Wertverlust Diesel-Pkw: Restwert-Entwicklung Preisverfall bei Dieselautos gestoppt

von Alexander Koch 17.07.2018
Inhalt
  1. Restwertentwicklung: Diesel-Preisverfall gestoppt
  2. Wertverlust Diesel-Pkw: Autokäufer setzen auf Benzin
  3. ADAC rät zu Diesel mit Euro 6d
  4. Experte: Diesel-Prämie ist wirkungslos
  5. Wie sieht Diesel-Zukunft der Hersteller aus?
  6. Wie hoch ist der Wertverlust beim Diesel-Auto?
  7. Wie kann man Wertverlust entgegenwirken?

Der Wertverlust für Diesel-Pkw scheint gestoppt, einen weiteren Preissturz erwartet der Deutsche Automobil Treuhand nicht. Zuletzt nahmen 22 Prozent der Autohändler keine gebrauchten Diesel mehr an. Die Details zur Restwert-Entwicklung!

Der Abwärtstrend des Wertverlust für Diesel-Pkw scheint gestoppt – trotz neuer Diesel-Fahrverbote in Hamburg und ab 2019 in Aachen und Stuttgart. Experten vom Deutschen Automobil Treuhand (DAT) rechnen außerdem damit, dass kein weiterer Absturz für den Restwert von Dieselautos droht. "Nach dem, was wir bisher wissen, wird es keinen weiteren Abschwung geben", sagt Bernd Reich vom DAT. Trotzdem ging im Juni 2018 die Anzahl neu zugelassener Dieselfahrzeuge im Vergleich zum Vorjahresmonat laut Kraftfahrt-Bundesamt um 20 Prozent zurück. Insgesamt betrug der Diesel-Anteil aller zugelassenen Neuwagen mit 32,1 Prozent nur rund ein Drittel. 63,1 Prozent der Neuzulassungen waren Benziner. Gründe für den Wertverlust von Diesel-Pkw sind der Abgasskandal und die (drohenden) Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge in Städten, die seit der Urteilsverkündung des Bundesverwaltungsgerichts (27. Februar 2018) auch rechtlich möglich sind. Das Gericht hatte erklärt, dass Verbraucher einen möglichen Wertverlust zum Wohle der Allgemeinheit in Kauf nehmen müssen. "Die Unsicherheit über die Zukunft des Dieselmotors führt zu einer deutlichen Hinwendung zum Benziner", erklärt Reinhard Zirpel, Präsident des Verbands der Internationalen Kraftfahrzeughersteller. 

Thematik zur blauen Plakette (Diesel-Fahrverbote) im Video:

 
 

Restwertentwicklung: Diesel-Preisverfall gestoppt

Der Wertverlust von Diesel-Pkw macht auch Autohändlern in Deutschland schwer zu schaffen, vor allem auf dem Gebrauchtwagenmarkt: 87 Prozent der Händler können Diesel-Gebrauchtwagen nur noch mit höheren Abschlägen verkaufen. 22 Prozent nehmen überhaupt keine Diesel-Gebrauchtwagen mehr in Zahlung, um einem Wertverlust entgegenzuwirken. Außerdem beträgt die Standzeit von gebrauchten Dieseln bei Autohändlern aktuell 106 Tage, während Benziner schon nach 82 Tagen vom Hof sind. Das geht aus aktuellen Zahlen des Dieselbarometes vom Deutschen Automobil Treuhand (DAT) hervor (Juli 2018). 

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Wertverlust Diesel-Pkw: Autokäufer setzen auf Benzin

Der Wertverlust von Diesel-Pkw spiegelt sich auch in der Mobilitätsstudie wieder, die der TÜV-Verband (VdTÜV) im April 2018 veröffentlicht hatte: Derzufolge würden sich nur sechs Prozent der Bundesbürger beim Kauf für ein Dieselfahrzeug entscheiden. Damit liegen sie in der Gunst hinter den E-Fahrzeugen (13,6 Prozent), Fahrzeugen mit Hybridantrieb (19,4 Prozent) und den Benzinern (48,1 Prozent). "Das Vertrauen in die Dieseltechnologie befindet sich im freien Fall," erklärte Joachim Bühler, Geschäftsführer des VdTÜV. Betrug im Jahr 2015 der Anteil der Selbstzünder an den Neuzulassungen noch 48 Prozent, lag er 2017 bei 38,8 Prozent. Nach dem Urteil zu den Fahrverboten waren im März 2018 nur noch 31 Prozent aller Neuzulassungen mit einem Dieselmotor angetrieben. "Der Vertrauensverlust für den Dieselantrieb kann fatale Folgen haben", warnt Bühler. "Wir werden effiziente und vergleichsweise saubere Verbrennungsmotoren noch viele Jahre als Brückentechnologie benötigen." Eine wichtige Verbesserung sind bereits die auf EU-Ebene eingeführten Tests bei der Typengenehmigung neuer Fahrzeugmodelle unter realen Bedingungen.

