Elektro-Tretroller: Gesetz & Test zum E-Scooter So gut klappt das E-Scooter-Sharing

von Sven Kötter 01.07.2019
Inhalt
  1. Elektro-Tretroller seit dem 15. Juni 2019 per Gesetz erlaubt
  2. Auch Hoverboards sollen legalisiert werden
  3. Test: E-Scooter-Sharing in Köln
  4. So klappt Elektro-Tretroller-Fahren mit Tier & Lime

Elektro-Tretroller, sogenannte E-Scooter, sind seit dem 15. Juni 2019 per Gesetz erlaubt – allerdings mit Einschränkungen. Im Test: E-Scooter-Sharing in Köln. Dieser Artikel wurde am 01.07.2019 aktualisiert.

Der Weg für Elektro-Tretroller, sogenannte E-Scooter, ist frei: Am 15. Juni 2019 ist eine Verordnung mit der generellen Zulassung und den technischen Anforderungen in Kraft getreten, so dass die Fahrzeuge nun auch in Deutschland per Gesetz erlaubt sind. Jetzt können Hersteller und Verleihfirmen weitere Vorbereitungen angehen, damit Fahrer ab 14 Jahren noch im Sommer 2019 losrollen können. Denn die Verordnung allein reicht nicht aus: Zunächst müssen die Hersteller Allgemeine Betriebserlaubnisse für ihre Modelle beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) beantragen. Die gibt es nur dann, wenn die Elektro-Tretroller die feststehenden Anforderungen erfüllen: Sie dürfene zwischen sechs und 20 km/h schnell fahren und müssen eine Lenk- oder Haltestange haben. Außerdem dürfen die Gefährte 70 Zentimeter breit, 1,40 Meter hoch und zwei Meter lang sein. Das erlaubte Maximalgewicht liegt bei 55 Kilo. Darüber hinaus sind zwei Bremsen, Licht und eine "helltönende Glocke" Pflicht. Bisher wurden jedoch schon Elektro-Tretroller verkauft, die nicht für den Straßenverkehr zugelassen waren. Erfüllen die Gefährte die Anforderungen der Verordnung nicht, können sie nachgerüstet werden. Ob Nachrüstungen angeboten werden, liegt laut Ministerium aber bei den Herstellern und Händlern. Generell müssen sich nun alle E-Scooter-Nutzer Haftpflichtversicherungen besorgen.  Mehr zum Thema: E-Taxi Moia startet Testbetrieb

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Elektro-Tretroller seit dem 15. Juni 2019 per Gesetz erlaubt

Auch Verkehrsregeln und Geldbußen für das Fahren mit Elektro-Tretrollern stehen fest. Demnach sind Gehwege für die E-Scooter zum Schutz von Fußgängern tabu, stattdessen sollen Fahrer Radwege nutzen. Gibt es keine, darf es auch die Fahrbahn sein. Außerdem müssen die Flitzer einzeln hintereinander rollen, Freihändigfahren und Anhängen an Autos sind untersagt. Bei Verstößen werden Bußgelder fällig: Wer mit einem E-Scooter ohne Allgemeine Betriebserlaubnis unterwegs ist, zahlt 70 Euro. 40 Euro kostet das Fahren ohne Versicherungsaufkleber, ein Verstoß gegen Beleuchtungsvorschriften 20 Euro. Sind Fahrer auf "nicht zulässigen Verkehrsflächen" unterwegs oder fahren doch nebeneinander, müssen 15 Euro gezahlte werden – mit Behinderung 20 Euro, mit Gefährdung 25 Euro, mit Sachbeschädigung 30 Euro. Die Regeln sollen in üblichen Verkehrskontrollen überwacht werden. Eine Helmpflicht wird es nicht geben. Dennoch appelierten Ärzte der Hamburger Asklepios Kliniken bereits Ende Mai 2019 an die Fahrer, ihre Köpfe zu schützen. Der Fahrspaß berge ein hohes Unfallrisiko: "Wir haben ja bereits langjährige Erfahrungen mit Fahrradfahrern, die ohne Helm fahren und dann mit schweren Verletzungen in unsere Klinik kommen", so der Chefarzt der Neurochirurgie Professor Uwe Kehler.

