Renault-Nissan (Dacia): Bilanz 2018 & Carlos Ghosn Ghosn auf Kaution aus Haft entlassen

von Christina Finke 11.03.2019
Inhalt
  1. Renault-Nissan: Carlos Ghosn kommt auf Kaution frei
  2. Carlos Ghosn als Renault-Konzernchef zurückgetreten
  3. Weniger Umsatz der Renault-Gruppe im Jahr 2018
  4. Dacia-Erfolg pusht deutsche Renault-Bilanz 2018

Der ehemalige Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn, der im November 2018 verhaftet wurde, ist Anfang März 2019 auf Kaution freigekommen. An der Nissan-Vorstandssitzung darf Ghosn allerdings nicht teilnehmen. Und: Während Dacia 2018 mit positiver Bilanz abschließen konnte, fuhr Renault zuletzt weniger Gewinn ein. Dieser Artikel wurde am 11.03.2019 aktualisiert!

Ex-Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn, der seit dem 19. November 2018 wegen Verstoßes gegen japanische Börsenauflagen in japanischer Untersuchungshaft saß und später angeklagt wurde, ist am 6. März 2019 auf Kaution freigekommen. Das Bezirksgericht in Tokio gab einem entsprechenden Antrag seines Anwalts statt und lehnte einen Einspruch der Staatsanwaltschaft gegen die Entscheidung ab. Beim Verlassen der Haftanstalt wurde der 64-Jährige von fünf Gefängnisbeamten begleitet und war mit weißer Maske, Brille, dunkler Arbeiterkluft mit Warnweste sowie blauer Schirmmütze auf dem Kopf derart verkleidet, dass er kaum zu erkennen war. Er konnte das Gefängnis verlassen, nachdem er die auf eine Milliarde Yen (7,9 Millionen Euro) festgesetzte Kaution gezahlt hatte. Zudem hatte das Team von Ghosns Verteidiger Junichiro Hironaka vorgeschlagen, dass die Freilassung unter der Bedingung einer strikten Überwachung erfolgt. Dazu gehört die Installation einer Überwachungskamera am Hauseingang des ehemaligen Top-Managers. Zudem darf er das Land nicht verlassen und muss sich tagsüber im Anwaltsbüro aufhalten. Zwei Anträge auf Freilassung auf Kaution waren zuvor gescheitert, woraufhin Ghosn seinen japanischen Anwalt auswechselte: Seitdem übernimmt Staranwalt Hironaka seine Verteidigung. Der als "Rasierer" bekannte Jurist hat schon mehrmals prominente Angeklagte in Japan vertreten und häufig Freisprüche erreicht. Ghosn beteuert nach wie vor seine Unschuld. Einen Termin für einen Prozess gegen ihn gibt es noch nicht. Trotz seiner Freilassung darf Carlos Ghosn, der weiterhin Direktor bei Nissan ist, nicht der Vorstandssitzung von Nissan beiwohnen. Das Bezirksgericht in Tokio lehnte einen Antrag zur Teilnahme des Ex-Managers ab. Mehr zum Thema: FCA kooperiert mit BMW

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Renault-Nissan: Carlos Ghosn kommt auf Kaution frei

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ex-Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn schweren Vertrauensbruch und Verstoß gegen Unternehmensgesetze vor. Neben Ghosn selbst wurde auch seine frühere rechte Hand Greg Kelly sowie der Autokonzern wegen Verstoß gegen das Gesetz für Finanzinstrumente und Finanzhandel angeklagt. Ihnen wird vorgworfen, gegen die Offenlegungspflichten des Wertpapier- und Börsengesetzes verstoßen zu haben. Darüber hinaus soll der ehemalige Renault-Nissan-Chef Ghosn private Investitionsverluste in Höhe von umgerechnet 14 Mio. Euro auf seinen früheren Arbeitgeber Nissan übertragen haben. Außerdem wird dem Ex-Manager vorgeworfen, unerlaubt Millionenbeträge einer niederländischen Tochterfirma von Nissan und Mitsubishi kassiert haben, so das Ergebnis einer gemeinsamen internen Prüfung. Anfang Februar 2019 hatte der französische Autobauer Renault zudem wegen mutmaßlichen Fehlverhaltens seines inhaftierten Ex-Konzernchefs die Justiz eingeschaltet. Das Unternehmen teilte mit, dass im Rahmen eines Sponsoring-Vertrags mit dem Schloss Versailles eine Zahlung zum "persönlichen Vorteil" von Ghosn festgestellt wurde. Konkret handele es sich um eine Summe in Höhe von 50.000 Euro für eine Hochzeitsfeier. Renault will die Untersuchungen zu möglichen Unregelmäßigkeiten bis zum Frühjahr 2019 abschließen. Die Ermittlungen zur niederländischen Tochtergesellschaft mit dem japanischen Partner Nissan werde noch Wochen oder "einige kurze Monate" dauern, so Generaldirektor Thierry Bolloré Mitte Februar 2019.

