Opel-Verkauf an PSA: Lohscheller im Vorstand Michael Lohscheller in den PSA-Vorstand berufen

von Alexander Koch 23.07.2019
Inhalt
  1. Michael Lohscheller in den PSA-Vorstand berufen
  2. PSA verlegt Verwaltung von Köln nach Rüsselsheim
  3. PSA: Opel verkleinert das Entwicklungszentrum
  4. Erstmals Gewinn für Opel nach Verkauf an Peugeot PSA
  5. Expansion: Opel soll Russland erschließen
  6. Opel trägt zum PSA-Umsatzwachstum bei
  7. Sanierung: Opel-Mitarbeiter nehmen Tarifvertrag an
  8. Opel-Sanierungsprogramm "Pace"
  9. Technologietransfer von PSA zu Opel
  10. Opel-Personalrochade: Lohscheller neuer Chef
  11. PSA: zweitgrößter Autokonzern Europas

PSA verlegt den Standort seiner Deutschland-Zentrale noch 2019 von Köln nach Rüsselsheim. Und: Nach dem Verkauf von Opel an Peugeot konnte die PSA-Tochter erstmal seit 20 Jahren Gewinn erzielen. Am 23. Juli wurde der Opel/Vauxhall-CEO Michael Lohscheller in den PSA-Vorstand berufen. Dieser Artikel wurde am 23.07.2019 aktualisiert!

 

Michael Lohscheller in den PSA-Vorstand berufen

Michael Lohscheller, der CEO von Opel und Vauxhall, wurde mit Wirkung zum 1. September 2019 in den Vorstand der PSA-Gruppe berufen. Lohscheller, der seit 2017 an der Spitze von Opel steht, beerbt damit Jean-Christophe Quémard, der als Direktor Mittlerer Osten und und Afrika tätig war und weiterhin Mitglied des "Globalen Executive Committees" bleibt. Die Berufung Lohschellers in den Vorstand der PSA-Gruppe verdeutlicht die Bedeutung des deutschen Autoherstellers innerhalb des PSA-Konzerns und ist zugleich eine Anerkennung der Leistung des deutschen Top-Managers, der seit über 20 Jahren in unterschiedlichen Bereichen der Automobilindustrie tätig ist. Mehr zum Thema: PSA-Chef Carlos Tavares im AUTO ZEITUNG-Interivew

 

PSA verlegt Verwaltung von Köln nach Rüsselsheim

Der PSA-Konzern verlegt seine Deutschland-Zentrale noch 2019 nach Rüsselsheim am Main. Zukünftig soll hier der Standort der Verrwaltung von Peugeot, Citroen und DS Automobiles angesiedelt sein. Das gaben die Geschäftsführung und der Aufsichtsrat von Opel am 23. Mai 2019 bekannt. Die Entscheidung solle umfangreiche Synergien sowie kürzere, schnellere Entscheidungswege ermöglichen: "Die Bündelung aller Deutschland-Aktivitäten der Groupe PSA zeigt, wie sehr Opel mittlerweile ein integraler Bestandteil der Groupe PSA ist", so Opel-CEO Michael Lohscheller. Zudem biete Rüsselsheim als Gründungsort und Stammsitz von Opel eine hervorragende Infrastruktur. Auswirkungen auf die klare Differenzierung der einzelnen Globale Globale Globale Globale Globale Globale Globale Globale Globale Globale Marken soll die Verlegung der Deutschland-Zentrale von Köln an den Main nicht haben. Sie sollen "auch weiterhin eigenständig am Markt agieren und die Kunden individuell ansprechen", heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung. Für die derzeit 180 Beschäftigten im Innendienst in Köln soll der Standortwechsel sozialverträglich gestaltet werden, indem ihnen ein sicherer und zukunftsfester Arbeitsplatz in Rüsselsheim angeboten wird. Über die Konditionen eines Wechsels soll zeitnah verhandelt werden.

