VW-Neuheiten: Lupo, Golf Cabrio, Phaeton

05.12.2008

VW lässt die Muskeln spielen. In jeder Klasse will Europas Nummer eins an die Spitze und kehrt dabei zu den Wurzeln zurück: Der 8000-Euro-Lupo kommt 2010, ein neues Golf-Cabrio hat gute Chancen. Und gut ein halbes Jahr nach dem Golf VI folgt 2009 die Zweitauflage der Hochdachvariante Golf Plus

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Wie volkstümlich ein Volkswagen sein darf, darüber wurde in Wolfsburg schon oft diskutiert. Schließlich gilt seit Mitte der 90er-Jahre der vom damaligen Konzern- und heutigen Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch formulierte Premiumanspruch, dem seither jedes neue VW-Modell genügen muss. Devise: etwas teurer, aber immer besser als die Konkurrenz.

Hohe Spritpreise und wachsendes Umweltbewusstsein in unserem Teil der Welt, aber auch die steigende Kaufkraft in Ländern des Ostens führen Europas größten Autobauer nun zurück zu den Wurzeln - und das auf gleich zwei Wegen. "Das Letzte, was die Menschen in den aufstrebenden Märkten wollen, ist ein kleines, billiges Auto. Sie wollen ein großes, billiges", skizziert ein VW-Insider eine der neuen Herausforderungen und ergänzt: "Die Märkte Westeuropas sind dagegen weitgehend gesättigt." Hier muss die Kauflust mit einem besonders pfiffigen Spar-Mobil geweckt werden.

Der neue Lupo
Deshalb sind bei VW zwei neue Einstiegsmodelle in Planung. Eines ist für Märkte wie Russland und Indien vorgesehen, wo sich ein harter Wettbewerb neuer Spottpreisautos vom Schlage des Dacia Logan abzeichnet, der im vergangenen Jahr weltweit 247514 Zulassungen verbuchte.

Der zweite Einstiegs-VW ist dagegen voll auf den Westen zugeschnitten. Unterhalb des Fox, der in seiner heutigen Form mindestens bis zum Serienstart des neuen kleinen VW im Jahr 2010 angeboten werden soll, wird der Lupo II die Benjamin-Rolle im Programm übernehmen.

Der angepeilte Einstiegspreis liegt bei rund 8000 Euro. "Das wird ein knuffiges Auto", gibt Technikvorstand Ulrich Hackenberg die Stoßrichtung für den Kleinen vor, dessen technische Basis auch für die Konzernmarken Skoda und Seat dienen wird. Vier Personen plus Gepäck sollen Platz finden, ein besonders wirtschaftlicher Antrieb gilt als Muss.

Zwei Technikkonzepte werden derzeit durchgerechnet: Eine interessante, auf Grund der knappen Zeitvorgabe aber weniger wahrscheinliche Variante ist die eines Heckantrieb-Layouts, das komplett neu entwickelt werden müsste. Hierbei käme ein dicht hinter der Achse platzierter Motor zum Einsatz, der, um genügend nutzbaren Innenraum zu erhalten, liegend installiert werden müsste. Aus Gründen der Fahrstabilität würden möglichst viele Komponenten wie die Batterie zur besseren Massenverteilung vorn untergebracht. Bei der vom Motorgewicht entlasteten Vorderachse kämen die Techniker ohne eine Lenkhilfe aus - ein Kostenvorteil.

Als wahrscheinlicher gilt aber das klassische Frontantriebskonzept mit quer installierten Triebwerken. Die vorhandene, in den Modellen VW Polo, Skoda Fabia und Seat Ibiza bereits hunderttausendfach genutzte Konzernplattform PQ 24, auf der auch der neue Audi A2, der ab 2009 im VW-Werk Brüssel gebaut wird, basiert, passt in technisch vereinfachter Form perfekt. Das enorme Produktionsvolumen senkt die Kosten jedes einzelnen Bauteils in einem Maße, dass auf dieser Basis sogar das für Indien und Russland geplante, nochmals billigere Stufenheck- und Kombimodell in wirtschaftliche Reichweite kommt. Dessen Bau ist übrigens bei Skoda in Tschechien wahrscheinlich. Auch wenn dies freilich noch Planspiele sind.