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Carlos Ghosn als Renault-Konzernchef zurückgetreten

Nissan und Mitsubishi hatten Carlos Ghosn kurz nach seiner Festnahme als Verwaltungsratschef abgesetzt. Bei Renault trat der 64-Jährige Ende Januar 2019 als Konzernchef zurück. Ghosn, der Nissan einst vor der nahen Pleite gerettet und zusammen mit Renault und Mitsubishi eine mächtige internationale Autoallianz geschmeidet hatte, vermutet derweil einen Komplott seiner Rivalen hinter seiner Festnahme. In einem Intverview mit der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei sagte der 64-Jährige Ende Januar 2019, einige Leute hätten seine starke Führung als Diktatur dargestellt, um ihn loszuwerden. Demnach habe man mit seinem Abgang eine engere Verflechtung von Renault mit den japanischen Partnern Nissan und Mitsubishi verhindern wollen. Diese Pläne habe Ghosn nach eigenen Angaben im September 2018 mit Nissan-Präsident Hiroto Saikawa besprochen. Weiter sagte der Ex-Renault-Nissan-Chef in dem Gespräch in einer Vollzugsanstalt in Tokio: "Ich werde nicht fliehen, ich werde mich verteidigen. Alle Beweismaterialien sind bei Nissan, und Nissan verbietet allen Mitarbeitern, mit mir zu sprechen."

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Weniger Umsatz der Renault-Gruppe im Jahr 2018

Renault hat das Betriebsergebnis des Konzerns bekanntgegeben: Demnach hat der französische Autobauer im Jahr 2018 unter dem inzwischen zurückgetretenen Konzernchef Carlos Ghosn weniger verdient. Der Umsatz der Gruppe sank um 2,3 Prozent auf 57,42 Millionen Euro. Der neue Präsident des Konzerns, Jean-Dominique Senard, traf sich unterdessen in Japan zu Gesprächen mit Nissan-Chef Hiroto Saikawa, um über die weitere Zukunft der Allianz von Renault und Nissan zu sprechen. Es wird erwartet, dass Senard am 8. April bei einer außerordentlichen Aktionärsversammlung in den Vorstand von Nissan berufen wird. Carlos Ghosn muss währenddessen auf eine Entschädigungszahlung in Millionenhöhe von Renault verzichten. Der Verwaltungsrat des Atuoherstellers berichtete Mitte Februar 2019, dass ihm keine Zahlung im Gegenwert von zwei Jahresgehältern mit festen und variablen Bestandteilen erhalten werde. Zudem verliert er das Recht, ihm in den vergangenen Jahren zugebilligte Aktien endgültig zu erwerben. Ergänzend hieß es aus dem Unternehmen, das Thema Bezahlung von Ghosn sei noch nicht erledigt. Der Verwaltungsrat werde am 15. März über die Entlohnung für 2018 beraten. 

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Dacia-Erfolg pusht deutsche Renault-Bilanz 2018

Renault konnte sich 2018 in Deutschland über gute Absatzahlen freuen: Insgesamt wurden 231.500 Fahrzeuge von Renault, Dacia und Alpine verkauft. Ein Plus von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Damit war es unser bestes Verkaufsergebnis seit 1999 – wenn man vom Jahr der Abwrackprämie 2009 absieht", so Uwe Hochgeschurtz, Vorstandsvorsitzender Renault Deutschland. Das Wachstum haben die Franzosen vor allem Dacia zu verdanken: Die Billigmarke konnte 2018 in Deutschland mit einem Plus von 14,5 Prozent erneut zweistellig wachsen. Insgesamt 71.746 Dacia  fanden einen Käufer. Der Marktanteil der Rumänen stieg auf 2,1 Prozent. Damit konnte Dacia etablierte Globale Marken wie Peugeot und Mazda überholen. Bestseller war der Dacia Sandero mit 25.109 Neuzulassungen. Auf dem Privatmarkt zählte der Kleinwagen 2018 mit Platz fünf sogar zu den meistverkauften Autos in Deutschland überhaupt. Daneben legte die zweite Generation des Dacia Duster einen Erfolgsstart hin: Die Verkäufe des SUV wuchsen um 43,7 Prozent auf einen Absatzrekord von 22.664 Stück. Die Marke Renault erzielte in der Jahresbilanz 2018 dagegen mit 130.825 Neuzulassungen ein leichtes Minus von 3,4 Prozent. Eine Ausnahme bildeten die Elektrofahrzeuge: So blieb der Renault Zoe mit 6360 Verkäufen (+47,1 %) das erfolgreichste E-Auto in Deutschland. Auch die leichten Nutzfahrzeuge von Renault verbuchten 2018 mit 25.900 Verkäufen ein Rekordjahr.

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