Opel-Modellpalette im Video:

 
 

PSA: Opel verkleinert das Entwicklungszentrum

Nach dem Opel-Verkauf an Peugeot PSA ist der deutsche Autobauer dem Vorhaben, das Entwicklungszentrum am Stammsitz in Rüsselsheim zu verkleinern, deutlich näher gekommen. Das Unternehmen einigte sich mit dem Betriebsrat auf eine gemeinsame Vorgehensweise beim geplanten Wechsel zahlreicher Opel-Ingenieure zum Dienstleister Segula, wie er am Mittwoch, 20. März 2019, verkündete. Demzufolge könnte jeder Ingenieur wählen, ob er zu Segula geht oder eine Abfindung kassiert. Diese staffelte sich nach verschiedenen Kriterien. Opel verkleinert damit seine Entwicklungszentrum um 2000 auf dann 5000 Mitarbeiter. Bis dato hatte es immer wieder Streit zwischen Opel und dem Betriebsrat gegeben, der den bei der Übernahme bis 2023 ausgehandelten Kündigungsschutz eingefordert hatte. Gegen die Kritik, mit der Verkleinerung des Entwicklungszentrums Opel die Zukunft zu nehmen, hatten sich sowohl PSA-Chef Carlos Tavares als auch Opel-Chef Michael Lohscheller stets verteidigt. "Unser Engineering ist und bleibt Kern von Opel", so Lohscheller. Alle künftigen Opel-Modelle sollen in Rüsselsheim entwickelt werden.

 

Erstmals Gewinn für Opel nach Verkauf an Peugeot PSA

Anderthalb Jahre nach dem Opel-Verkauf von General Motors (GM) an den französischen PSA-Konzern (Citroën, DS, Peugeot) konnte die Gruppe den Gewinn und den Umsatz steigern. Der Gewinn des französischen Autokonzerns stieg um 40,4 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Die PSA Tochter Opel erzielte einen Umsatz von 18,3 Milliarden Euro und macht erstmals seit 20 Jahren wieder Gewinn. Tatsächlich verbuchten die Rüsselsheimer nach eigenen Angaben 2018 das beste Betriebsergebnis in der 157 Jahre langen Geschichte des Unternehmens: 859 Millionen Euro standen am Jahresende unterm Strich – allerdings vor dem Abzug von Zinsen und Steuern. Diesen sogenannten operativen Gewinn (EBIT) hat Opel allerdings mit einer zum Großteil von General Motors entwickelten Fahrzeugflotte eingefahren. Der Erfolg von Opel ist unter anderem auf das unter dem amtierenden Vorstandschef Michael Lohscheller aufgelegte Restrukturierungsprogramm "Pace" zurückzuführen, das insgesamt 45 Strategiepunkte umfasst. So konnten die Produktionskosten der deutschen Traditionsmarke pro Fahrzeug um 367 Euro reduziert werden. Auch die Fixkosten konnte Opel nach eigenen Angaben um 27 Prozent reduzieren. So wurden nicht oder kaum genutzte Werksflächen verkauft oder vermietet. Außerdem sank der Anteil der Lohnsumme am Umsatz sank um 2,6 Prozent auf 12,6 Prozent – das Ergebnis von Lohnverzicht und Stellenabbau über ein Abfindungsprogramm sowie Altersteilzeit.

 

Expansion: Opel soll Russland erschließen

Um auch in den kommenden Jahren erfolgreich zu sein, verkündete der PSA-Konzernchef Carlos Tavares sein Vorhaben, neue Märkte zu erschließen und auch außerhalb von Europa Gewinn zu machen. Dazu soll die Marke Peugeot auf den nordamerikanischen Kontinent vordringen. Den Ingenieuren in Rüsselsheim kommt dabei besondere Bedeutung zu. Ihre jahrzehntelange Erfahrung bei der Abstimmung und Homologation europäischer Modelle für die Anforderungen des US-Marktes – zum Beispiel für Opel-Fahrzeuge, die dort als Buick verkauft werden – wird künftig den französischen Kollegen zugutekommen. Citroën soll in Indien expandieren. Und die PSA-Tochter Opel soll zukünftig wieder auf dem russischen Markt Fuß fassen, dem sie Ende 2015 den Rücken gekehrt hat. Noch immer sind mehr als eine Millionen Autos mit Blitz auf Russlands Straßen unterwegs. 

 