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ADAC rät zu Diesel mit Euro 6d

Besonders überraschend ist die Abkehr vom Diesel und der Wertverlust von Diesel-Pkw jedoch nicht, so warnte der ADAC erste Ende Juni 2017 vor Dieselkäufen: "Unsere Empfehlung ist, mit einem Neuwagenkauf eventuell noch zu warten, bis im Herbst 2017 Modelle mit dem Standard Euro 6d auf den Markt kommen", sagte der ADAC-Vizepräsident Ulrich Klaus Becker in einem Interview mit "Der Zeit". Auch der Auto Club Europa (ACE) rät zur Vorsicht und ein Modell mit der neuen Abgasnorm Euro 6d zu wählen. Bei Gebrauchtwagen empfiehlt der ACE, kein Auto mit Euro 5 oder niedriger zu kaufen. Der ADAC beklagt, dass die von den Autoherstellern verursachten Probleme nun von den Autobesitzern ausgebadet werden müssen. Demnach erreichen den ADAC tägliche hunderte, manchmal tausende Anfragen von Mitgliedern, die nicht wissen, wie man sich nun verhalten solle. Denn wer sich vor ein, zwei Jahren ein Dieselauto gekauft hat, der spürt jetzt schon die finanziellen Einbußen durch den Wertverlust. Und der ADAC befürchtet bei älteren Modellen einen anhaltenden Werteverlust.

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Experte: Diesel-Prämie ist wirkungslos

Als "wirkungslos" bezeichnet Automobil-Forscher Ferdinand Dudenhöffer die herstellerübergreifend eingeführten Diesel-Prämien, die die Angst vor dem Kauf eines Selbstzünders eher schüren würden. Ein weiterer Grund liegt laut Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer im Wertverlust von Diesel-Pkw. Gerade weil auch die modernen Euro-6-Diesel in Abgastests ein Vielfaches der erlaubten Stickoxid-Mengen überschritten, befürchten die Käufer einen möglichen Wertverfall. Letztlich kauften Neuwagenkunden mit Euro-6-Dieseln "die Katze im Sack", erklärt Dudenhöffer, nicht zuletzt wegen drohender Fahrverbote in Großstädten. Die einzige Möglichkeit, den Abwärtstrends aufzuhalten, sieht er in einem "Euro 6 Plus"-Zertifikat, mit dem die Hersteller garantieren die Grenzwerte der Autos auch im Normalbetrieb einzuhalten. Doch der ADAC rät dringend davon ab, seinen Dieselautos übereilt unter Wert zu verkaufen, denn dafür sei die Lage noch zu unklar. Fahrverbote würden laut ADAC auf lokale Strecken beschränkt, außerdem bestehe die Möglichkeit, dafür auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen. Wer seinen Diesel hingegen verkaufen möchte, sollte warten, bis genügend Modelle der Euro-6d-TEMP-Norm entsprechen. Und für Autofahrer in ländlicheren Gebieten spielen Fahrverbote sowieso noch keine Rolle, so der Autoclub weiter.

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Wie sieht Diesel-Zukunft der Hersteller aus?

Entgegen der Gerüchte um Wertverlust und mangelnder Zukunftsfähigkeit von Diesel-Fahrzeugen, bauen viele Hersteller weiter auf die Selbstzünder. Zwar stellt VW – vermutlich auch aufgrund der letzten Ereignisse – die Zukunft des Dieselmotors im Konzern noch infrage, aber bei der Konkurrenz aus dem Süden sieht das anders aus. So steckte Mercedes zum Beispiel erst vor kurzem eine hohe Summe in die Weiter- und Neuentwicklung seiner Verbrennungsmotoren. Auch BMW hat nochmal an vielen Motoren gefeilt. Einige Forscher wie Matthias Wissmann, der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, gehen sogar davon aus, dass die Diesel-Technologie zum Erreichen moderner Klimaschutzziele unverzichtbar ist: "Der moderne Euro-6-Diesel ist, neben der Elektromobilität, der wichtigste Baustein, um die europäischen Klimaschutzziele zu erreichen. Seine CO2-Emissionen sind um bis zu 15 Prozent niedriger als die eines vergleichbaren Benziners."

 

Wie hoch ist der Wertverlust beim Diesel-Auto?

Besonders drastische Prognosen behaupten der Wertverlust bei Diesel-Pkw könnte in Zukunft bis zu 20 Prozent höher ausfallen, als bisher. Der Trend aber zeigt derzeit eine Beruhigung der Restwertentwicklung von Dieselautos: Nach dem Urteil durch das Bundesverwaltungsgericht im Februar 2018 halten Diesel-Fahrzeuge nach drei Jahren nach wie vor über die Hälfte ihres Restwertes (57,8 Prozent).

 

Wie kann man Wertverlust entgegenwirken?

Zum einen gelten beim Wertverlust/Werterhalt natürlich die gleichen Ansätze wie bei jedem anderen Gebrauchtwagen auch: Regelmäßige Inspektionen, Instandhaltung und gute Pflege sind das A und O, um den eines Autos zu steigern. Wer seinen Diesel für die Zukunft fit machen möchte, kann in Erwägung ziehen, ihn per SCR-Katalysator auf Euro 6 umzurüsten.

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