Porsche 911 GT2 RS/Toyota Yaris GRMN: Vergleich Lässt der GT2 RS den Yaris mitspielen?

von Martin Urbanke 08.02.2019
Inhalt
  1. Porsche GT2 RS & Toyota Yaris GRMN im Vergleich
  2. Porsche 911 GT2 RS ist zahlenmäßg vorn
  3. Optimale Dynamik hängt den Toyota Yaris GRMN ab
  4. Technische Daten Porsche 911 GT2 RS & Toyota Yaris GRMN

Der Vergleich zeigt, wie weit der übermächtige Porsche 911 GT2 RS vom Toyota Yaris GRMN entfernt ist. Kann der Japaner mithalten oder wird er abgehangen?

Im Vergleich trifft der Porsche 911 GT2 RS auf den Toyota Yaris GRMN. Rennwagenoptik, Extremleistung, erdacht und konstruiert in der hauseigenen Motorsportabteilung – so weit sind sich die beiden Hauptdarsteller dieser Geschichte einig. Doch ansonsten bewegen sich Toyota Yaris GRMN und Porsche 911 GT2 RS in völlig anderen Sphären. Allerdings tun sie dies beide bevorzugt in flotter Fahrt. Dafür wurden sie gebaut. Sie kitzeln auf jedem Kilometer das Maximum an Fahrspaß heraus. Ach ja: Und beide haben einen ganz besonderen Bezug zu einer der traditionsreichen Rennstrecken der Welt – dem Nürburgring. Mehr zum Thema: 600-PS-Duell auf dem Nürburgring

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Porsche 911 GT2 RS (2017): Motor & Rekord  

GT2 RS knackt Nordschleifen-Rekord

Porsche GT2 RS im Video:

 
 

Porsche GT2 RS & Toyota Yaris GRMN im Vergleich

Auf der Nordschleife hat der sich hier im Vergleich befindliche Porsche GT2 RS eine sensationelle Bestmarke in den Asphalt gebrannt: 6:47,3 min. Zwischenzeitlich ging der Rekord kurz nach Italien, bevor sich der Porsche den Pokal dank eines von Manthey-Racing (6:40,3 min) optimierten Settings zurückgeholt hat. Geschichte. Ehrfurcht gebietende Fabelzeiten wie diese hat der quirlige Toyota Yaris GRMN nicht auf dem Kerbholz. Doch deswegen spuckt er keineswegs leise Töne. Im Gegenteil. Sein mittiger Auspuff röhrt mit Inbrunst und weckt Aufmerksamkeit. Was war das denn? Ein GRMN! Ein was?!? Angelehnt an eine asiatische Kult-Website aus den 90ern taufte Toyota seine hauseigene Rennsportschmiede auf den Namen Gazoo Racing (GR). Dort entstehen die LeMans- und Rallye-Projekte sowie VLN-Rennwagen und der Yaris mit dem wenig bescheidenen Beinamen "Meister of Nürburgring" – abgekürzt: GRMN.  Doch der Bonsai-Bomber mimt nicht nur auf Babo, er hat es faustdick unter der Haube. Für Vortrieb sorgt ein in Kooperation mit Lotus entwickelter 1,8-Liter-Kompressor, der üppige 212 PS an die Vorderräder schickt. Leergewicht: 1,1 Tonnen. Da geht was. Und zwar richtig. Dank Torsendifferenzialsperre rennt der Knirps aus dem Stand in nur 6,2 s auf 100 km/h. Schluss ist erst, wenn die Elektronik bei 230 Sachen zumacht. Dabei begeistert der Vierzylinder durchweg mit einer linearen Kraftentfaltung und sattem Drehmoment. Zudem stachelt er mit seinem mal knurrenden, mal heiser fauchenden Ton und dem stets im Hintergrund sirrenden Kompressor unentwegt dazu an, mit Gas und Schalthebel rumzumachen, um den Gute-Laune-Sound zu genießen. Und der Rest der Welt soll ruhig mitbekommen, dass hier gerade einer der stärksten Kleinen überhaupt Staub aufwirbelt. Nur der Mini John Cooper Works mit 231 PS und der Renault Clio R.S. mit 220 PS haben noch mehr Qualm. Wo wir gerade beim Kräftemessen sind: Der Biturbo-Boxer mit Spritzwassergekühlten Intercoolern bringt es auf 700 PS – der 911 auf 1,5 Tonnen Leergewicht. Der Porsche sprintet in 7,9 Sekunden – auf 200 km/h. Die 100er-Marke reißt er in 2,7 Sekunden. Seine Spitze wird ebenfalls limitiert, allerdings erst bei 340 Klamotten. Damit wären die Kräfteverhältnisse fürs erste wohl geklärt. 

