VW Tiguan XL Eine Nummer größer

26.06.2008

Den VW Tiguan soll es künftig auch in einer siebensitzigen Langversion geben – wir zeigen den Tiguan XL und seine künftigen Konkurrenten

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Manche Umwege führen im Leben zu überraschenden Ergebnissen. Zum Beispiel zu einem neuen, sehr praktischen Auto von Volkswagen, das demnächst für deutsche Familien ziemlich interessant sein dürfte. Der Umweg geht in diesem Fall über Amerika. Denn dort wollen die Wolfsburger ab 2018 jährlich über 800.000 Autos verkaufen.

VW wird in den USA wieder ein führender ausländischer Autohersteller sein, hat Konzernchef Martin Winterkorn nach den mageren Absatzergebnissen der letzten Jahre angekündigt. Deshalb gibt es für die speziellen Wünsche der Amis, die es gern schön geräumig und am liebsten zum Discount-Preis mögen, auch ganz spezielle Modelle von VW. Zum Beispiel bis 2011 eine Langversion des SUV-Modells Tiguan. Und die wiederum - jetzt schließt sich der Kreis - dürfte nach dem aktuellen Stand der Dinge dann auch bei uns verkauft werden.

Das technische Grundrezept ist simpel und clever zugleich. Der Tiguan bekommt einen verlängerten Radstand (reichliche zehn Zentimeter), zugleich verlängert sich der hintere Karosserieüberhang. In der Summe wächst die Gesamtlänge des Stadt-Land-Offroaders dann um rund 20 Zentimeter auf etwa 4,62 Meter. Das bringt Platz für eine dritte Sitzreihe - und schon erhöht sich die Zahl der möglichen Passagiere von fünf auf sieben - gut für die größere Familie oder die mitfahrenden Freunde und Verwandten. Das Interesse ist prinzipiell vorhanden: Beim VW-Van Touran nutzen 40 Prozent aller deutschen Käufer die Option der dritten Sitzreihe.

Auch beim US-Euro-Tiguan, der spätestens 2012 bei den deutschen Händlern stehen könnte, soll die dritte Sitzreihe mit Variabilität verbunden sein. Deren Sitze bieten Platz für normalgroße Erwachsene, sie sind einzeln in einer 50:50-Aufteilung klappbar, und die Beinfreiheit kann über die Längseinstellung der zweiten Reihe individuell variiert werden. Bei Nichtgebrauch lässt sich die dritte Sitzreihe komplett und glattflächig in den Laderaumboden einklappen, der dadurch um sieben bis acht Zentimeter höher liegt. Die Kopfstützen werden dann jedoch in einem separaten Fach verstaut.

Die Front des neuen Autos, das bei VW auch unter dem Arbeitstitel Tiguan B läuft und später einen eigenen Namen bekommen wird, unterscheidet sich auffällig vom aktuellen Tiguan: Sie wirkt klar eleganter, folgt dem neuen Querdesign von VW - die Streben des hier feineren Chromgrills reichen jeweils bis zu den Scheinwerfern. Seitenlinie und Heck werden sich dagegen nur in wenigen Details verändern, auch das Cockpit dürfte - mit einigen Designänderungen - vom Normal-Tiguan übernommen werden. Und bei der Ausstattung steht das volle Tiguan-Programm zur Verfügung: von Leichtmetallrädern bis zum Radio-Navigationssystem RNS 510 mit Touchscreen, DVD-Laufwerk und 30 GB großer Festplatte. Bei den Motoren wird es aber ein spezielles Programm für den europäischen Geschmack geben - mit günstigeren Einstiegsversionen und sparsamen Common-Rail-Dieseln.

Basistriebwerk ist hier voraussichtlich der bekannte 1,4 Liter große FSI-Vierzylinder mit 150 PS, auch der bekannte Zweiliter-Turbo mit 200 PS dürfte im großen Tiguan zum Einsatz kommen. Dazwischen könnte ein 1,8-Liter-FSI mit 175 PS rangieren. Bei den Dieseln wären die beiden Zweiliter-Vierzylinder mit 140 und 170 PS quasi schon gesetzt. In der Diskussion für den späteren Einsatz ist auch eine neue Zweiliter-Topversion mit 225 PS. Für die kleineren Benziner-Modelle bis 1,8 Liter Hubraum bietet sich das neue, kraftstoffsparende Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe an, das maximal 250 Nm Drehmoment verträgt.

Über Preise kann zu diesem Zeitpunkt nur spekuliert werden: Vermutlich dürfte das Einstiegsmodell des großen Tiguan unter 30.000 Euro bleiben. Das wäre ein durchaus interessantes Angebot, zumal dieses Auto dann exakt die große Lücke zum VW-SUV Touareg füllt, dessen Nachfolger (ab 2010) in der Länge um gut fünf Zentimeter wachsen wird. Wolfgang Eschment

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