gefährlich schal aussehen lässt. Zwar setzt Jaguar vor allem auf die Kunst der Verführung, aber so ganz ohne Vernunft geht es auch nicht.

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Fünf Sterne für den E-Pace

Weltrekord mit dem neuen Jaguar E-Pace (Video):

 
 

Erste Testfahrt im neuen Jaguar E-Pace (2017)

Deshalb will der neue Jaguar E-Pace (2017) auch ein praktisches Auto sein. Für sein knappes Format von 4,40 Metern bietet er deshalb nicht nur einen mit 557 bis 1237 Litern überraschend großen Kofferraum. Bei 2,68 Metern Radstand kann man selbst im Fond noch ganz ordentlich sitzen. Und wenn man erst einmal unter der tief herunter gezogenen Dachlinie durch die schmale Tür getaucht ist, geht sogar die Kopffreiheit in Ordnung. Dazu gibt es eine Ausstattung, die der jungen Zielgruppe des Nachwuchs-Jaguars Rechnung trägt: einen WLAN-Hotspot für bis zu acht Endgeräte, einen großen Touchscreen mit eigenem App-Store, ein Head-Up-Display und in den gehobenen Varianten auch digitale Instrumente. Von Selbstverständlichkeiten wie der automatischen Abstandsregelung und der Kameraüberwachung ganz zu schweigen. Dummerweise allerdings merkt man dem neuen Jaguar E-Pace (2017) aber den Druck an, unter dem die Kostenrechner gestanden haben müssen und das Alter des F-Type, aus dessen Baukasten er sich großzügig bedient. Denn während Land Rover mit dem Range Rover Velar gerade neue Standards in Sachen Infotainment gesetzt hat, fährt der E-Pace in dieser Disziplin hinterher.

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Neuer E-Pace mit sportlichem Charakter

Doch haben die Briten dem neuen Jaguar E-Pace (2017) einen sportlichen Charakter gegeben. Das liegt weniger an den Motoren, die allesamt vier Zylinder und zwei Liter Hubraum haben: Die drei Diesel reichen von 150 über 180 bis 240 PS, bei den Benziner stehen die Leistungsstufen 250 oder 300 PS zur Wahl. Und es liegt auch nicht so sehr an den Fahrleistungen, die mit einem Sprintwert von 6,4 Sekunden auf 100 km/h und einem Spitzentempo von 243 km/h beim Top-Modell nicht schlecht sind. Was den E-Pace wirklich zum sportlichen Schrittmacher unter den kleinen SUV macht, ist alleine die Sitzposition. Wie ein Ball im ledernen Handschuh eines Baseball-Spielers in den stark konturierten Sitzen gefangen und vom weit herum gezogenen Cockpit umrahmt, fühlt man sich der Straße und dem Auto viel näher als im technisch identischen Evoque oder der Konkurrenz aus Deutschland – und hat entsprechend mehr Spaß bei der Sache. Zwar ist weder das Fahrwerk sonderlich sportlich abgestimmt, noch ist die Lenkung übermäßig scharf und spitz, trotzdem tollt und tobt man mit dem neuen Jaguar E-Pace (2017) über die Landstraße als habe man vom Quell der ewigen Jugend getrunken. Und als kleinster und handlichster Jaguar der Neuzeit fühlt sich mit dem SUV auch der Stadtverkehr frei und unbeschwert an. Doch darf man sich von dieser Leichtigkeit nicht täuschen lassen: Ohne jeden Zweifel wird der E-Pace schon bald der meistverkaufte.

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