Mazda CX-5/Nissan Qashqai/VW Tiguan: Test Neuer Qashqai fordert CX-5 und Tiguan

von Marcel Kühler 31.01.2018
Inhalt
  1. Tiguan, CX-5 und Qashqai im Test
  2. VW Tiguan mit bestem Fahrkomfort
  3. Motor/Getriebe: CX-5 mit Sauger statt Turbo
  4. Fahrdynamik bei keinem Kandidaten ausgeprägt
  5. Umwelt/Kosten: CX-5 mit Abstand am günstigsten

Test: Der beliebte Nissan Qashqai feiert deutlich aufgefrischt seinen zehnten Geburtstag. Doch reicht das aus, um Boden auf den ebenfalls noch neuen Mazda CX-5 sowie den Seriensieger VW Tiguan gutzumachen?

Pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum spendiert Nissan seinem extrem erfolgreichen Qashqai, von dem die Japaner seit dem Marktstart 2007 global 3,3 Millionen Stück verkaufen konnten, eine Frischzellenkur. Sie beschert dem smarten Kraxler nicht nur eine markantere Optik inklusive ausdrucksstarker Frontpartie. Auch die inneren Werte, sprich: die Interieur-Qualität und den Fahrkomfort, will Nissan deutlich aufgewertet haben. Ob dem tatsächlich so ist, klärt der Vergleichstest gegen den Mazda CX-5 und den VW Tiguan.

Der Mazda CX-5 im Video:

 
 

Tiguan, CX-5 und Qashqai im Test

Sie haben sich bei Nissan sichtlich Mühe gegeben, den Innenraum des Bestsellers zu entstauben. Feinere Materialien und das gut in der Hand liegende neue Lenkrad steigern die Wohlfühlatmosphäre. Die Verarbeitung erreicht im Detail aber nach wie vor nicht die akribische Ausführung des VW, was an manch ungenauem Oberflächen-Übergang deutlich wird. Das Facelift ändert freilich nichts am Raumangebot. Das bedeutet, dass der Nissan – wie auch der Mazda – vorn wie hinten ausreichend Platz für je zwei Erwachsene bietet. An den Innenraum des VW, der gerade hinten großzügiger geschnitten ist, reichen aber beide Japaner nicht heran – zumal das optionale Panoramadach die Kopffreiheit in unserem Test-Qashqai nochmals einschränkt. Ungeschlagen ist ferner das Gepäckraumvolumen des Tiguan. Mit 615 bis 1655 Liter Fassungsvermögen eignet sich das deutsche SUV am ehesten für anspruchsvolle Transportaufgaben. Dazu passt, dass der VW-Testwagen die höchste Zuladung bereitstellt, nämlich 536 kg. Dagegen wirken die 407 Kilogramm, die der Nissan einladen darf, geradezu mickrig. Ebenfalls nicht besonders ausgeprägt ist seit jeher die Variabilität des Qashqai, der lediglich eine zweiteilig umlegbare Rücksitzlehne mitbringt. Der Mazda CX-5 verfügt hingegen serienmäßig über eine dreiteilige Fondsitzlehne und einen doppelten Ladeboden inklusive praktischer Verstaumöglichkeit für die in Rolloform ausgeführte Laderaumabdeckung. VW hingegen behält die dreiteilige Fondsitzlehne den höheren Ausstattungslinien vor. Immerhin: Bereits in der Basisausstattung Trendline offeriert der Wolfsburger eine längs verschiebbare Rücksitzanlage. Traditionell recht üppig ist die Sicherheitsausstattung des Qashqai, die serienmäßig unter anderem eine Verkehrszeichenerkennung und einen Notbremsassistenten umfasst. Ab Produktionsmonat 11/2017 soll dieser laut Nissan auch Fußgänger erkennen. Der Mazda CX-5 hat dieses Feature bereits jetzt ab Werk an Bord. Die meisten anderen Assistenten, wie aktives Spurhalten, Toter-Winkel-Warner oder die Pausenempfehlung, kosten allerdings extra. Das Problem der beiden Japaner: Der Tiguan hat noch etliche Assistenzsysteme mehr vorzuweisen – jedenfalls gegen Aufpreis. Optional lässt sich der Wolfsburger beispielsweise mit einer Anhängerstabilisierung oder einer Stau-Folgeautomatik ausrüsten.

