Winterreifen-Test 2019: Größe 225/55 R 17 Winterreifen für Mittel- und Oberklasse im AUTO ZEITUNG-Test

von AUTO ZEITUNG 09.10.2019
Inhalt
  1. Die Winterreifen der Größe 225/55 R 17 im Test (2019)
  2. So schneiden die Winterreifen im Test ab (PDF zum Download)
  3. Updates für die getesteten Winterreifen der Größe 225/55 R 17
  4. So funktioniert der Winterreifen-Test

Winterreifen-Test 2019: Wir haben 13 Reifen der Größe  225/55 R 17, passend für Audi A4, A6, BMW 5er oder Opel Insignia, zu Preisen zwischen 210 und 600 Euro Pro Satz auf Schnee, trockenem sowie nassem Asphalt überprüft. Die Ergebnisse!

 

Die Winterreifen der Größe 225/55 R 17 im Test (2019)

  • Austone SP 901, 225 Euro
  • Conti WinterContact TS 850 P, 535 Euro
  • Dunlop Winter Sport 5, 540 Euro
  • Falken Eurowinter HS01, 420 Euro
  • Fortuna Winter UHP, 415 Euro
  • Goodride SW608, 210 Euro
  • Goodyear UltraGrip Performance Gen-1, 515 Euro
  • Maxxis Arctictrekker WP05, 385 Euro
  • Michelin Alpin 5, 600 Euro
  • Nexen Winguard Sport 2, 355 Euro
  • Nokian WR A4, 480 Euro
  • Pirelli Winter Sottozero 3, 520 Euro
  • Vredestein Wintrac Pro, 490 Euro

Stichprobenartig ermittelte durchschnittliche Preise (Händler und Internet) für einen Satz Reifen inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer zuzüglich Montage

Für den Winterreifen-Test 2019 (Größe  225/55 R 17) verlassen wir uns weder auf Diagramme noch auf das Label, sondern prüfen anonym im freien Handel eingekaufte Produkte nach aufwendigen Industrie-Teststandards, die weit über die Label-Anforderungen hinausgehen – unabhängig, mit modernster Messtechnik und auf Teststrecken, die speziell für die Reifenerprobung konstruiert wurden. Wo das Label lediglich auf Effizienz, Nassgriff (Bremsen) sowie Vorbeirollgeräusch eingeht und diese Eigenschaften auch nur vage mit Buchstaben klassifiziert, prüfen wir bis ins Detail – zum Beispiel Verzögerung, Traktion, Lenkpräzision oder Fahrstabilität auf den verschiedenen Untergründen und unter gleichen Bedingungen. Auch Komfort und Aquaplaning benoten wir. Einen Winterreifen zu konstruieren, der alles sehr gut kann, ist eine komplexe Aufgabe. Die Entwickler müssen an vielen Stellschrauben wie Mischung, Profildesign oder Karkassen-Konstruktion drehen, damit ein Winterreifen auf Schnee, nasser sowie trockener Fahrbahn griffig ist, effizient abrollt und im besten Fall auch noch lange hält. Dabei gibt es "Zielkonflikte", also zwei oder mehrere Eigenschaften, die sich im Weg stehen. Verbessert man einen Reifen zum Beispiel in Sachen Effizienz, nimmt die Haftung bei Nässe ab – und umgekehrt. Reduziert man die Profiltiefe für mehr Lenkpräzision, schwimmt der Reifen schneller auf. Baut man mehr Lamellen ins Profil, um den Grip auf Schnee zu verbessern, wird die Trockenhaftung schlechter. Kurzum: Alleskönner sind die Ausnahme. Ein empfehlenswerter Winterreifen kann alles ziemlich gut, überlässt die Top-Ränge in den einzelnen Kapiteln aber den Spezialisten – so wie Goodyear UltraGrip Performance Gen-1, der Sieger des Winterreifen-Tests 2019 (Größe 225/55 R 17). Der Pneu mit V-Profil bietet auf Schnee und bei Trockenheit hohe Sicherheitsreserven, ist besonders auf nassem Asphalt sehr griffig. Dennoch erreicht er in keinem Kapitel Platz eins. Mehr zum Thema: Tests und Tipps zu Ganzjahresreifen

Das bedeutet das Alpine-Symbol (Video):

 
 

So schneiden die Winterreifen im Test ab (PDF zum Download)