Neuheiten Toyota Yaris GRMN (2017)
Toyota Yaris GRMN (2017): Preis  

Yaris GRMN ab 29.900 Euro

 

Porsche 911 GT2 RS ist zahlenmäßg vorn

Um seine überlegenen Fahrleistungen ausspielen zu können, braucht der Porsche GT2 RS jedoch Auslauf. Wie lange hält der Toyota Yaris GRMN im direkten Vergleich auf kurvigen Landsträßchen mit? Sein Fahrwerk mit speziellen Sachs-Dämpfern, um 24 mm verkürzten Federn sowie strafferen Stabilisatoren lässt den GRMN wie einen Derwisch um die Ecken wirbeln. Unterstützt von einer direkter übersetzten Lenkung samt kleinem Sportlenkrad setzt er die Impulse seines Fahrers spontan und willig um. Auch wenn die Traktion trotz Sperre endlich ist und der Kompressor- Punch spürbar an den Vorderrädern zerrt, fühlt sich eine Fahrt in diesem wilden Winzling immer ein bisschen nach Rallye-Sonderprüfung an. Schade nur, dass der recht labbrig geführte Schalthebel kaum wie ein Rennsport- Bauteil wirkt. Immerhin gibt es eine mechanische Handbremse, mit deren Hilfe sich enge Kehren spektakulär und spaßig begradigen lassen. Bei solchen Aktionen fällt aber auch auf, dass der Toyota sich trotz des überarbeiteten Fahrwerks und zusätzlicher Karosserieversteifungen überraschend deutlich zur Seite neigt. Zumal man gefühlt mindestens eine ganze Handbreite zu hoch im Auto sitzt. Das weckt eher Assoziationen an familien-fade Micro-Vans als an feurig-fetzige Micro-Racer. Die Sportsitze selbst sind allerdings super: Seitenhalt? Hervorragend. Polsterhärte? Sehr angenehm. Konturierung? Passgenau. Bezug? Rutschfestgriffig. Alles fein, eben nur zu hoch eingebaut. Viel zu hoch! Egal, einmal im Angriffsmodus wirft man sich voller Elan und Euphorie in die nächste Kurve. Eingangs nicht zu übermütig werden, sonst schmiert der Yaris über die nicht mehr ganz aktuellen Bridgestone-Gummis stur geradeaus. Danach schön dosiert aufs Gas, damit die Fuhre nicht von durchdrehenden Rädern aus der Spur gerissen wird. Aber dann: Stulle! Sound und Power auskosten – und wieder bremsen fürs nächste Eck. Bis hierhin: nicht perfekt, aber gerade deshalb lustvoll und unterhaltsam. Doch das selige Grinsen des Fahrers bröckelt, wenn die Knallschote ernsthaft verzögern muss. Mehr noch als es die Messwerte verraten, enttäuscht die Anlage mit den schicken, weiß lackierten Vierkolben-Sätteln und innenbelüfteten Scheiben samt eingefrästen Rillen an der Vorderachse durch ein hartes Pedal, früh einsetzendes Fading sowie einen unklar definierten Druckpunkt. Das war nix!  