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VW Tiguan mit bestem Fahrkomfort

Mit umfangreichen Maßnahmen (u.a. softere Federn, neue Dämpfer, dickerer Querstabilisator) soll der überarbeitete Qashqai laut Hersteller souveräner als bislang auf Fahrbahnunebenheiten reagieren. Auf der Autobahn allerdings ist die Karosserie des Nissan, wie auch die des Mazda CX-5, in unserem Test immer noch stets leicht in Bewegung. Gröbere Schäden in der Asphaltdecke gleichen beide Asiaten hingegen recht ordentlich aus – gerade vor dem Hintergrund, dass sie mit 19 Zoll großen Rädern bestückt sind, die naturgemäß weniger Eigendämpfung als die 18-Zöller des VW mit sich bringen. Darüber hinaus bestreitet der Tiguan den Test als einziger mit elektronisch geregelten Dämpfern. Das 1045 Euro teure, ab der mittleren Ausstattung Comfortline verfügbare DCC-Fahrwerk bringt dem VW einen maßgeblichen Wettbewerbsvorteil beim Federungskomfort. Er liegt ruhiger auf der Autobahn und lässt sich auch von gröbsten Fahrbahnschäden nicht nachhaltig aus der Ruhe bringen. Zudem verfügen seine Feder-Dämpfer-Elemente über die größten Reserven bei maximaler Beladung.

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Motor/Getriebe: CX-5 mit Sauger statt Turbo

Alle drei Kandidaten bestreiten den Test mit Vierzylinder-Benzinern, Schaltgetriebe und Vorderradantrieb. Doch während der Nissan und der VW ihre Aggregate mit einem Turbolader unter Druck setzen, handelt es sich beim SKYACTIV-Aggregat des CX-5 um einen klassischen Sauger. Den insgesamt spritzigsten Eindruck hinterlässt der Nissan, dessen 163 PS starker 1,6-Liter-Turbo das SUV in 7,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigt. Allerdings benötigt der Direkteinspritzer in unserem Test vergleichsweise hohe Drehzahlen – unter 3000 Touren ist nicht viel mit ihm los. Der 150 PS starke Turbobenziner des Tiguan ermöglicht hingegen am ehesten im mittleren Drehzahlbereich einen kraftvollen Durchzug – erkennbar auch am großen Vorsprung bei den Elastizitätsprüfungen. Übrigens: Der 1,4-Liter-TSI ist der erste Benziner aus dem VW Konzern, der mit einem Partikelfilter ausgerüstet ist. Der Umstieg in den Mazda verdeutlicht indes, wie verwöhnt wir mittlerweile von aufgeladenen Triebwerken sind. Der 2,0 Liter große, 165 PS starke Sauger wirkt über das gesamten Drehzahlband angestrengter und weniger kraftvoll als die Konkurrenz. Gerade bei der Elastizität fällt er deutlich zurück. Super hingegen ist die sportwagenähnliche Schaltung. Sie erinnert mit ihren kurzen und exakt definierten Wegen an die der Spaßmaschine MX-5. Und auch der Verbrauch geht in Ordnung: Mit 7,4 Litern konsumiert der Japaner im Test genauso viel Kraftstoff wie der VW, während sich der Nissan 0,3 Liter mehr Sprit gönnt.

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Nissan Qashqai Facelift (2017): Preis und Motoren  

Das kostet das Qashqai Facelift

 

