NOx-Katalysator ohne AdBlue: So funktioniert's! Neuer Kat reinigt Abgase ohne Zusätze

von Alexander Koch 01.11.2017

Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich und der RWTH Aachen arbeiten an einem neuartigen NOx-Katalysator, der ohne AdBlue auskommt und die herkömmliche Abgasreinigung deutlich verbessern soll. Alle Informationen!

Gibt es bald eine neue Lösung für die Blaue Plakette und im Kampf gegen zu hohe Stickoxid-Werte durch Dieselmotoren? Setzen zahlreiche Autobauer bei der Abgasreinigung ihrer Dieselmodelle auf den AdBlue-Zusatz, könnte ein neuartiger NOx-Katalysator ohne AdBlue diese Form der Abgasreinigung vereinfachen und zugleich verbessern. Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich und der RWTH Aachen entwickeln derzeit mit den Industriepartnern Ford, Deutz, Sasol, FEV, Umicore sowie Clariant diesen neuartigen Kat. Die Basis bilden Materialien für keramische Hochtemperaturbrennstoffzellen (SOFC), die in abgewandelter Form einen Speicher für Stickoxide (NOx) bilden. Sobald der NOx-Speicher im Katalysator voll ist, beginnt ein Regenerationsprozess, für den der Katalysator Wasserstoff benötigt. Dafür läuft der Motor kurzzeitig "fett", dem Kraftstoff-Luft-Gemisch wird also weniger Luft zugeführt und ist daher sauerstoffärmer. In der Folge stößt der Motor Wasserstoff (H2) und Kohlenmonoxid (CO) aus, letzteres reagiert mit dem Wasserdampf in den Abgasen zu Kohlendioxid (CO2) und Wasserstoff. Steht nun ausreichend H2 zur Verfügung, reagiert er zusammen mit den im NOx-Speicher eingelagerten Stickoxiden zu Ammoniak (NH3), der ebenfalls gespeichert wird.

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Neuer NOx-Katalysator ohne AdBlue

Im normalen Fahrbetrieb kann der gespeicherte Ammoniak schließlich die Stickoxide im Abgas in harmlosen Stickstoff umwandeln. Sobald der NH3 aufgebraucht ist, beginnt der Kreislauf von vorne. Dieser soll nach Angaben der Forscher keine weitere Energie benötigen, da die chemischen Reaktionen durch die Abgaswärme erfolgen können. Das ist einer von insgesamt drei Vorteilen des NOx-Katalysators ohne AdBlue: Die Technologie benötigt außerdem keine teure und umfangreiche Zusatzausstattung, um dem Abgastrakt Harnstoff zuzuführen und er ist effektiver. Die herkömmliche Abgasreinigung arbeitet nämlich erst ab einer Abgastemperatur von 150 Grad Celsius. Eine Temperatur, die im Stadtverkehr oft nicht erreicht wird. "Wir stehen mit unserer Forschung noch ganz am Anfang. Aber wenn alles gut läuft, werden wir innerhalb von drei Jahren einen Prototypen fertigstellen, der von den beteiligten industriellen Partnern direkt für die Integration in neue Fahrzeugmodelle übernommen werden kann", erklärt Dr. Jürgen Dornseiffer vom Forschungszentrum Jülich zum NOx-Katalysator ohne AdBlue.

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