Seat mit Absatzrekord (2018) Seat ist drittgrößter Importeur

von Markus Bach 14.03.2019

Seat erzielt Rekorde bei Absatz und Gewinn und gehört 2018 zu den Top drei Importeuren. Dabei standen die Spanier 2012 noch am Abgrund. Wie konnten sie das Ruder so schnell herumreißen?

Vor dem Absatzrekord 2018 bei Seat waren 2012 die Rollen im VW-Konzern noch klar verteilt: Skoda gab den Musterschüler unter den ausländischen Volumenmarken, Seat den ewig Versetzungsgefährdeten. VW hatte die Tschechen 1991 übernommen. Bereits der Skoda Octavia, das erste Modell auf einer Konzernplattform, war ein voller Erfolg. Die Autos aus Mladá Boleslav erwarben sich schnell den Ruf eines guten Preis-Leistungs-Verhältnisses. Skoda erzielte ständig neue Verkaufsrekorde, verdreifachte bis heute seinen weltweiten Absatz. Was den VW-Konzern noch mehr freut: Die Tschechen erwirtschaften seit Jahren solide Gewinne. Seat dagegen – die Marke gehört bereits seit 1986 zur Wolfsburger Familie – kam bis 2012 nicht richtig in die Puschen: Bestseller blieb der Ibiza, dessen Vorfahre bereits vor der Übernahme von VW eingeführt worden war. Der Toledo, das zweite Standbein der Marke, musste 2009 nach der designtechnisch eher unglücklichen dritten Generation eingestellt werden. Mit Altea und Alhambra setzten die Spanier zudem unbeirrt auf das rückläufige Van-Segment, SUV waren dagegen Fehlanzeige. Schließlich floppte auch noch der Exeo, ein Weiterbau des alten Audi A4 mit Seat-Front und Heck. Kein Wunder, dass die Marke 2012 bereits fünf Jahre lang schwere Verluste eingefahren hatte. Gleichzeitig erreichten die weltweiten Verkäufe der Spanier mit 321.002 Fahrzeugen einen Tiefpunkt. Einige Aktionäre des VW-Konzerns forderten bereits die Einstellung oder den Verkauf von Seat. Doch dann erschien im November 2012 die dritte Generation des Seat Leon. Mehr zum Thema: Skodas Absatzrekord

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Seat feiert Absatzrekord (2018) 

Der Kompaktwagen basierte auf dem neuen Modularen Querbaukasten des VW-Konzerns. Bereits seinen ersten Vergleichstest in der AUTO ZEITUNG gewann der modern gezeichnete Spanier. Erstmals gab es den Leon auch als beliebte Kombivariante ST. Mit der neuen Baureihe zogen die Verkäufe der Spanier wieder an: 2017 war der Leon mit 169.951 Einheiten der weltweit meistverkaufte Seat vor dem Ibiza. Der Leon sollte jedoch nur der erste Schritt sein. 2016 begann Seat, mit dem Ateca endlich das SUV-Segment zu erschließen. Mit Erfolg: Er wurde sofort zum Bestseller. Nur ein Jahr später fuhr Seat mit dem Arona sogar auf die Pole Position: Er war das erste SUV des VW-Konzerns im Kleinwagen-Segment. Und 2018 ging die SUV-Offensive mit dem Tarraco nun in die nächste Runde: Der Siebensitzer ist das neue Topmodell der Marke. Die Absatzzahlen geben der Modellpolitik der Spanier Recht: Ihre globalen Verkäufe stiegen seit 2012 jedes Jahr. Mehr zum Thema: Seat Arona im großen City-SUV-Vergleich

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Seat drittgrößter Importeur in Deutschland

Im ersten Halbjahr 2018 meldete Seat sogar einen neuen Rekord: 289.900 Neuwagen hat die Marke noch nie in den ersten sechs Monaten eines Jahres ausgeliefert. In Deutschland läuft es noch besser: Hier haben sich die Verkäufe seit 2010 mehr als verdoppelt. Mittlerweile ist Seat zum drittgrößten Importeur hinter Skoda und Renault aufgestiegen. Da wundert es nicht, dass Deutschland Spanien als größten Seat-Markt abgelöst hat. Seit 2016 schreiben die Spanier auch wieder schwarze Zahlen und erzielten im Vorjahr mit 191 Millionen Euro sogar einen Rekordgewinn. Zur gesteigerten Rendite konnte auch die erfolgreiche Einführung der sportlichen Ausstattungslinie FR unterhalb der Cupra-Modelle beitragen. Apropos Cupra: Die Sportvarianten der Seat-Fahrzeuge sollen demnächst als eigenständige Marke an den Start gehen. Den Anfang macht noch 2018 der Cupra Ateca. Zudem streben die Spanier, die bisher auf Europa konzentriert waren, unter ihrem Vorstandsvorsitzenden Luca de Meo auf neue Märkte. Nachdem Seat in Mexiko erste Erfolge feierte, will die Marke nun Nordafrika erschließen. Ab 2020 soll Seat dann nach China zurückkehren. Nach einem erfolglosen Intermezzo 2014 will die VW-Tochter nun langfristig auf dem größten Automarkt der Welt Fuß fassen. Zum Start sind rein elektrische Modelle geplant – Seat ist entschlossen, in China sofort zum Musterschüler zu werden.

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