Fahrdynamik bei keinem Kandidaten ausgeprägt

Auf dem Test-Handlingkurs outet sich keiner der drei Testkandidaten als veritable Sportskanone. Die schnellste Rundenzeit bringt der Tiguan zustande. Allerdings will der VW gefühlvoll pilotiert werden. Zu hartes Einlenken ruft das strenge ESP auf den Plan, das die Fuhre massiv einbremst. Das Gleiche gilt für den Qashqai, der von seinem elektronischen Rettungsanker sogar fast bis zum Stillstand eingefangen wird, am Ende aber nur 0,7 Sekunden langsamer als der VW ist. Ein weiteres Phänomen: Nach kurzen, harten Bremsmanövern öffnet seine Bremse erst verzögert wieder. Das Schlusslicht dieses Testabschnitts bildet dennoch der Mazda CX-5, der mit einem weniger sportlichen Reifenprofil als die Rivalen auf Zeitenjagd gehen muss. Am Ende fehlen 3,6 Sekunden auf den Spitzenreiter – da hilft auch die angenehm direkte Lenkung kaum weiter. Etwas überraschend: Trotz der haftstarken Michelin- beziehungsweise Continental-Bereifung haben sowohl der Nissan als auch der VW in engen Kurven mit starken Traktionsverlusten zu kämpfen. Überragend hingegen sind die kurzen Bremswege der beiden Wettstreiter. Mit kalter und warmer Bremsanlage benötigen VW und Nissan deutlich weniger als 34 Meter für eine Vollbremsung aus 100 km/h bis zum Stand. Dem hat der Mazda mit je 35,3 Metern nicht viel entgegenzusetzen.

 

Umwelt/Kosten: CX-5 mit Abstand am günstigsten

Inklusive der test- und bewertungsrelevanten Extras ist der Nissan gerade einmal 542 Euro günstiger als der VW. Dafür ist er in der Basis besser ausgestattet und verfügt im Gegensatz zum Tiguan über eine Klimaautomatik statt einer manuellen Klimaanlage und über Leichtmetallräder statt einfacher Stahlräder. Auch die Garantieleistungen sind bei Nissan großzügiger. Dennoch sichert sich der Mazda CX-5 mit großen Abstand den Sieg im Kostenkapitel. Der Grund: Sowohl in puncto Grundpreis als auch bewerteter Preis ist der schicke Japaner deutlich günstiger als seine Kontrahenten.

Technische DatenMazda CX-5 Skyactiv-G 165Nissan Qashqai 1.6 DIG-T
Motor4/4, Turbo4/4, Turbo
Hubraum1998 ccm1618 ccm
Leistung165 PS163 PS
Maximales Drehmoment210 Nm240 Nm
Getriebe6-Gang, manuell6-Gang, manuell
AntriebVorderradVorderrad
0-100 km/h9,5 s8,7 s
Höchstgeschwindigkeit201 km/h200 km/h
Leergewicht1360 kg1315 kg
Kofferraum506-1620 l430-1585 l
L/B/H in mm4550/1840/16804394/1806/1590
Testverbrauch7,4 l S/100 km7,7 l S/100 km
Grundpreis24.990 Euro26.790 Euro
Testwagenpreis26.586 Euro31.358 Euro
Platzierung23
Technische DatenVW Tiguan 1.4 TSI ACT BlueMotion Technology
Motor4/4, Turbo
Hubraum1395 ccm
Leistung150 PS
Maximales Drehmoment250 Nm
Getriebe6-Gang, manuell
AntriebVorderrad
0-100 km/h9,3 s
Höchstgeschwindigkeit202 km/h
Leergewicht1415 kg
Kofferraum615-1655 l
L/B/H in mm4486/1839/1673
Testverbrauch7,4 l S/100 km
Grundpreis28.150 Euro
Testwagenpreis31.900 Euro
Platzierung1

von Marcel Kühler von Marcel Kühler
Unser Fazit

Dem beliebten Nissan Qashqai hat die Modellpflege sichtlich gut getan. Neben der insgesamt wertigeren Innenraumanmutung gefällt der Crossover im Test mit seinem kräftigen Antrieb. Und dank seiner hervorragenden Bremsperformance sichert er sich in der Eigenschaftswertung sogar den zweiten Platz – vor dem Mazda CX-5. Dass sich der zweite Japaner im Testfeld in der Endabrechnung dennoch vor den Qashqai schiebt, liegt an dem erheblich günstigeren bewerteten Preis. Weitere Vorzüge des Mazda sind der gute Fahrkomfort und die großartige Schaltung. Den Testsieg des VW Tiguan können aber beide Asiaten nicht verhindern. Mit seinem üppigen Platzangebot, dem riesigen Kofferraum sowie der umfangreichen Sicherheitsausstattung weist er seine Kontrahenten einmal mehr in die Schranken.

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