Renault-Nissan (Dacia): Bilanz 2018 & Carlos Ghosn Gericht lehnt Freilassung Ghosns weiterhin ab

von Max Sonnenburg 22.01.2019
Inhalt
  1. Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn weiterhin in Untersuchungshaft
  2. Nachfolge für Carlos Ghosn bei Renault gefordert
  3. Renault, Nissan & Mitsubishi bekennen sich zur Allianz
  4. Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn verhaftet, entlassen & angeklagt
  5. Interne Untersuchung: Ghosn-Bezahlung rechtmäßig
  6. Ghosn-Entlassung: Renault-Nissan-Fusion unklar
  7. Dacia-Erfolg pusht deutsche Renault-Bilanz 2018

Nachdem der ehemalige Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn im November 2018 verhaftet wurde, kämpft der Anwalt des 64-Jährigen weiterhin für dessen Freilassung auf Kaution. Die wurde Mitte Januar 2019 zum wiederholten Mal abgelehnt. Trotz der Ghosn-Affäre will Nissan an der Allianz mit Renault und Mitsubishi festhalten. Und: Renault-Nissan sowie Dacia nennen die Bilanz von 2018. Dieser Artikel wurde am 22.01.2019 aktualisiert!

Der Ex-Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft. Nachdem seine rechte Hand, Greg Kelly, bereits auf Kaution frei kam, kämpft Goshn noch immer um seine Entlassung aus der Untersuchungshaft. Auch den jüngsten Vorschlag Ghosns, bei seiner Entlassung auf Kaution eine Fußfessel zu tragen, seinen Pass abzugeben und für die Bewacher selber zu bezahlen, stimmte das Bezirksgericht Mitte Januar 2019 nicht um. Währenddessen wächst die Kritik am japanischen Justizsystem. Die Frau des Ex-Managers beklagt, dass ihr Mann grob und ungerecht behandelt werde und wandte sich an die Menschenrechtsorganisation Human Rights. Wann der Prozess gegen Carlos Ghosn  beginnt, ist nicht bekannt. Der Ex-Manager weist sämtliche Anschuldigungen, die gegen ihn erhoben werden zurück. So auch die neuesten Vorwürfe, in denen Carlos Ghosn vorgeworfen wird, unerlaubt Millionenbeträge einer niederländischen Tochterfirma von Nissan und Mitsubishi kassiert haben, so das Ergebnis einer gemeinsamen internen Prüfung. Ghosn habe von dem Gemeinschaftsunternehmen Nissan-Mitsubishi B.B. ohne vorgeschriebene Absprache mit den beiden anderen Vorstandsmitgliedern 7,8 Millionen Euro Entschädigung erhalten. Basis hierfür soll eine zwischen Ghosn und einer unberechtigten Person getroffene Beschäftigungsvereinbarung für Ghosn als Direktor der Tochter gewesen sein. "Anderes verdächtiges, illegales Verhalten" habe man nicht feststellen können, erklärte Mitsubishi Motors in einer Mitteilung. Mehr zum Thema: FCA kooperiert mit BMW

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Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn weiterhin in Untersuchungshaft

Der Anwalt des in Japan angeklagten Ex-Renault-Nissan-Chefs Carlos Ghosn, bemüht sich weiterhin darum, die seit November 2018 andauernde Untersuchungshaft zu beenden. Er erhob am 17. Januar 2019 Einspruch beim Bezirksgericht in Tokio, nachdem ein Antrag auf Freilassung auf Kaution zwei Tage zuvor vom Gericht abgelehnt wurde. Währenddessen hat die französische Regierung eine Delegation nach Japan geschickt. Dort gehe es um die Zukunft der Allianz zwischen Renault und Nissan, wie der französische Regierungssprecher Benjamin Griveaux sagte. Der Staat hält 15 Prozent der Anteile von Renault. Von der Stabilität der Allianz hingen allein in Frankreich Tausende Arbeitsplätze ab, so Griveaux. Außerdem forderte nun der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire eine Nachfolge für den Auto-Manager bei Renault: "Wir möchten, dass der Aufsichtsrat eine neue nachhaltige Unternehmensführung für Renault bestimmt." Es müsse eine neue Etappe geben, wenn Ghosn dauerhaft verhindert sei. Noch ist Carlos Ghosn bei Renault offiziell Konzernchef, das operative Geschäft führt allerdings schon seit längerem sein bisheriger Stellvertreter Thierry Bolloré. Zudem wird in Paris darüber spekuliert, dass Dominique Senard, der bisherige Michelin-Chef, den Präsidentenposten im Renault-Verwaltungsrat übernehmen könnte. 