Opel trägt zum PSA-Umsatzwachstum bei

Auch dank Opel steigert Peugeot PSA im Herbst 2018 kräftig seinen Umsatz: Die Franzosen vermelden gegenüber dem Vorjahresraum ein Plus von 7,8 Prozent im dritten Quartal 2018. Der Umsatz ist demzufolge auf 15,4 Milliarden Euro gewachsen. Opel mit der britischen Schwestermarke Vauxhall hat daran einen kräftigen Anteil: Diese setzten im Quartal 3,88 Milliarden Euro um, was einem Wachstum von 39 Prozent entspricht. In den ersten neun Monaten 2018 steigerte der PSA-Konzern seinen Umsatz insgesamt auf rund 54 Milliarden Euro (plus 29 Prozent). Angaben zum Gewinn machte der Autobauer hingegen nicht. Die Meldung des gestiegenen Umsatzes knüpft annähernd nahtlos an die Gewinnnachricht Opels im Sommer 2018 an: Nach 18 Jahren Verlustgeschäft hatten die Rüsselsheimer im ersten Halbjahr 2018 ein Betriebsergebnis von 502 Millionen Euro erreicht. Vor allem die um 28 Prozent gesunkenen Fixkosten hatten zum Gewinn Opels beigetragen, wie PSA-Chef Carlos Tavares im Juli 2018 sagt. Mit weltweit 572.000 in den ersten sechs Monaten 2018 verkauften Autos waren es nämlich weniger als ein Jahr zuvor unter GM-Regie (599.000 Einheiten). Seit 1999 hatte Opel keinen Gewinn mehr abgeliefert. Die Gründe für den Niedergang der deutschen Marke waren vielfältig: Nach den Glanzzeiten in den 1960er und 70er-Jahren folgten Modelle, die dem gleichzeitigen Aufstieg des Konkurrenten Volkswagen mit seinem Golf wenig entgegen zu setzen hatten. Ein ausschließlich auf niedrigste Preise fixierter Einkauf unter dem Spanier Ignacio Lopez brachte dem Hersteller eine heftige Qualitätskrise ein, während die Fehler in der Modellpolitik nicht abrissen. Mehr zum Thema: Opel-Rückruf wegen Abschalteinrichtungen

 

Sanierung: Opel-Mitarbeiter nehmen Tarifvertrag an

Die Opel-Beschäftigten haben ein Jahr nach dem Opel-Verkauf an Peugeot PSA den Tarifvertrag zur Sanierung des Autobauers angenommen. 96 Prozent der Teilnehmer haben dem Kompromiss zugestimmt, gab die IG Metall im August 2018, bekannt. Die Einigung sieht keine betriebsbedingten Kündigungen bis zum 31. Juli 2023 vor und deckelt die Zahl der Vorruhestandsregelungen auf 3700. Zudem hat Mutterkonzern PSA Investitionen in Milliardenhöhe für alle deutschen Standorte in Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern angekündigt. Dafür macht die Gewerkschaft Zugeständnisse beim Lohn und verschiebt zeitlich Erhöhungen aus dem Flächentarifvertrag. Eine Entscheidung zu einem möglichen Teilverkauf des Rüsselsheimer Entwicklungszentrums gibt es hingegen nicht. "Wir haben alle unsere Werke wettbewerbsfähig gemacht und können nun die Investitionsentscheidungen auslösen", kommentierte Opel-Chef Michael Lohscheller seinerzeit die im Mai 2018 erzielte Einigung. Besonders dringend ist das im Werk Eisenach, wo vom kommenden Jahr an der Geländewagen Crossland X den auslaufenden Corsa ersetzen soll. Statt eines zweiten Modells plant Opel dort weiterhin nur die zusätzliche Montage eines Crossland-Hybrid-Modells. Dafür wurde aber der auf Eisenach entfallene Personalabbau auf 450 Leute begrenzt, rund 300 weniger als zunächst geplant. Für das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim wurden weitere Projekte benannt wie die Entwicklung der nächsten Generation der 1,6-Liter-Benzinmotoren, die in der gesamten PSA-Flotte eingebaut werden. Für die Einigung mussten die rund 15.000 Beschäftigen zustimmen.

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Opel-Sanierungsprogramm "Pace"

Anfang November 2017 hat Opel sein Sanierungsprogramm "Pace" vorgestellt. Die wichtigste Neuigkeit: Opel will den Neustart ohne betriebsbedingte Kündigungen und Werkschließungen schaffen. Trotzdem müsse erneut mit den Gewerkschaften verhandelt werden, denn laut des Sanierungsplans sollen Lohnkosten über Abfindungen, innovative Arbeitszeitkonzepte und Altersteilzeit gesenkt werden. Noch bis Ende 2018 sind die rund 19.000 Opel-Beschäftigten in Deutschland vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. Noch vor der Vorstellung des Sanierungsplans hatte PSA-Chef Carlos Tavares den Druck erhöht: "Allen muss klar sein, dass der Status quo bei Opel keine Option ist", sagte er. Die Fabriken der einstigen General-Motors-Tochter seien nicht effektiv genug und erfüllten die eigenen Vorgaben nicht. Bei der britischen Schwester Vauxhall machen die Franzosen bereits ernst und wollen sich von jedem vierten der rund 1600 Beschäftigten im Astra-Werk Ellesmere Port trennen, unter anderem mit Abfindungen. Bei den Konsumenten im bislang größten Einzelmarkt des Opel/Vauxhall-Verbundes grassiert die Brexit-Angst, der Absatz schwächelt merklich. Britische Analysten wie Evercore gehen bereits von einer Schließung in Ellesmere Port und bis zu zwei weiteren Opel-Werken in Europa aus, sollte PSA nicht zusätzliche Kapazitäten für seine anderen Globale Globale Globale Globale Globale Globale Globale Globale Globale Globale Marken benötigen.