Mit einer Länge von 3,70 Metern - immerhin zwölf Zentimeter mehr als beim Lupo I - würde der Lupo II seinerseits um zwölf Zentimeter kürzer ausfallen als der aktuelle Fox: Platz genug für vier Personen. Eine verschiebbare Rücksitzbank, mit der sich die vorhandene Länge zu Gunsten des Passagier- oder des Gepäckraums variabel nutzen lässt, wird an Bord sein. Als Antriebsquellen sind ein neuer aufgeladener Zweizylinder, der bekannte 1,2-Liter-Dreizylinder mit 64 PS und der 1,4-Liter-Vierzylinder mit 80 PS im Gespräch. Denkbar ist zudem ein reiner Elektroantrieb für den Stadtverkehr, der aus heutiger Sicht allerdings wegen der geringen Reichweite und der nach wie vor schwierigen Entsorgung von Altbatterien - ein prinzipielles Manko auch bei Hybrid-Fahrzeugen - erst spät nachgereicht werden dürfte.

Golf Cabrio

Nachgeschoben werden könnte auch ein neues Golf Cabrio. Zwar hat VW mit dem Beetle Cabrio und dem mit aufwändiger Verdecktechnik ausgerüsteten Eos gleich zwei offene Modelle im Programm. In der Chefetage ist der Frischluft-Golf dennoch ein Thema. Die beiden bei Karmann in Osnabrück gebauten Vorgänger waren stets unangefochtene Marktführer ihrer Klasse. Zudem ist der Golf selbst eine enorm starke Baureihe, deren Potenzial als Cabrio-Basis seit Einführung des Eos brach liegt. Das Szenario einer dritten Generation des Golf Cabrios ist reizvoll: Neben dem nächsten offenen Beetle könnte für das Golf Cabrio durchaus Platz sein. "Das Golf Cabrio ist eine Ikone", sagt auch VW-Chef Martin Winterkorn. Allerdings hat der Konzern zusätzlich ein Audi A3 Cabriolet in Planung.

Golf plus
Ende nächsten Jahres geht die sechste Golf-Generation in Serie, auf deren Basis im Frühjahr 2009 die Zweitauflage des geräumigen Golf Plus folgt. Gegenwärtig trägt die im März 2005 eingeführte Hochdachvariante rund 25 Prozent zum Gesamtverkauf des Golf-Programms bei.

Klare Linien, ein breiter Kühlergrill sowie stilistisch reduzierte Ecken und Kanten sollen den neuen Golf Plus als "ehrliche Haut" erkennbar machen. Das Konzept bleibt gleich. Die Karosserie ist gut neun Zentimeter höher als die der Limousine, die Sitze werden um 7,5 Zentimeter höher montiert. Hinzu kommen erneut eine längs verschiebbare Rücksitzbank und zahlreiche Ablagemöglichkeiten.

Auch künftig steht ein Kofferraumvolumen von mehr als 500 Litern zur Verfügung, das auf bis zu 1450 Liter erweitert werden kann. Als technische Basis dient die Konzernplattform PQ 35. Sie wird vom aktuellen Modell übernommen und ist für eine sich weit bis ins nächste Jahrzehnt ausdehnende Bauzeit gut gerüstet. Dazu gehören die aufwändige Mehrfachlenkerhinterachse und die manuellen Fünf- und Sechsganggetriebe, eine Sechsstufenautomatik und das Doppelkupplungsgetriebe DSG.

Die Motorenpalette reicht vom 1,4-Liter-Basisbenziner mit 80 PS bis zum 1,4-Liter-TSI-Triebwerk, einem Benzin-Direkteinspritzer mit Turbolader und Kompressor, der 150 PS leistet. Hinzu kommen die TDI-Versionen mit 105 und ebenfalls 140 PS. Über die Neuauflage des auf dem Golf Plus basierenden CrossGolf wurde noch nicht entschieden.

Scirocco

Am neuen Scirocco, der bereits 2008 auf den Markt kommt, wird mit Hochdruck gearbeitet. Das Design des technisch auf dem Golf basierenden Sportcoupés, das als giftgrüne Studie Iroc bereits im letzten Jahr gezeigt wurde, wird relativ kurz vor dem Serienanlauf noch modifiziert.

Grund: Das VW-Gesicht der Zukunft ändert sich grundsätzlich. Unter dem jüngst von Audi in die Wolfsburger Konzernzentrale gewechselten Chefdesigner Walter de Silva entsteht eine neue, künftig deutlich breiter wirkende VW-Front. Das aktuelle Design mit dem wucht

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