Bei geschlossener Schneedecke verzahnt sich der Austone SP 901 beim Winterreifen-Test 2019 (Größe 225/55 R 17) am besten mit dem Untergrund. Doch wahrscheinlich ist der für einen guten Nassgriff essenzielle Silica-Anteil in der Gummi-Mischung des Austone so gering, dass der Pneu aus chinesischer Produktion bei regennasser Fahrbahn komplett versagt: Der Reifen schwimmt im Test schon ab 64 km/h auf (Falken und Michelin erreichen rund 80 km/h), und bei der Vollbremsung aus Tempo 100 hat der SP 901 noch eine Restgeschwindigkeit von fast 54 km/h, wenn der Michelin Alpin 5 bereits steht. Die Schwächen hat auch Austone erkannt und das asymmetrische Profil überarbeitet (siehe Update-Absatz unten). Bemerkenswert: Der Michelin ist kein neues Profil mehr, er wurde gerade vom Alpin 6 abgelöst, schlägt sich aber vor allem bei Nässe hervorragend und verpasst den Sieg im Winterreifen-Test 2019 (Größe 225/55 R 17) nur knapp. Wie der Alpin 5 ist auch  der Vredestein Wintrac Pro (dritter Platz) ein Regenprofi, bietet aber auch auf trockener Fahrbahn eine sehr hohe Fahrsicherheit, genau wie der Nokian WR A4 auf Rang sechs und der Pirelli Winter Sottozero 3 auf Platz fünf. Allerdings lassen beide Profile bei den Tests auf schneebedeckter Fahrbahn Punkte liegen. Dass der Finne von uns keine Empfehlung erhält – wie auch der Conti TS 850 P auf Gesamtrang sieben – liegt an den langen Bremswegen bei Nässe: Die Restgeschwindigkeiten von rund 30 km/h im Vergleich zu der des Michelin sind einfach zu hoch. Mehr zum Thema: Die Ergebnisse des Winterreifen-Tests 2019 als PDF zum Download

Reifen-Test Winterreifen-Test 2018
Winterreifen-Test 2018: Größe 235/60 R 18 Winterreifen für SUV im Test

Zur Ehrenrettung des Conti, der im Winterreifen-Tests 2019 (Größe 225/55 R 17) mit Platz 7 abschneidet, sei gesagt, dass wir beim Einkauf eine für den Verbraucher nicht erkennbare Spezifikation erwischt haben (siehe Update-Absatz), die für einen Autohersteller entwickelt wurde, dessen Fokus mehr auf Effizienz liegt. Das belegt das gute Ergebnis des 10,4 Kilogramm leichten TS 850 P im Rollwiderstands-Test. Schlusslicht in dieser Disziplin ist der 13 Kilogramm schwere, mit Effizienz-Label E versehene Falken Eurowinter HS01. Auch der Austone (11,7 kg) ist mit E eingestuft, rollt aber deutlich effizienter ab. Weitere Abweichungen zwischen Label und Realität: Fortuna und Conti tragen das Nassgriff-Label C, die Unterschiede bei Nässe sind aber groß, und im Geräuschtest ist der gemäß Label besonders leise Dunlop (Gesamtrang vier) der Lauteste im Feld. Das EU-Label bietet eine erste Orientierung, doch nur der Winterreifen-Tests 2019 (Größe 225/55 R 17) der AUTO ZEITUNG zeigt die Stärken und Schwächen wirklich auf. Mehr zum Thema: Tests und Tipps zu Sommerreifen

An welche Achse gehört der bessere Reifen (Video):

 
 

Updates für die getesteten Winterreifen der Größe 225/55 R 17

  • Austone: Seit Mitte 2019: Nassgriff-Update (Label C statt E), besserer Grip auf Schnee, geringerer Rollwiderstand.
  • Continental: Keine Änderungen. Die getestete Variante (101V) entspricht jedoch der Erstausrüster-Spezifikation für einen Autohersteller mit spezifischen Anforderungen. Für den Ersatzmarkt ist in dieser Dimension die Variante 97H vorgesehen.
  • Goodride: Nachfolger Z-507 ab Winter 2019 im Handel.
  • Maxxis: Nachfolger WP06 ab Winter 2019 im Handel.
  • Michelin: Der Nachfolger Alpin 6 ist nun auch in der von uns getesteten Dimension im Angebot.
  • Dunlop, Falken, Fortuna, Goodyear, Nexen, Nokian, Pirelli, Vredestein: Ohne Änderungen
    Reifen-Test Sommerreifen-Test 2019
    Sommerreifen-Test: Größe 235/45 R 18 (2019) Sommer- und Ganzjahresreifen im 2019er-Test
 

So funktioniert der Winterreifen-Test

  1. Einkauf: Alle Testreifen kaufen wir anonym und satzweise im freien Handel – sowohl online als auch beim Händler vor Ort. Deshalb haben wir ausschließlich Produkte getestet, die Ende 2018/Anfang 2019 verfügbar waren.
  2. Subjektiv: Fahrverhalten und Beherrschbarkeit eines Reifens beurteilen wir während reproduzierbarer Fahrmanöver bis in den Grenzbereich auf Schnee, Nässe sowie bei Trockenheit – mit und ohne ESP. Nur so können wir sagen, ob ein Pneu zum Beispiel bei einem spontanen Ausweichmanöver Sicherheit bietet oder nicht. Auch die Komforteigenschaften bewerten wir subjektiv.
  3. Rollwiderstand: Den Rollwiderstand lassen wir auf zwei verschiedenen Prüfständen, unabhängig voneinander, nach EU-Label-Kriterien testen.
    Reifen Reifentest-so-testen-wir
    Reifentest: Vorgehen & Kriterien So testet die AUTO ZEITUNG

von Paul Englert & Martin Urbanke

Tags:
NEWSLETTER
Melden Sie sich hier an!
Beliebte Globale Globale Globale Globale Globale Globale Globale Marken

6 Hefte testen und 35% sparen ›
Copyright 2019 24fr.info. All rights reserved.