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Technologietransfer von PSA zu Opel

Wohin die Reise unter PSA technisch geht, sieht Opel seit 2012 im eigenen Unternehmen: Mit den Franzosen sind inzwischen vier Modelle, etwa Opel Crossland X und Opel Grandland X, auf den Weg gebracht worden, in denen ein Großteil Peugeot-Technik tickt. Aus Lizenz- und Kostengründen muss Opel zudem möglichst schnell aus dem Entwicklungsverbund mit der alten Mutter General Motors (GM) herausgelöst werden. Das lässt die Fragezeichen hinter geplanten Modellen größer werden, die noch auf GM-Plattformen aufbauen, namentlich des Mokka-X-Nachfolgers und der SUV-Version des Flaggschiffs Insignia. Der nächste Corsa wird bereits auf eine PSA-Basis umgeplant. In Zukunft könnte den Opel-Ingenieuren bei etlichen Autos nur noch der äußere Feinschliff als Aufgabe bleiben, um die neuen Opels von den Schwestermodellen der anderen Konzernmarken Peugeot, Citroën und DS unterscheidbar zu machen. Tavares schätzt an den Opel-Autos ihre "Germanness", den deutschen Stil, den man auch auf anderen Märkten in der Welt gut verkaufen könnte. Fragt sich, wieviel deutsches Engineering es dafür braucht. Mehr zum Thema: Opel-Vorwürfe im Dieselskandal

 

Opel-Personalrochade: Lohscheller neuer Chef

Opels Vorstandschef Karl-Thomas Neumann hatte das Unternehmen mit der Übernahme durch PSA im Juni 2017 verlassen. Für seinen Nachfolger Michael Lohscheller kam der bisherige PSA-Controller Philippe de Rovira als Finanzchef in den Vorstand. Auch drei neue Bereichsvorstände wurden berufen. Außerdem hat Opel seine Organisation verschlankt und Opel Marketing sowie Vertrieb zusammengelegt. Die bisherige Chefin des Opel-Marketings, Tina Müller, schied deshalb Ende September 2017 aus. Die zusammengelegten Abteilungen übernahm Vertriebschef Peter Küspert. Mit der Übernahme stellte Opel auch sein neues Logo und einen neuen Globale Globale Globale Globale Globale Globale Globale Globale Globale Globale Markenspruch vor. Der Wandel von "Wir leben Autos" hin zu "Die Zukunft gehört allen" und das minimalistischere Logo sollen die Entwicklung Opels vom Autohersteller zum "Mobilitätsdienstleister" unterstreichen.

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PSA: zweitgrößter Autokonzern Europas

Seit dem 1. August 2017 gehört Autobauer Opel zum französischen PSA-Konzern. Zuvor hatte die EU-Kommission der seit März 2017 verhandelten Übernahme kartellrechtlich zugestimmt. PSA zahlte für das GM-Europa-Geschäft inklusive der britischen Opel-Schwester Vauxhall und der Finanzsparte rund 2,2 Milliarden Euro. GM-Finanzvorstand Chuck Stevens hatte die Kosten für den Verkauf auf 5,5 Milliarden Dollar (4,7 Mrd. Euro) beziffert, da GM noch Pensionsverpflichtungen für die Mitarbeiter übernimmt. Opel/Vauxhall beschäftigt etwa 38.000 Mitarbeiter in sieben europäischen Ländern, die Hälfte davon in Deutschland. Mit der Übernahme entstand gemessen an den Absatzzahlen der nach Volkswagen zweitgrößte Autokonzern Europas mit einem Marktanteil von rund 17 Prozent. Zuvor hatte Opel seit 1929 zu General Motors gehört und war zeitweise der größte Autobauer in Deutschland. Seit 1999 hatten die Rüsselsheimer mit ihrer britischen Schwestermarke Vauxhall allerdings keinen operativen Jahresgewinn mehr abgeliefert. Mehr zum Thema: Das ist der neue Opel Corsa GSi

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