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Auch Hoverboards sollen legalisiert werden

Die Verordnung für Elektro-Roller, mit Hilfe derer die Fahrzeuge dann legal auf die Straße dürfen, könnte unter Umständen in Zukunft auch auf Hoverboards und Skateboards mit Elektromotor ausgeweitet werden. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer gab Anfang Januar 2019 bekannt, auch eine Ausnahmeverordnung für Fahrzeuge zu machen, die keine Lenk- oder Haltestange haben. Die geplante Verordnung soll mit Hilfe von wissenschaftlicher Expertise ausgearbeitet werden und dann unter anderem regeln, wo und unter welchen Bedingungen die elektrischen Fortbewegungsmittel ohne Lenkstange fahren dürfen. Bis die Verordnung in Kraft tritt, gilt für E-Kleinstfahrzeuge, PLEV (Personal Light Electric Vehicles) abgekürzt, de facto noch das Verbot im öffentlichen Straßenverkehr und die Beschränkung der Nutzung auf Privatgelände. Unter dem Kürzel "PLEV" versteht man eine komplett neue Fahrzeugklasse, deren Standards erst jüngst definiert wurden: Zu ihr zählen neben E-Scootern auch Hoverboards, E-Floater und E-Longboards. Allen gemein ist die kompakte Größe, die Elektrifizierung und der Verwendungszweck als Fortbewegungsmittel für die Kurzstrecke – auch "last mile" genannt. Man erhofft sich durch die Mikromobile eine Entlastung des öffentlichen Nah- und des motorisierten Straßenverkehrs.

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Test: E-Scooter-Sharing in Köln

Kaum waren E-Scooter per Gesetz erlaubt, haben verschiedene Sharing-Anbieter ihre Fahrzeug-Flotten quasi über Nacht in deutschen Großstädten verteilt. Ein erster Test zeigt, wie gut das sich stark ähnelnde Konzept der verschiedenen Anbieter aufgeht: Smartphone-Apps stellen quasi das Herzstück des Systems dar. Für die Anmeldung reicht meist die eigene Handynummer – hat man zusätzlich eine Kreditkarte zur Hand, kann man in wenigen Minuten starten. Während die in Köln verfügbaren Anbieter Circ und Lime lediglich diese Bezahlungsart akzeptieren, gibt es beim Konkurrenten Tier auch die Möglichkeit, seine Paypal-Daten zu hinterlegen. In die Apps integrierte Karten zeigen die Standorte der Elektro-Tretroller samt Ladestand und das jeweilige Geschäftsgebiet. Für die erste Fahrt nehmen wir uns einen E-Scooter von Tier. Der Roller besitzt ein kleines, aber gut ablesbares Display und zwei Trommelbremsen, die mit den Händen bedient werden. Ablagen gibt es keine. Wir stürzen uns ohne Erfahrung in den Großstadtverkehr. Kurz mit dem Fuß abstoßen und schon kann man mit einem kleinen Hebel am Lenker das "Gas" dosieren. Bei 20 km/h wird abgeregelt. Auch wenn das alles schnell und reibungslos klappt: Beide Hände gehören an den Lenker und die Aufmerksamkeit dem Straßenverkehr gewidmet. Beobachtet man die zahlreichen anderen E-Scooter-Fahrer, beschleicht einen das ungute Gefühl, dass viele die Gefahren unterschätzen. Eine Helmpflicht besteht übrigens nicht, auch wenn die Anbieter dies empfehlen und Lime einen Helm sogar zur Bedingung macht. Ein Grund für die Skepsis: Das Fahrverhalten der Elektro-Tretroller ist zwar an sich sicher, aber auf die kleinen Räder warten im urbanen Dschungel zahlreiche Fallen. Ob Straßenbahngleise, Schlaglöcher oder Kopfsteinpflaster – es braucht nicht viel um den Scooter vom ursprünglichen Weg abzubringen. Und trotz Federgabel bleibt der Fahrkomfort beim Test des Tier-Scooters mit Vollgummireifen minimal.

 

So klappt Elektro-Tretroller-Fahren mit Tier & Lime

Dafür klappt das Abstellen und Abmelden mit dem E-Scooter im Test tadellos. Keine Minute vergeht und der Scooter findet den nächsten Fahrer. Vorab reservieren kann man übrigens bei keinem der drei Anbieter. Für die zweite Fahrt nehmen wir einen Elektro-Tretroller von Lime. Er hat dem Modell von Tier ein großes Display und Luftreifen voraus. Auch hier klappt die Buchung und die Handhabung des Rollers tadellos. Anstatt zweier Handbremsen wird hier das Hinterrad per Fußbremse blockiert. Trotz Luftbereifung werden wir auf einer langen Kopfsteinpflaster-Passage ordentlich durchgerüttelt. Einen Vorteil durch die hochwertigere Bereifung spüren wir nicht. Und an einer kleinen Steigung kämpft der E-Scooter mühsam gegen die Gesetze der Physik. Wir legen in zwölf Minuten 2,7 Kilometer zurück und zahlen dafür 2,80 Euro. Die Kosten sind übrigens überall gleich: einen Euro Aktivierungsgebühr und 15 Cent pro Minute. Das ist nicht zwingend günstig, aber angemessen, da bei unserem Elektro-Tretroller-Test alles funktioniert und man den innerstädtischen Stau simpel und geräuschlos umfahren kann. Ein Modell von Circ sind wir mangels Verfügbarkeit noch nicht gefahren.

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