 

Nachfolge für Carlos Ghosn bei Renault gefordert

Während der verhaftete und von Nissan entlassene Renault-Chef Carlos Ghosn in Japan vorerst weiter in Untersuchungshaft bleibt, meldete sich Nissan-Direktor Hiroto Saikawa zu Wort: "Bei Nissan, Renault oder Mitsubishi gibt es niemanden, der ohne diese Allianz auskommen will", sagte er im Januar 2019 in einem Interview mit der französischen Zeitung "Les Echos". Er werde nie etwas tun, was dieses Bündnis schädigen oder schwächen würde. Damit bekräftigt er das Statement von Renault, Nissan und Mitsubishi von Ende November 2018 , in der sich alle drei zur Renault-Nissan-Allianz bekannt hatten. Zudem macht Saikawa dem ehemaligen Top-Manager schwere Vorwürfe: Eine interne Untersuchung bei Nissan habe weitere Elemente zu Tage gebracht, die zu weiteren Anklagen führen könnten oder auch nicht – darüber habe nun die Staatsanwaltschaft zu entscheiden. Saikawa weiter: "Die interne Untersuchung deutet darauf hin, dass es sich um vorsätzliche Manipulationen und Verschleierungen handelt." Der Nissan-Direktor selbst, habe im Herbst von den Vorwürfen erfahren. In Anbetracht der offenbarten Fakten sei es ihm nicht möglich gewesen, den verhafteten Carlos Ghosn zu halten – auch wenn trotzdem die Unschuldsvermutung gelte. Dass es sich in dem Fall um einen Komplott handeln könnte, wies Saikawa zurück. Ghosns Frau hat sich Berichten zufolge indessen mit einem Schreiben an die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch gewand und beklagte die Haftbedingungen ihres Mannes. Ghosn sei in einer ständig beleuchteten Zelle untergebracht und habe keinen Zugang zu medizinischer Behandlung. Zudem behauptet sie, dass Ermittler Druck auf ihren Mann ausüben würden. 

 

Renault, Nissan & Mitsubishi bekennen sich zur Allianz

Die Staatsanwaltschaft in Tokio hat am 11. Januar 2019 erneut Anklage gegen den 64-jährigen Carlos Ghosn erhoben. Sie wirft ihm schweren Vertrauensbruch und Verstoß gegen Unternehmensgesetze vor. Daraufhin stellte der Anwalt des Automanagers zwar einen Antrag auf Freilassung auf Kaution. Zuvor zeigte er sich jedoch pessimistisch, dass Ghosn bald freikommen könnte. Neben Ghosn selbst wurde auch seine frühere rechte Hand Greg Kelly sowie der Autokonzern wegen Verstoß gegen das Gesetz für Finanzinstrumente und Finanzhandel angeklagt. Ihnen wird vorgworfen, gegen die Offenlegungspflichten des Wertpapier- und Börsengesetzes verstoßen zu haben. Sie sollen zwischen 2010 bis 2014 das Einkommen Ghosns um circa 39 Millionen Euro zu gering ausgewiesen haben. Darüberhinaus soll der ehemalige Renault-Nissan-Chef Ghosn private Investitionsverluste in Höhe von umgerechnet 14 Mio. Euro auf seinen früheren Arbeitgeber Nissan übertragen haben. Nissan teilte mit, man nehme die Situation "äußerst ernst" und entschuldigte sich bei den Anteilseignern. Das Unternehmen habe auf Basis derselben Vorwürfe Strafanzeige gegen den verhafteten und entlassenen Carlos Ghosn beim Bezirksgericht in Tokio gestellt, betonte der Autobauer zugleich. 

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Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn verhaftet, entlassen & angeklagt

Bereits  am 9. Januar 2019 lehnte das Bezirksgericht die Forderung seiner Anwälte ab, die Inhaftierung des verhafteten und entlassenen Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn zu beenden. Nur einen Tag zuvor war der Automanager erstmals vor Gericht erschienen. "Euer Ehren, ich bin unschuldig", sagte der 64-Jährige bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach seiner Festnahme im November 2018 und wies damit die Anschuldigungen gegen sich zurück. Weiter las Ghosn aus seiner rund zehnminütigen schriftlichen Stellungnahme vor: "Ich wurde falsch beschuldigt und unfair festgenommen, basierend auf wertlosen und unbegründeten Anschuldigungen." Zuvor hatte er eine Forderung bei dem Gericht in Tokio eingereicht, die Gründe für seine Untersuchungshaft zu erfahren. Der Vorsitzende Richter Yuichi Tada erklärte, das Gericht halte die Untersuchungshaft für notwendig, um zu verhindern, dass Beweise gegen Ghosn vernichtet werden könnten. Aufgrund von Aussagen involvierter Personen und Ghosn selbst sei es möglich, dass Nissan Schaden zugefügt worden sei. Zudem rechtfertigte der Richter die Haft mit dem Risiko der Flucht: Ghosn hat die brasilianische, die libanesische und die französische Staatsbürgerschaft. Einen Termin für einen Prozess gegen den verhafteten und entlassenen Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn gibt es nach wie vor nicht. Ghosns Anwälte halten es für möglich, dass der Automanager noch für mindestens sechs weitere Monate in Haft bleiben könnte, bis sein Prozess beginnt.