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Neuer Porsche 911 GT2 RS (2017): Erste Testfahrt  

Erste Fahrt im schnellsten Elfer

 

Optimale Dynamik hängt den Toyota Yaris GRMN ab

Der Toyota Yaris GRMN bleibt im Vergleich ohne Chance. Zumal der Porsche 911 GT2 RS im Handling genauso übermächtig auftritt wie bei den Leistungsdaten: Egal wann, wo und unter welchen Voraussetzungen: Der GRMN ist stets nur ein Zeitvertreib für den GT2 RS, der ihn jederzeit nach Belieben verputzt. Mit Leichtigkeit. Der Elfer lässt den Yaris mit aufreizender Arroganz ein paar Meter wegkommen, schließt aber sofort mit raubkatzenartiger Eleganz wieder auf, bremst sich auf den Zentimeter genau heran und beißt sich mit der Gewalt von 750 Nm in dessen Nacken fest. Die Michelin- Krallen lassen den GT2 RS dort, wo der Yaris auf seinen mausepfotig zierlichen 205er-Reifchen nahe der Haftgrenze ängstlich quiekend entlangrutscht, mit unbarmherzig festem Halt ausharren. Hektischen Richtungswechseln seiner Beute setzt der Jäger reflexartig nach. Instinktiv und frei von stressenden Adrenalin-Schüben treibt der Elfer- Dompteur den GRMN-Piloten vor sich her, dessen Courage und Talente bei forcierter Fahrt voll gefordert werden. Spaß macht beides – solange der Porsche den Kleinen gewähren lässt. Eine echte Herausforderung stellt der Gazoo-Racer für den arrivierten Elfer zwar nicht dar, doch bei einem Preisunterschied von 254.320 Euro war das ja auch nicht wirklich zu erwarten. Andererseits fühlt man sich in dem japanischen Gernegroß ähnlich gut unterhalten wie im großartigen Deutschen, der zu Recht den Titel "Sportscar of the Year" führt. Auch wenn man rein rechnerisch neuneinhalb Toyota Yaris GRMN zum Preis eines Porsche 911 GT2 RS bekommen würde, ist der Großserien-Exot noch seltener als der Kult-Sportwagen. Insgesamt 400 Stück gab’s für ganz Europa (samt UK), exakt 108 davon wurden bei uns verkauft – ausschließlich übers Internet und alle in Weiß. Einzige Option: ein Navigationssystem. Doch auch die Produktion des GT2 RS war bereits ausverkauft, als das Auto offiziell vorgestellt wurde. Entsprechend selten dürften die beiden Asphalt-Athleten im wahren Leben aufeinandertreffen. Falls doch, ist der 911 eindeutig das überlegene Renngerät – wie in den meisten Duellen. Doch der tollwütige Toyota lässt sich davon kein Stück beeindrucken und nennt sich weiter ganz vorlaut "Meister of Nürburgring". Ach, lasst ihn doch …

Fahrbericht Toyota Yaris GRMN (2017)
Neuer Toyota Yaris GRMN (2017): Erste Testfahrt  

Yaris GRMN angetestet

 

Technische Daten Porsche 911 GT2 RS & Toyota Yaris GRMN

 Porsche 911 GT2 RSToyota Yaris GRMN
Zylinder/Ventile pro Zylinder6/4; Boxer; Biturbo4/4; Kompressor
Hubraum3800 cm³1798 cm³
Leistung515 kW/700 PS bei 7000/min156 kW/212 PS bei 6800/min
Maximales Drehmoment750 Nm bei 2500-4500/min250 Nm bei 4800/min
Getriebe/Antrieb7-Gang; Doppelkupplung; Hinterradantrieb6-Gang; manuell; Vorderradantrieb
0 - 100 km/h2,7 Sekunden6,2 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit340 km/h230 km/h
Bremsweg aus 100 km/h warm30,8 Meter34,9 Meter
Leergewicht1522 Kilogramm1142 Kilogramm
Verbrauch (Werk)14,8 l S/100 Kilometer8,7 l S/100 Kilometer
Grundpreis285.220 Euro30.900 Euro

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