Neuer Mercedes EQC (2019): Testfahrt begleitet Der stromernde Stern

von Thomas Geiger 04.09.2018

Wir dürfen mit dem noch getarnten neuen Mercedes EQC (2019) eine erste Testfahrt begleiten. Das Elektro-SUV im Format des GLC soll eine hohe Alltagstauglichkeit bieten und mit viel Komfort glänzen! 

Es hat mit dem neuen Mercedes EQC (2019) zwar ein bisschen länger gedauert. Doch so ganz langsam steht auch Mercedes unter Strom. In und um Sindelfingen läuft sich der EQC endlich warm: Schon vor knapp zwei Jahren als Studie ins Rampenlicht gerückt, soll er mit dem Format des GLC und dem ersten, vom E-Smart abgesehen, Elektroantrieb aus Stuttgart zu einem Schätzpreis jenseits der 70 000 Euro gegen Tesla Model X, Audi e-tron quattro und Jaguar i-Pace ins Rennen gehen. Weil das aber immer noch ein gutes Jahr dauert und Mercedes damit ordentlich hinterherfährt, wollen die Schwaben zumindest kommunikativ zur Konkurrenz aufschließen und haben deshalb jetzt schon einmal zur Mitfahrt gebeten. Dabei erlebt man den EQC als einen Mercedes, der von der Stammkundschaft vergleichsweise wenig Transferleistung erfordert. Von außen, weil der Wagen zumindest unter der groben Tarnung verdächtig nach einem GLC aussieht, der ein paar Zentimeter in die Länge geht, ein schrägeres Heck bekommt und sich ein bisschen flacher in den Wind duckt. Selbst wenn sich hinter der psychedelischen Folie ein Kühlergrill im Smartphone-Design verbirgt, muss man nicht Captain Future sein, um den EQC als Mercedes zu erkennen. Gleiches gilt für innen, weil das elektrische SUV auch hier ganz nah am Hier und Heute bleibt: Unter den Tarnmatten schimmert lediglich ein bisschen Rosé-Gold durch, das Designchef Gordon Wagener zur Symbolfarbe der Elektromodelle erkoren hat. Die Materialien wirken etwas technischer, die Lüfter moderner und der freistehende Bildschirm hinter dem Lenkrad ein bisschen größer und schlanker. Damit dürfte der neue Mercedes EQC (2019) im Innenraum eine Art Mischung aus GLC und neuer A-Klasse sein.

Elektroauto Mercedes EQC (2019)
Mercedes EQC: Autosalon Paris 2018  

Mercedes präsentiert den EQC

Mercedes EQC Concept im Video:

 
 

Testfahrt des neuen Mercedes EQC (2019) begleitet

Vor allem aber ist das Fahren im neuen Mercedes EQC (2019) typisch Mercedes – extrem komfortabel und gediegen. Flüsterleise und wolkenweich fühlt sich der EQC dabei sogar eher nach S-Klasse als nach einem SUV an. Der über zehn Zentner schwere Akku drückt den Schwerpunkt schön tief und weil der Motor per se geräuschlos ist, haben die Ingenieure besonders gründlich auf Vibrationen und Störgeräusche geachtet. So hört man weder das typische Straßenbahngeräusch beim Beschleunigen, noch das Gefiepe draußen aus dem Lautsprecher, das der Gesetzgeber vielerorts vorschreibt. Sobald Baureihenchef Michael Kelz aufs Gas tritt, ist es mit der Gemütlichkeit allerdings vorbei: Dann fühlt sich EQ eher nach AMG an und das SUV zieht davon wie ein Sportwagen. Wozu hat der Wagen schließlich zwei E-Motoren, die zusammen 300 kW leisten und ihre 700 Nm schon mit dem ersten Wimpernschlag auf den Asphalt bringen? An der Ampel tut sich da selbst ein C 63 schwer mit dem Anschluss halten. Mit rund fünf Sekunden von 0 auf 100 macht man gegenüber dem Verbrenner so manchen Stich und Überholen wird zum Kinderspiel. Kein Wunder, dass Kelz mit seinen Prototypen am liebsten im Schwarzwald oder den Alpen unterwegs ist. Und zwar nicht, weil er dort bei den Bergabfahrten so gut rekuperieren könnte. Das macht der EQC in unterschiedlichen, individuell einstellbaren Stufen zwar so gut, dass man die Bremse kaum mehr braucht. Aber bei einem Akku von mehr als 70 kWh, intelligentem Reichweitenmanagement und vernetzter Navigation muss man nicht so genau auf den Verbrauch schauen, sondern darf auch mal zum Vergnügen mi dem neuen Mercedes EQC (2019) durch die Berge bügeln.

Elektroauto Mercedes EQ A
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Souveräne Fahrleistungen im neuen Mercedes EQC (2019)

Beim Antrieb betreten die Schwaben mit dem neuen Mercedes EQC (2019) Neuland. Ansonsten ist der elektrische Erstling aus Stuttgart vergleichsweise konventionell gestrickt. Das Design ist relativ bodenständig und im Innenraum werden wir viele Teile des GLC wiederfinden. Vorne übernimmt der EQC sogar die wuchtige Mittelkonsole samt Tunnel im hinteren Fußraum. So verschenkt er Platz, den ein Elektroauto eigentlich bieten könnte. Dieses Vorgehen hat Gründe: Zum einen will Baureihenchef Kelz in der Produktion maximal flexibel halten, um auf die schwer abzuschätzende Marktentwicklung zu reagieren und die Kosten niedrig zu halten. Der EQC ist so konstruiert, dass er in den Fabriken in Bremen und Peking über das gleiche Band laufen kann wie C-Klasse und GLC. Nur die Batteriemontage braucht eine eigene Station. Und zum anderen weiß Kelz, dass Mercedes-Kunden nicht zu den risikobereitesten und avantgardistischsten zählen. „Und die wollen wir schließlich mit auf die Reise in die Zukunft nehmen“, sagt der Baureihenleiter. Darauf müssen die Interessenten allerdings noch ein wenig warten. Denn selbst wenn Kelz noch so sehr unter Strom steht und von seinen Testfahrten schwärmt, dauert es noch immer ein knappes Jahr, bis der neue Mercedes EQC 2019 auf die Straße kommt. Außerdem wird seine Reichweite gemessen an Audi und Jaguar womöglich nicht für Rekorde reichen und über den Preis kann man bislang nur spekulieren.

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Unser Fazit

Ob Mercedes vorneweg fährt oder doch nur auf der elektrischen Welle mitschwimmt, lässt sich noch nicht sagen. Doch zumindest eine Botschaft bringt der neue Mercedes EQC ab 2019 mit: Elon Musk muss sich in seinem sonnigen Kalifornien bald warm anziehen. Denn der Stromer unter den SUV mit Stern ist der fahrende Beweis dafür, dass für Tesla die Zeiten in der Komfortzone so langsam zu Ende gehen.

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