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Interne Untersuchung: Ghosn-Bezahlung rechtmäßig

Zuvor war bei einer internen Untersuchung des französischen Autokonzerns Renault-Nissan festgestellt worden, dass die Bezahlung des ehemaligen Renault-Nissan-Chefs Carlos Ghosn rechtskonform war. Dazu wurde der Zeitraum 2015 bis 2018 überprüft, Belege für Veruntreuung seien dabei nicht gefunden worden, teilt der Verwaltungsrat des Autobauers Mitte Dezember 2018 mit. Nachdem Carlos Ghosn als Verwaltungsratschef bei Nissan gekündigt wurde, übernahm der Vize-Generaldirektor Thierry Bolloré kommissarisch die Konzernführung. Ein langfristiger Nachfolger für den Posten des Verwaltungsratsvorsitzenden bei Nissan ist noch nicht bestimmt. Auch Mitsubishi hat Carlos Ghosn als Verwaltungsratchef entlassen. Leidglich bei Renault agiert Carlos Ghosn auch nach seiner Verhaftung noch als Vorstandschef.

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Ghosn-Entlassung: Renault-Nissan-Fusion unklar

Nachdem Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn verhaftet und entlassen wurde, scheinen die Fusionspläne von Renault und Nissan weiterhin unklar. Frankreich und Japan stellen sich hinter die Fusionspläne der beiden Autokonzerne. Nach einem Telefongespräch zwischen dem französischen Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire und dem japanische Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie, Hiroshige Seko, erklärten beide, dass das Bündnis "eines der größten Symbole der industriellen Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Japan" sei und daher beibehalten werden soll. Die US-Investmentbank Merrill Lynch hingegen hält die Fusion der beiden Autobauer für "extrem unwahrscheinlich". Schließlich war der Renault-Vorstands- und Nissan-Verwaltungsratschef  Ghosn federführend für die Fusionspläne. Gut ein halbes Jahr vor dessen Verhaftung im November 2018 hatten Gespräche stattgefunden, in denen die Partnerschaft der bereits miteinander verflochtenen Unternehmen weiter ausgebaut werden sollte. Renault hält aktuell 43,4 Prozent Anteil an dem Autobauer Nissan. Nissan wiederum besitzt fünfzehn Prozent an Renault. Auch Frankreich hat einen Anteil von fünfzehn Prozent an dem französischen Autobauer. Schon länger wird die Fusion der beiden Autokonzerne erwartet. Spekulationen zufolge sollte die französische Regierung einen Großteil ihrer Renault-Anteile an Nissan verkaufen. Befürworter dieser Transaktion, bei der Frankreich seinen Einfluss bei Renault aufgeben würde, war der Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn.

 

Dacia-Erfolg pusht deutsche Renault-Bilanz 2018

Renault kann sich 2018 in Deutschland über gute Absatzahlen freuen: Insgesamt wurden 231.500 Fahrzeuge von Renault, Dacia und Alpine verkauft. Ein Plus von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Damit war es unser bestes Verkaufsergebnis seit 1999 – wenn man vom Jahr der Abwrackprämie 2009 absieht", so Uwe Hochgeschurtz, Vorstandsvorsitzender Renault Deutschland. Das Wachstum haben die Franzosen vor allem Dacia zu verdanken: Die Billigmarke konnte 2018 in Deutschland mit einem Plus von 14,5 Prozent erneut zweistellig wachsen. Insgesamt 71.746 Dacia  fanden einen Käufer. Der Marktanteil der Rumänen stieg auf 2,1 Prozent. Damit konnte Dacia etablierte Globale Marken wie Peugeot und Mazda überholen. Bestseller war der Dacia Sandero mit 25.109 Neuzulassungen. Auf dem Privatmarkt zählte der Kleinwagen 2018 mit Platz fünf sogar zu den meistverkauften Autos in Deutschland überhaupt. Daneben legte die zweite Generation des Dacia Duster einen Erfolgsstart hin: Die Verkäufe des SUV wuchsen um 43,7 Prozent auf einen Absatzrekord von 22.664 Stück. Die Marke Renault erzielte in der Jahresbilanz 2018 dagegen mit 130.825 Neuzulassungen ein leichtes Minus von 3,4 Prozent. Eine Ausnahme bildeten die Elektrofahrzeuge: So blieb der Renault Zoe mit 6360 Verkäufen (+47,1 %) das erfolgreichste E-Auto in Deutschland. Auch die leichten Nutzfahrzeuge von Renault verbuchten 2018 mit 25.900 Verkäufen ein Rekordjahr.

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